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Blu-ray-Besprechung - Clash of Empires

Story:
Irgendwann im zweiten Jahrhundert nach Christus, zur Zeit von Kaiser Hadrian und der chinesischen Han-Dynastie, beschließen die beiden dominanten Weltreiche, einen Friedenspakt in Form einer Hochzeit zu besiegeln. Prinz Marcus Carpenius (Gavin Stenhouse) und Prinzessin Meng Li Hua (Jing Lusi) werden für diesen Zweck auserwählt und sollen auf der goldenen Halbinsel, der Küste des heutigen Malaysia, den heiligen Bund der Ehe eingehen. Allerdings sinkt bereits im Verlauf der Anreise der römische Geleitzug, weshalb Carpenius auf die Hilfe des der königlichen Blutlinie dieser Region entstammenden Seemanns und Kriegers Merong (Stephen Rahman Hughes) angewiesen ist. Am Zielort erwartet sie bereits Admiral Liu Yun (Craig Fong) mit der Prinzessin, doch ein Piratenüberfall der Garuda, in dessen Verlauf Carpenius scheinbar tödlich verwundet und Meng Li Hua entführt wird, macht alle Pläne zunichte. Nach einer alten Prophezeiung liegt es nun aber ausgerechnet an Merong, die malaiischen Stämme gegen die Garuda zu einigen und die Geisel zu befreien.

Meinung zum Film:
„Clash of Empires“ basiert lose auf der mythischen malaysischen Erzählung „Hikayat Merong Mahawangsa“ aus dem 16. Jahrhundert. Trotz übernommener historisch verbürgter Hintergründe handelt es sich bei der Verfilmung um eine Vermischung historischer Tatsachen, mythologischer Überlieferungen in übernatürlicher Ausformung und fiktiver, alternativer Realitäten, die den vorliegenden Film ins Reich des Fantasy-Genres hinübergleiten lassen. Laut des Bonusmaterials auf der BD, und auch nach den meisten Internetquellen, betrug das Budget des Films etwa acht Millionen Ringgit (RM), was allerdings nach aktuellem Umrechnungskurs weniger als 2,6 Millionen US-Dollar bedeuten würde. Andere Quellen berichten hingegen von etwa drei Millionen US-Dollar, während die IMDb sogar wohl deutlich zu hoch gegriffene acht Millionen US-Dollar für den Film veranschlagt. Die Wahrheit dürfte, wie so oft, irgendwo in der Mitte liegen. Tatsache ist aber, dass dieser finanzielle Rahmen für eine aufwändige Historienfilmproduktion im Kinoformat eher bescheiden ausfällt, auch wenn es sich hier trotzdem noch um den zweitteuersten malaysischen Film aller Zeiten nach „Puteri Gunung Ledang“ aus dem Jahr 2004 handelt. So eröffnet Regisseur Yusry Kru („Cicak-man“) auch freimütig, dass für den Film lediglich vier echte Schiffe unterschiedlicher Typen gebaut wurden, während im Film hunderte zu sehen sind, was, wie so viele visuelle Spielereien, computergenerierten Effekten zu verdanken ist.

Daraus ergibt sich bereits handwerklich eines der Hauptprobleme des Films. Das Werk gibt sich nicht damit zufrieden, zwei malaiische Völker aufeinanderprallen zu lassen, nein, es müssen auch noch die beiden Weltreiche der Römer und Chinesen einbezogen werden, die sich hier auf Augenhöhe begegnen und über eine Hochzeit tatsächlich auch noch politisch miteinander verbunden werden sollen. Was anfangs noch wie ein eher unglaubwürdiges historisches Szenario anmutet, driftet durch die Einbindung magischer Amulette, die Unverwundbarkeit verleihen, schnell in den Fantasybereich hinüber. Die Geschichte wird immer unglaubwürdiger, während das schmale Budget gleichzeitig auch mit der Großmannssucht des aufgespannten geschichtlichen Rahmens nicht mehr Schritt halten kann. Weltreiche prallen aufeinander, aber abgesehen von massiv digital duplizierten Schiffen gibt es in den seltenen Kampfsequenzen doch immer nur Dutzende von Kriegern zu sehen, die miteinander fechten, aber eben keine Heerscharen aus vier verschiedenen Königreichen. Dabei schwankt der Film auch in seiner Ausrichtung unentschlossen hin und her. So wurde er eben auch von Anfang an für westliche Märkte konzipiert. Das schlägt sich neben der im Originalton halb englischen und halb malaysischen Sprachfassung u.a. auch in dem westlichen, römischen Helden Marcus Carpenius wieder, jedoch werden diese Zuschauer durch die fernöstliche Mythologie und die ausgewalzte Erzählung, inklusive massivem nationalistischen Pathos, eher verschreckt.

