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DVD-Besprechung - Cold Prey III - The Beginning
Story:
Wenn ein kleiner Junge eine hässliche Narbe im Gesicht trägt, dann ist dies schon nicht einfach für ein Kind. Wenn dann aber dessen Stiefvater Gunnar dieses Kind hasst, ablehnt und misshandelt, wird das Kinderleben fast unerträglich. Da Mutter Sigrid ihren Sohn auch nicht gegen Gunnar verteidigt, geht in dem Jungen irgendwann etwas kaputt und sein gesamtes Denken schaltet auf Rache um. Er tötet die beiden und auch zwölf Jahre danach hat er sich noch nicht beruhigt, was eine Gruppe von sechs jungen Leuten noch zu spüren bekommen soll.
Meinung zum Film:
Mit „Cold Prey 3 – The Beginning“ wird ein Prequel zur Horrorserie angeboten, welches die Ursprünge des Mannes mit der Spitzhacke aufzeigen soll. Herausgekommen ist allerdings eher ein unausgewogenes Ergebnis. Sicherlich wird zu Beginn erklärt, warum der junge Mann so gestört ist. Er ist das Produkt von Missbrauch und Gewalt durch seinen Vater, während seine Mutter sich nie schützend vor ihren Jungen gestellt hat. Das kindliche Urvertrauen wurde nie belohnt und letztlich half er sich selbst und setzte einen aggressiven Schlusspunkt unter seine missratene Kindheit. Im Ergebnis wird er zu einem Soziopathen, der seinen Mitmenschen keinerlei Mitgefühl entgegen bringt, was ihm bei seinem blutigen Handeln sehr zu Gute kommt. Niemand soll Freude haben, denn er hatte sie schließlich auch nicht. In der Konsequenz muss also letztendlich jeder sterben der seinen Spaß hat.
Nach zehn Minuten ist dieser Teil aber abgefrühstückt und das Zehn-Kleine-Negerlein-Prinzip beginnt langsam. Der Film entwickelt sich eher gemächlich und erst ab der Filmhalbzeit wird das Erzähltempo erhöht. Was dann allerdings kommt ist nicht großartig anders als bei den beiden Vorgängerfilmen. Eigentlich ist es sogar schlechter, da der Zuschauer sogar weiß, wie der Film ausgehen wird. Die Inszenierung ist zwar solide, doch das Filmthema ist hinlänglich bekannt. Ein Killer dezimiert eine Gruppe von jungen Leuten, damit lockt niemand mehr wirklich einen Zuschauer an. Es müssten schon einige Innovationen vorhanden sein, die ein Hinsehen rechtfertigen. Da dies hier nicht der Fall ist, kann „Cold Prey 3 – The Beginning“ auch nicht mit besonderen Überraschungen aufwarten.
Eine weitere Schwäche ist die Einfallslosigkeit bei den Attacken auf die jungen Leute. Auch hier hat sich die Regie bzw. das Drehbuch keine echten Gedanken gemacht. Zack und weg, es erfolgt stets nur eine schnelle Abfertigung. Nebenbei wird natürlich fleißig gekreischt und um Gnade gefleht. Die Charaktere der Opfer sind sehr blass geblieben und es gibt keine echte Identifikationsfigur. Das ist natürlich nicht sonderlich gut, denn der Zuschauer wird mehr mitgenommen, wenn er um das Leben wenigstens einer Figur mitbibbern darf. Dies entfällt hier ebenfalls. Die Filmsets sehen aus wie der typische Backwoodhorror und die genretypische Schmuddeloptik wird ganz gut getroffen. Die Spezialeffekte sind hingegen eher einfach ausgefallen.
Digitale Aufarbeitung:
Die Szenen bei Tageslicht sehen optisch gut aus und verfügen zudem über eine ordentliche Bildschärfe. Bei den vielen dunklen Szenen verkehrt sich dies ins Gegenteil, denn ein unangenehmes Bildrauschen füllt den Bildschirm und auch der Kontrast fällt so schwach aus, dass sich Konturen verlieren. Die Farben wirken sehr erdig, was zum Thema Backwoodhorror passt. Der Ton ist etwas unausgewogen, denn die Dialoge klingen normal, aber der einsetzende Score ist zu intensiv gewählt, was zu einer Disharmonie führt.
Knapp fünf Minuten dauert der Blick hinter die Kulissen was etwas zu wenig ist um wirklich interessante Endrücke zu erlangen. Hinzu kommen noch der deutsche Trailer, der Originaltrailer und ein Teaser.
Fazit:
„Cold Prey 3 – The Beginning“ kann den Fans der Serie empfohlen werden. Den meisten Zuschauern wird allerdings hinlänglich bekannte Horrorkost serviert, der ganz einfach echte Innovationen fehlen. Ein bisschen mehr Mut seitens der Macher und das Ergebnis wäre letztendlich wesentlich wohl bekömmlicher ausgefallen. Auf der technischen Seite ist die optische Umsetzung zudem nicht optimal gelungen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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93:41 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Norwegisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Teaser
- Trailer
- Hinter den Kulissen
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Cold Prey III
Fritt vilt III
Ein Prequel, das gegenüber seinen zeitlichen Nachfolgern auch wirklich alt aussieht
Autor der Besprechung:
Jörg Hesse
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Norwegen, 2010 Regie: Mikkel Braene Sandemose Drehbuch: Lars Gudmestad, Peder Fuglerud Darsteller: Ida Marie Bakkerud, Kim S. Falck-Jorgensen, Pal Stokka, Julie Rustie, Arthur Berning, Sturla Rui, Endre Hellestveit, Terje Ranes
Label :
Planet Media
Verkaufsstart : 04.10.2011
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