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DVD-Besprechung - Space Rangers - Fort Hope
Story:
Im Jahr 2104 hat sich die Menschheit über weite Teile der Galaxis ausgebreitet und am Rande des von Menschen besiedelten Universums liegt der Außenposten „Fort Hope“. Dieser wird von Commander Chennault (Linda Hunt) geleitet, die über eine bunt zusammengewürftelte Truppe von Space Rangern verfügt, die als Weltraumpolizisten und Ordnungskräfte mit weitreichenden Befugnissen agieren und somit Recht und Ordnung auch im tiefsten Weltraum Geltung verschaffen. Leiter des Teams ist der wagemutige Captain Boon (Jeff Kaake) und seine Mitstreiter sind die toughe Pilotin JoJo (Marjorie Monaghan), der telepathisch begabte Grakka-Krieger Zylyn (Cary-Hiroyuki Tagawa), der junge Heißsporn Daniel Kincaid (Danny Quinn), der halbe Cyborg und Bordmechaniker Doc Kreuger (Jack McGee) und der kreative Wissenschaftler Dr. Mimmer (Clint Howards). Die schlimmsten Gegner der Space Ranger sind dabei neben der außerirdischen Rasse der Banshies und dem eiskalten, schleimigen Schmugglerkönig Isogul (Richard Grove) und seinen Spießgesellen auch Budgetkürzungen oder Paragraphenreiter wie Colonel Erich Weiss (Gottfried John).
Meinung zum Film:
„Space Rangers“ wurde von Pen Densham („Robin Hood – König der Diebe“) erdacht bzw. konzipiert und sollte den verloren geglaubten Abenteuerdrang und Forschergeist in das TV-Science-Fiction-Umfeld zurückbringen. Dabei ist die gesamte Serie offensichtlich ein deutlicher Verweis auf den Wilden Westen und somit die Verortung am Rande der bekannten Zivilisation auch keineswegs zufällig ausgewählt. Obwohl es die CBS-Serie in den Jahren 1993-1994 lediglich auf sechs Folgen mit einer Laufzeit von jeweils 46-47 Minuten brachte, wurde im Vorfeld keineswegs gekleckert, sondern eher geklotzt. So zeichnete beispielsweise „Industrial Light & Magic“ (ILM) von George Lucas für einen Teil der visuellen Effekte verantwortlich und der mehrfach oscarnominierte deutsche Komponist Hans Zimmer („Der König der Löwen“) lieferte den Soundtrack zur Serie. Neben Hauptdarstellern wie der lediglich 1,45m großen Linda Hunt („Ein Jahr in der Hölle“), Clint Howard („C2 - Killerinsect“) und dem Deutschen Gottfried John („Carlos“) gibt es innerhalb der Serie auch prominente Gastauftritte von Schauspielern wie Wings Hauser („Nachtratten“), Noriyuki „Pat“ Morita („Karate Kid“) oder Richard Grove („Die Armee der Finsternis“). Ihre deutsche Premiere feierte die Serie sehr zeitnah bereits am 29. Juni 1994 auf dem Privatsender ProSieben und lief dort mit durchaus ordentlichen Einschaltquoten. Die vorliegende Veröffentlichung der kompletten Serie wird in einem flatschenfreien Schuber ausgeliefert. Im Inneren befinden sich drei DVDs, die auf zwei Slim-Cases, allerdings mit FSK-Flatschen und ohne Wendecover, verteilt wurden.
„Space Rangers“ ist keine bierernste, technologiefixierte Science-Fiction-Serie, bei der emotionslose Eierköpfe innerhalb futuristisch-durchgestylter Hochglanzkulissen in selbstverliebter Tiefgründigkeit pseudo-philosophische Dialoge über das Schicksal der Menschheit bestreiten. Vielmehr lebt die Serie von ihren kantigen Typen, den eher mitgenommen wirkenden Locations sowie der zugehörigen improvisierten Ausrüstung, unterschwelligem Humor und einer gehörigen Portion Abenteuerlust. Die Serie besitzt erzählerisch keinen durchgehenden roten Faden, es gibt aber durchaus Bezüge auf vergangene Folgen und auch einige Figuren, wie z.B. Isogul, die Inkarnation alles Bösen, taucht in mehreren Episoden auf. Dabei wird in jeder Folge auch eine Moral von der Geschicht, z.B. über Loyalität und Freundschaft, präsentiert und es werden Bezüge zu realen gesellschaftlichen Problemfeldern, wie der Arbeitslosigkeit, der fortschreitenden Automatisierung, oder grassierenden Mustern von Rassismus, hergestellt. Was die Macher dabei jedoch niemals aus den Augen verloren, war der Unterhaltungswert. Denn auch wenn die Serie heutzutage sicherlich für ihre Drehbücher keinen Oscar mehr gewinnen würde und einige der Spezialeffekte, trotz netter Raumschiffmodelle, guter Make-up-Effekte und phantasievoller Locations, etwas betagt erscheinen, so stimmt bei dieser Serie doch immer das Mischverhältnis der einzelnen aufgewendeten Ingredenzien.
