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DVD-Besprechung - Die Rückkehr der Zeitmaschine
Story:
Deutschland, 1925: Der Internist Dr. Beilowski (Klaus Schwarzkopf) macht bei einem Antiquariatsbesuch eine sensationelle Entdeckung und stößt auf die legendäre Zeitmaschine des literarischen Science-Fiction-Pioniers H.G. Wells. Nach der Anlieferung in sein Haus ruft er drei enge Vertraute zu sich, um ihnen dieses Wunder zu enthüllen. Dabei handelt es sich um seinen Studienkollegen bzw. den Historiker und Parlamentarier der „Partei unaufhaltsamen Fortschritts“ Professor Danzke (Siegfried Wischnewski), seinen ehemaligen Patienten, den Ingenieur Helmut Pfeil (Frank Hoffmann), und seinen Schwager, den Psychiater Dr. Risolani (Peter Pasetti). Die potenziellen Gefahren des Zeitreisens lassen Beilowskis geplantes Experiment mit der Maschine jedoch vorerst platzen, bis sich schließlich in Person des Werkmeisters Walter Heinrich Wernesberger (Nicolas Lansky) doch noch ein geeigneter Proband zu finden scheint, der bereit ist, 100 Jahre in die Zukunft zu reisen.
Meinung zum Film:
„Die Rückkehr der Zeitmaschine“ ist eigentlich ein etwas unglücklich gewählter deutscher Titel. So bezieht sich der vorliegende Film natürlich auf den Roman „Die Zeitmaschine“ des englischen Schriftstellers H.G. Wells („Der Krieg der Welten“) und gleichzeitig sieht dieses „Gefährt“ auch tatsächlich so aus wie in der entsprechenden Verfilmung von George Pal („Atlantis, der verlorene Kontinent“) aus dem Jahr 1960. Jedoch existiert eine Buchfortsetzung und partielle Parodie dieses Sci-Fi-Klassikers von Egon Friedell, die zunächst 1946 unter dem Titel „Die Reise mit der Zeitmaschine“ erschien, später aber vom Diogenes Verlag in „Die Rückkehr der Zeitmaschine“ umbenannt wurde. Das vorliegende Fernsehspiel aus dem Jahr 1983 basiert jedoch abweichend auf einer Vorlage von Günter Kunert („Der Schiedsrichter“) und wurde von Jürgen Klauss („Der Rosenhain“) für den Saarländischen Rundfunk realisiert. In den Hauptrollen dieser Produktion agieren Klaus Schwarzkopf („Einer von uns beiden“), Siegfried Wischnewski („Ein Heim für Tiere“), Frank Hoffmann („Minna von Barnhelm“), Peter Pasetti („Der Fälscher“), Jan Nygren („Die Brüder Löwenherz“) und Nicolas Lansky („König der letzten Tage“).
„Die Rückkehr der Zeitmaschine“ ist im Grunde zunächst wie ein Kammerspiel angelegt, das zum einen nur über vier bis fünf Hauptpersonen verfügt und zum anderen fast durchgängig lediglich in der Wohnung von Dr. Beilowski spielt. Dabei spielt die Praxis des Zeitreisens keine wirklich große Rolle, da zwar in der Tat eine entsprechende Person ausgewählt wird und auch ihre Reise antritt, deren Erlebnisse jedoch weder dargestellt, noch später geschildert werden. Das liegt ganz einfach daran, und das stellt wohl eine entscheidende Besonderheit des Films dar, dass nach etwa 56 Minuten die Zeitmaschine zurückkehrt, jedoch mit einem anderen Passagier und zwar aus der Zukunft. Nun lässt die Thematik des Zeitreisens große Freiräume für eine filmische Erzählung und auch die Anwesenheit einer Person aus der Zukunft schafft Raum für Innovationen, leider wird aber nie so ganz deutlich, was die Macher des Films eigentlich genau mit ihrer Produktion beabsichtigt hatten. So geht der Film keineswegs bierernst an die Materie heran, sondern ist partiell eher satirisch angelegt. Bereits die Figuren, allen voran Professor Danzke, sind sehr übertrieben angelegt und verfolgen in geradezu entlarvender Weise bestimmte Eigeninteressen. Sobald jedoch der Reisende ausgewählt werden soll, regiert statt großer Reden nur noch die Feigheit und gerade die beinahe Nötigung des armen Wernesbergers zum Piloten der Maschine entbehrt nicht einer gewissen Komik.
