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DVD-Besprechung - Sanctum
Story:
Ein Taucherteam unter der Führung von Unterwasserexperte Frank McGuire (Richard Roxburgh) und finanziell unterstützt von dem Millionär Carl Hurley (Ioan Gruffudd), will den District Esa`ala in Papua Neuguinea erkunden, der das größte Unterwasser-Höhlensystem der Welt beherbergt. Franks Sohn Josh (Rhys Wakefield) ist auch mit von der Partie, jedoch eher unfreiwillig, da ihn sein Vater seit seiner Kindheit zu diesen Expeditionen mitschleppt. Als durch einen Unfall ein Teammitglied stirbt, soll die Expedition abgebrochen werden. Aber ein Sturm zwingt die Gruppe wieder in die Höhle zurück, die sich jedoch langsam mit Regenwasser füllt. Der einzige Weg nach draußen scheint durch die Unterwasserhöhlen zu führen. Doch wie sich schnell herausstellt, ist dieser Weg nicht gerade ungefährlich.
Meinung zum Film:
Neben „Abyss – Abgrund des Todes“ ist „Sanctum“ nun schon das zweite Unterwasser-Projekt von Hobby- Taucher und Produzent James Cameron („Avatar“). Obwohl er hier nicht selbst, sondern Alister Grierson („Kokoda“) auf dem Regiestuhl saß, ist Camerons Einfluss auf den Film deutlich spürbar. Im Vordergrund stehen die unglaublich schönen Landschaftsaufnahmen zu Beginn des Films und die Unterwasseraufnahmen in den Höhlensystemen. Für die dazwischen stehende Handlung zeichnen der Tauchspezialist John Garvin, der mit „Sanctum“ sein Debüt als Drehbuchautor gab, und Dokumentarfilmer Andrew Wight („Shark Attack: A Survival Guide“) verantwortlich. Dies erklärt vermutlich auch die teils magere und teils überdramatisierte, klischeehafte Handlung und die schwachen Dialoge. Dabei sollte erwähnt werden, dass Wight selbst 1988 wegen eines Wirbelsturms in einer Höhle feststeckte, und diese Erlebnisse nun im Drehbuch auf gearbeitet hat.
Zur Verteidigung der miesen schauspielerischen Leistung sollte gesagt werden, dass die Darsteller allesamt Opfer der schlechten Dramaturgie und der schwachen Dialoge zu sein scheinen. Richard Roxburgh („Stealth – Unter dem Radar“), der den Teamleiter der Expedition Frank McGuire spielt, erscheint dem Zuschauer noch am ehesten als fähig dazu, das Beste aus seiner Rolle zu machen. Durch seine glaubwürdige Mimik schafft er es, dem Zuschauer einen Einblick in das Innere der Rolle zu gewähren. Seinen Sohn spielt Rhys Wakefield („Broken Hill“), der jedoch ein wenig unterfordert wirkt. Er agiert den gesamten Film über demotiviert und künstlich. Es ist schon schade zu erleben, wie das Drehbuch diese eigentlich talentierten Schauspieler dazu zwingt, einen Konflikt zwischen Vater und Sohn zu mimen, der pathetischer nicht hätte ausfallen können. Es wirkt geradezu lächerlich und unglaubwürdig, wenn die beiden eine steile Bergwand erklimmen und sich dabei gegenseitig Gedichte vortragen.
Bei aller Kritik an der faden Handlung werden durch die schlechten Dialoge auch viele Ereignisse für den Zuschauer vorhersehbar, wodurch kein richtiger Spannungsbogen entstehen kann. Wenn eine der Darstellerinnen erwähnt, dass sie schon seit 17 Tagen kein Tageslicht mehr gesehen hat und völlig übermüdet ist, wirkt ihr kurz darauf folgender Tod weniger überraschend als von den Machern geplant. Ein Darsteller kann jedoch voll und ganz überzeugen und das ist die Höhle selbst, die durch die unglaublichen Aufnahmen zu mehr als einer reinen Kulisse wird. Beleuchtung und Kamera passen sich ganz der natürlichen Umgebung an, so dass der Zuschauer einen einmaligen Blick auf eine Welt erhält, die er so normalerweise nur in Dokumentationen zu sehen bekommen würde. Es bleibt abzuwarten, ob Cameron aus der negativ Erfahrung von „Sanctum“ gelernt hat, wenn er sein nächstes Unterwasser-Projekt „The Dive“ realisiert, das für 2012 geplant ist.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist hervorragend. Die Farben gestalten sich kräftig und natürlich, wobei die Konturen scharf begrenzt sind. Der Kontrast hält auch durchgehend ein gutes Niveau, was vor allem bei den Aufnahmen in den dunklen Höhlen positiv auffällt. Der Ton klingt klar und gleichmäßig aus allen Boxen. Auch der Mix zwischen Musik, Dialogen und Hintergrundgeräuschen ist angenehm gelungen.
Die DVD bietet eine Menge Extras. Ein ca. 30 minütiges Making Of zeigt die Drehaufnahmen in den Höhlen und gibt den Schauspielern Richard Roxburgh, Rhys Wakefield und Ioan Gruffudd, Produzent James Cameron und Regisseur Alister Grierson die Möglichkeit, sich über die anstrengende Arbeit unter Wasser, die Zusammenarbeit mit den Kollegen und der Suche nach den richtigen Kulissen zu äußern. Zwei kleinere Zusammenschnitte des Making Ofs, sogenannte Featurettes, mit dem Fokus auf den realen Kulissen des Films, den Höhlen und der Erfahrung in diesen gefangen zu sein, schließen sich den Extras an. Interviews mit den Darstellern, Produzent Cameron und Drehbuchautor Andrew Wight sind ebenfalls vorhanden. Einen Blick hinter die Kulissen kann der Zuschauer in einem 15 minütigen Zusammenschnitt erleben. Eine ausführliche Darstellerinfo schließt die Extras ab. Der DVD liegt weiterhin auch noch ein kleines Booklet mit Darstellerinformationen bei.
Fazit:
„Sanctum“ ist ein Film mit wahrhaft einzigartigen Naturaufnahmen, deren Darstellung jedoch leider auf Kosten der Handlung geht. Eine teils schwache, teils übertriebene Story, gespickt mit schlechten Dialogen, deren einziger Zweck die Vorhersehbarkeit der Ereignisse zu sein scheint, senken die Qualität des ansonsten annehmbaren Films, der anscheinend lieber eine Dokumentation geworden wäre. Durch den fehlenden Spannungsbogen stellt sich beim Zuschauer schnell Langeweile ein, die durch die schwache schauspielerische Leistung noch verstärkt wird. Insgesamt gesehen ist der Film vielleicht ein Tipp für Unterwassersportler, jedoch nicht für den normalen, an einer Handlung interessierten Zuschauer.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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107:43 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Making Of
- Featurette "Ein Blick ins Innere"
- Featurette "Dreharbeiten in Höhlen"
- Interviews mit Cast und Crew
- Blick hinter die Kulissen
- Darstellerinfo
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Sanctum
Sanctum
Tolle Kulisse, schlechte Story!
Autor der Besprechung:
Yatiker Yildiz
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA / Australien, 2011 Regie: Alister Grierson Drehbuch: John Garvin, Andrew Wight Darsteller: Richard Roxburgh, Ioan Gruffudd, Rhys Wakefield, Alice Parkinson, Dan Wyllie, Christopher Baker, Nicole Downs, Allison Cratchley, Cramer Cain, Andrew Hansen, John Garvin, Sean Dennehy, Nea Diap
Label :
Constantin Film
Verkaufsstart : 06.10.2011
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