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DVD-Besprechung - Poirot - Collection 8
Story:
Der belgische Meisterdetektiv Hercule Poirot (David Suchet) kann sich bei der Lösung der kniffligsten Mordfälle auf seine kleinen grauen Zellen verlassen. Bei seinen Ermittlungen wird er von seiner Assistentin Miss Lemon (Pauline Moran), seinem alten Freund Captain Hastings (Hugh Fraser) und Chief Inspector Japp (Philip Jackson) von Scotland Yard unterstützt.
Meinung zum Film:
Mit der "Poirot - Collection 8" geht Anbieter Polyband erneut in Vorkasse gegenüber den Fans, die schon sehnsüchtig auf weitere Abenteuer des belgischen Meisterdetektivs warten. Mit der "Poirot - Collection 5" waren alle für das Fernsehen synchronisierten Folgen veröffentlicht. Weiteren Staffeln lagen nur noch in englischer Sprache vor, was für eine Veröffentlichung auf dem deutschen Markt nur geringe Aussichten auf Erfolg vermuten ließ. Seitens des Anbieters wurde der Versuch unternommen, eigens für die Veröffentlichung auf DVD eine neue, hochwertige Synchronisation anfertigen zu lassen. Ein Wagnis, denn die nicht ganz unerheblichen Kosten einer gehobenen Synchronisation müssen durch einen eher kleineren Titel wie "Poirot" erst einmal wieder eingespielt werden. Doch offensichtlich ist die Rechnung des Verleihs, genügend Boxen absetzen zu können aufgegangen. Mit der "Poirot - Collection 8" steht nun die 3. Box in den Verkaufsregalen, in der die Staffeln 7 und 8 der britischen TV-Serie zusammen gefasst wurden. Beide Staffeln bestehen aus jeweils zwei Fällen in Spielfilmlänge.
Der erste Fall in der Box ist "Alibi", der vielen unter dem Originaltitel "The Murder of Roger Ackroyd" bekannt sein dürfte und zu den bekannteren Werken Agatha Christies zählt. Bei der Folge handelt es sich um ein wunderbar in Szene gesetztes Who-Dunnit-Szenario, in dem der Zuschauer wie gewohnt heiter mitraten darf wer Roger Ackroyd ermordet hat. Die Auflösung, die sehr überraschend daher kommt, stellte seinerzeit einen Bruch mit Konventionen beim Verfassen von Krimis dar, da Agatha Christie sich eines interessanten Tricks in ihrer Erzählung bediente. Besonders schön kommt die Detailverliebtheit bei der Darstellung des alten Britanniens zur Geltung. Vor allem die Fabrik von Roger Ackroyd bietet ein imposantes Bild und lässt ein weiteres Stück des alten Englands wieder auferstehen. Eine Besonderheit an diesem Fall ist auch, dass Poirot sich zunächst als Rentner in die Kleinstadt zurückgezogen hat. Später muss er sich aber eingestehen, dass er für die Pension noch nicht bereit ist. Dieser Teil der Geschichte wird im nächsten Film mit der Rückkehr nach London konsequent weitergeführt. Eingebunden wird die Rückkehr in der ebenfalls sehr bekannten Christie-Geschichte "Dreizehn bei Tisch". Der Roman wurde unter anderem 1985 schon einmal für das TV unter dem Namen "Mord à la Carte" verfilmt. In diesem Film mit Peter Ustinov in der Rolle des belgischen Meisterdetektivs. „Poirot“-Darsteller David Suchet war ebenfalls in diesem Film zu sehen, amüsanterweise in der Rolle des Inspector Japp. Nachdem im ersten Film der Box Poirot und Japp noch alleine auf Mörderjagd gehen mussten, sind hier auch wieder Miss Lemon und Captain Hastings mit an Bord. Wie gewohnt sorgen beide immer wieder für einige amüsante Momente. Bei den Ermittlungen geht es aber alles andere als witzig zu und Poirot bekommt es mit einem Mehrfachmörder zu tun. Mancher Zuschauer mag zu Beginn vielleicht noch denken, die Umstände des Mordes relativ früh durchschaut zu haben. Doch dann legt die Story erst so richtig los und sorgt bis zum großen Finale für spannende Unterhaltung ohne den Hauch einer Länge.