Andererseits werden aber auch immer wieder philosophische und moralische Aspekte des Zeitreisens durchaus ernsthaft thematisiert. Wer allerdings tiefgründige und mitreißende Diskussionen erwartet, sollte besser zu „The Man from Earth“ von Richard Schenkman greifen. Denn irgendwie fehlt es dem vorliegenden Film einfach an einer klaren Linie. Das zeigt sich bereits an der Einführung, die sich endlos Zeit lässt, bis überhaupt erst mal die eigentliche Zeitmaschine enthüllt wird, obwohl dieser Sachverhalt doch bereits durch die ersten zwei Zeilen der Inhaltsangabe zum Film bekannt war. Aktiviert wird die Apparatur dann erstmals nach 45 Minuten und zwar mit Effekten aus der Mottenkiste des Kinos, so dass sich der Zuschauer auch hier fragen muss, ob hier eine Hommage auf den alten Film vorliegen soll oder ob einfach dermaßen wenig Geld zur Verfügung stand, dass tatsächlich solch peinliche Spezialeffekte verwendet werden mussten. Auch das spätere Potenzial eines Verhörs des Zeitreisenden im Hinblick auf zukünftige Entwicklungen wird leider nicht genutzt. Merkwürdig ist aber auch im Verlauf dieser Befragung wieder, wie Inhalt und Form inszenatorisch vollkommen auseinanderfallen. Was der gute Morges (Jan Nygren) da über die Zukunft zum Besten gibt, klingt inhaltlich eher apokalyptisch, formal entfalten seine merkwürdige Syntax und Ausdrucksweise aber eher eine belustigende Wirkung. Auch mit dem Ende des Films wird der Zuschauer dann ziemlich alleine gelassen. Somit bleibt völlig offen, ob es sich hier nun um ein Drama, eine Parabel, oder schlichtweg um Satire im Science-Fiction-Gewand gehandelt haben soll.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild verfügt für einen 27 Jahre alten Fernsehfilm über eine natürliche, zeitgenössische Farbgebung und eine zufriedenstellende Schärfe. Die Vorlage ist sauber und die Kontrastwerte präsentieren sich ausgeglichen. Lediglich das deutliche Bildrauschen und stärkeres Kantenflimmern stellen kleinere Schönheitsfehler dar. Die dialoglastige deutsche Dolby-Digital-2.0-Tonspur überzeugt mit guter Verständlichkeit und einer ausgewogenen Abmischung.
Auf der DVD befindet sich keinerlei Bonusmaterial. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.
Fazit:
„Die Rückkehr der Zeitmaschine“ ist ein merkwürdiger Film, bei dem Form und Inhalt eigentlich nie eine sinnvolle Einheit ergeben. Mal wirkt der Film wie eine Satire, dann wieder wie eine Hommage an alte Science-Fiction-Filme und schließlich beinahe wie eine abschreckende Lehrstunde über Abgründe des menschlichen Wesens. Technisch macht die DVD einen ganz ordentlichen Eindruck, weiterführendes Bonusmaterial gibt es allerdings leider überhaupt nicht.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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114:04 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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Die Rückkehr der Zeitmaschine
Die Rückkehr der Zeitmaschine
Der Zuschauer verliert bei diesem gemächlichen Film viel Zeit, die er besser zum Reisen nutzen sollte...
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 1984 Regie: Jürgen Klauss Drehbuch: Günter Kunert Darsteller: Klaus Schwarzkopf, Peter Pasetti, Nikolas Lansky, Siegfried Wischnewski, Jan Nygren, Frank Hoffmann, Brigitte Dryander
Label :
Pidax film
Verkaufsstart : 07.10.2011
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