Aber auch hier kennt der Film inhaltlich noch keine Grenzen, denn es entspinnt sich zudem noch eine doppelte Romanze, einerseits zwischen den beiden adligen Abkömmlingen, andererseits vor allem zwischen Merong und einem weiblichen Opfer der Garuda. Dadurch bleibt lediglich noch Zeit für zwei größere Actionsequenzen voller blutiger Nahkämpfe, wovon die eine allerdings bereits den relativ ausführlichen Showdown darstellt. Leider wirkt die Choreographie, trotz der Einschaltung eines Spezialistenteams aus Hongkong, ebenso wenig überzeugend wie das massiv eingefügte Computerblut und diverse CGI-Effekte, was allerdings auch der hektischen Kameraführung und der videoclipartigen Schnitttechnik geschuldet ist. Auch Ideen wie ein antiker Laser, ein notgeiler Pirat oder ein Held, der sich innerhalb kürzester Zeit vom rauflustigen Stelzbock zum pathetische Reden dreschenden Freiheitskämpfer und König aufschwingt, der dann auch noch im Alleingang Hunderte von Gegnern tötet, sorgen nicht gerade für Authentizität, Glaubwürdigkeit oder Nachvollziehbarkeit der Darstellung. Da sich das Zwischenspiel bis zum Finale außerdem wie ein Kaugummi endlos in die Länge zieht, verharrt auch der Unterhaltungswert des eher banal-trashigen Werkes in niederen Regionen.

Digitale Aufarbeitung:
Die Bildschärfe der Blu-ray hinterlässt einen wirklich guten Eindruck, überzeugt auch in der Detailzeichnung und bietet zumindest gegen Ende auch einige plastische Einstellungen. Die Farbgebung wirkt außerdem sehr kräftig, wird allerdings teilweise bewusst verfremdet, z.B. durch überzogene Entsättigung, was nicht immer die intendierten positiven Effekte realisiert. Bildrauschen ist kaum wahrnehmbar, der Kontrast gibt sich ausgewogen und die Vorlage ist auch frei von Verschmutzungen oder Beschädigungen. Beide DTS-HD-Master-Audio-5.1-Tonspuren überzeugen mit guter Verständlichkeit, enttäuschen aber hinsichtlich ihrer Abmischung, da der Soundtrack einfach zu dominant hervorgehoben wurde und z.B. auch in den spärlichen Actionsequenzen jeden Anflug von Dynamik oder direktionalen Effekten übertönt.

Auf der Blu-ray befinden sich der deutsche Trailer, der Originaltrailer, ein deutscher Promotrailer, ein kurzes und sehr oberflächliches, deutsch untertiteltes Making Of (7:41), ein Behind-the-Scenes-Feature (19:20), ebenfalls deutsch untertitelt, und das schnulzige Musikvideo zum Film (4:45) von dem malaisischen Sänger Shahrul Anuar Zain, zum einen in der einheimischen und zum anderen in der englischen Fassung. Leider ist auch das Behind-the-Scenes-Feature nicht besonders informativ ausgefallen und gewährt kaum tiefere Eindrücke in den Entstehungsprozess des Films. Außerdem strotzt es vor gegenseitigen Beteuerungen der Wertschätzung aller Interviewten und enthält zudem eine gehörige Portion Selbstüberschätzung bezüglich der gesamten Produktion. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.

Fazit:
„Clash of Empires“ ist ein pseudohistorischer Fantasyfilm vor mythologischem Hintergrund, der sich angesichts seines eher bescheidenen Budgets sowohl inhaltlich als auch handwerklich vollkommen verhebt. Die Computereffekte enttäuschen größtenteils, die wenigen Kampfsequenzen sind zu hektisch geschnitten und das Drehbuch versucht vergeblich, neben Fantasy- und Actionelementen auch noch eine emotionale Romanze und die pathetische Darstellung eines völkereinigenden Freiheitskampfes innerhalb eines unterhaltsamen Gesamtwerks zu vereinen. Technisch kann die Blu-ray hingegen zumindest in visueller Hinsicht voll überzeugen, während die Tonabmischung und das Bonusmaterial keine Begeisterungsstürme auslösen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
109:16 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Englisch / Malaysisch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Deutscher Trailer
  • Originaltrailer
  • Promotrailer
  • Making Of
  • Behind the Scenes
  • Musikvideo: Anuar Zain (1. Englisch / 2. Malaysisch)
Clash of Empires - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Clash of Empires
The Malay Chronicles: Bloodlines

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Magie, Piraten, Römer, Fernöstliche Mythologie, Romanze, Fantasy - aber die Mixtur aus diesen Elemente stimmt einfach nicht!


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Malaysia, 2011
Regie:
Yusry Kru
Drehbuch:
Yusry Kru, Amir Hafizi
Darsteller:
Stephen Rahman Hughes, Gavin Stenhouse, Jing Lusi, Craig Fong, Henrik Norman, Ummi Nazeera, Rahim Razali, W. Hanafi W. Su, Khir Rahman, Jehan Miskin

Label Deutschland :
Ascot Elite
Verkaufsstart Deutschland :
27.09.2011