Zunächst besitzt jede der Hauptfiguren ein eigenes Profil mit Ecken und Kanten, aber auch die Chemie im Team wirkt stimmig und ebenso werden die Beziehungen zwischen den Charakteren glaubwürdig aufbereitet. Zwar dominieren die Menschen hier nicht nur zahlenmäßig, allerdings wird auch den verschiedenen Alienrassen und intergalaktischen Ausflügen, meistens anlässlich von Befreiungs- oder Rettungsmissionen, bei denen ein Ranger aber auch durchaus schonmal zur Waffe greifen darf, ausreichend Spielzeit gewährt. Auf jeden Fall verbreitet „Space Rangers“ stets das Gefühl der unendlichen Weiten des Kosmos und nutzt den Weltraum keineswegs nur als Projektionsfläche für handelsübliche TV-Serienmuster. Der Zuschauer hat weiterhin nie das Gefühl, dass die Drehbuchautoren einfach nur die Spielzeit der einzelnen Folgen ausfüllen wollten, sondern es ist an vielen kleinen Details erkennbar, dass hier durchaus noch genug Ideen und Einfallsreichtum für deutlich mehr als nur sechs Episoden vorhanden gewesen wären. Auch der lakonische Humor und die auflockernde Selbstironie aller Beteiligten bürgen für kurzweilige Unterhaltung und finden in der Spielfreude der gut aufgelegten Akteure ihre zugehörige Entsprechung.
Digitale Aufarbeitung:
„Space Rangers“ hat mittlerweile beinahe 20 Jahre auf dem Buckel und macht auch auf DVD keineswegs einen taufrischen Eindruck. Die Schärfe macht aber für eine ältere TV-Produktion einen durchaus ordentlichen Eindruck und auch die Farbgebung wirkt relativ natürlich und ausdrucksstark. Problematisch ist jedoch das schon recht erhebliche Bildrauschen, das die gesamte Szenerie überlagert. Dafür ist die Vorlage allerdings auch frei von Beschädigungen oder Verschmutzungen. Die Kontrastwerte schlagen sich im großen und ganzen wacker, die Kompression macht sich allerdings gelegentlich bemerkbar. Die beiden Dolby-Digital-2.0-Tonspuren hinterlassen ebenfalls einen soliden Eindruck, sind ausgewogen abgemischt und besitzen eine gute Verständlichkeit. Während der Soundtrack zur Serie durchaus eine gewisse Dynamik entwickelt, sollten bei dieser schon etwas betagteren Produktion allerdings keine Surround-Wunder erwartet werden. Untertitel gibt es nicht.
Auf der zweiten DVD befindet sich ein deutscher Trailer zur Serie. Weiterhin liegt der Veröffentlichung ein interessantes 30-seitiges Booklet bei, das Hintergrundinfos zur Serie, den Hauptfiguren und den Synchronsprechern, einen Episodenführer, ein Interview mit dem Serienerfinder Pen Densham, ein weiteres mit David Burton Morris, der bei drei Episoden Regie führte, und ein drittes Interview mit Hauptdarsteller Jeff Kaake beinhaltet.
Fazit:
„Space Rangers“ ist eine unterhaltsame und humorvolle Science-Fiction-Serie, die sich bewusst an das Szenario des Wilden Westens anlehnt und die Abenteuerlust sowie den Pioniergeist erfolgreich in die endlosen Weiten des Weltraums verpflanzt. Besonders bei den Darstellern und den alles andere als stromlinienförmigen Charakteren hatten die Macher der Serie ein gutes Händchen, aber auch die Make-up-Effekte, Locations und Raumschiffmodelle sind heute immer noch aller Ehren wert. Technisch wurde die Serie in der vorliegenden Veröffentlichung zufriedenstellend aufbereitet und bietet in Form des ausführlichen Booklets auch einige interessante Hintergrundinformationen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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6 Folgen à ca. 46-47 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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- 30-seitiges Booklet
- Deutscher Trailer zur Serie
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Space Rangers
Space Rangers
Der Weltraum hat seine eigenen Gesetze, aber wie im Wilden Westen vertritt diese am besten ein Ranger
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Regie: Mikael Salomon, David Burton Morris, Ben Bolt, Thom Eberhardt Drehbuch: Pen Densham, Jay Roach, Herbert Wright, Gregory Widen, Ed Spielman, Howard Spielman, Jess Hugh Mann, Gavin Scott Darsteller: Jeff Kaake, Jack McGee, Marjorie Monaghan, Linda Hunt, Cary-Hiroyuki Tagawa, Danny Quinn, Clint Howard, Gottfried John, Richard Grove, Wings Hauser, Pat Morita, Tony Amendola, Claudia Christian, Sherman Howard, Buddy Hackett, Leon Russom, James Lew
Label :
fernsehjuwelen
Verkaufsstart : 23.09.2011
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