Auf der dritten DVD befindet sich die Verfilmung von "Das Böse unter der Sonne". Auch einer der bekannteren Romane Christies, der ebenfalls schon einmal mit Peter Ustinov in der Rolle des Privatdetektivs fürs Kino verfilmt wurde. Abweichend vom Roman verweilt Poirot in diesem Fall aber nicht aus Urlaubsgründen auf der kleinen Insel, sondern weil Miss Lemon ihm eine Kur zum Abspecken verordnet hat. Dass Brennnesselsaft und knappe Portionierungen beim Essen für einigen Unmut sorgen, ist von vornherein klar. Doch nachdem ein Mord geschieht, hat es zumindest mit der befürchteten Langeweile schnell ein Ende und die Entschlüsselung eines gewitzten Mordplans sorgt für einen kurzweiligen Aufenthalt. Zum Abschluss gibt es noch den „Mord in Mesopotamien“ zu sehen. Poirot verschlägt es in dieser Folge zu einer Ausgrabungsstätte in der Nähe von Bagdad. Vom britischen Flair ist hier naturgemäß kaum noch etwas zu verspüren und die karge Wüstenlandschaft ist atmosphärisch auch kein vollwertiger Ersatz für das nostalgische Flair Britanniens. Der Fall braucht zudem ein wenig Zeit um sich zu entwickeln, ist nach der Einleitungsphase dann aber gewohnt spannend. An die hohe Qualität der vorhergehenden Fälle kann diese abschließende Murder-Mystery zwar nicht ansatzweise anschließen, bietet aber trotzdem noch gute Krimiunterhaltung. Mit drei erstklassigen und einem guten Poirot-Fall liegt die Box aber insgesamt ganz weit vorne, was die bisherigen Veröffentlichungen anbetrifft, und sollte von daher in keiner Sammlung fehlen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild sieht nicht mehr ganz so grobkörnig aus wie bei den vorhergehenden Staffeln, lediglich ein ganz leichtes Farbrauschen macht sich bemerkbar. Davon abgesehen wird auf der technischen Seite ein sehr gutes Ergebnis geliefert. Die Schärfe stimmt und die Farben passen sich wunderbar der altbritischen Stimmung an. Der frisch abgemischte Ton in Dolby Digital 2.0 ist durchweg sehr gut zu verstehen, was auf Grund der neu angefertigten Synchronisation aber auch nicht anders zu erwarten war.
Als Extra liegt der Box erneut ein liebevoll gestaltetes Booklet mit ausführlichen Informationen zu jeder Episode bei. Das edel aussehende Digipak im Schuber passt sich nahtlos an die anderen Boxen der Serie an. Einziges Manko bei der Veröffentlichung ist der fest aufgedruckte FSK-Sticker auf der Front, der nicht entfernt werden kann.
Fazit:
In der "Poirot - Collection 8" finden sich gleich drei erstklassige Verfilmungen der Agatha-Christie-Klassiker „Alibi“, „Dreizehn bei Tisch“ und „Das Böse unter der Sonne“, zusammen mit der guten Verfilmung von „Mord in Mesopotamien“. Die frisch angefertigte Synchronisation kommt erneut genauso stilvoll daher wie das altbritische Flair der Serie. Somit wird die 8. DVD-Box zur gelungenen Serie um den belgischen Meisterdetektiv zum Pflichtkauf für Fans!
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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4 Episoden á ca. 99 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Booklet mit ausführlichen Hintergrundinformationen
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Alibi / Dreizehn bei Tisch / Das Böse unter der Sonne / Mord in Mesopotamien
The Murder of Roger Ackroyd / Lord Edgware dies / Evil under the Sun / Murder in Mesopotamia
Eine durchweg gelungene Poirot-Box, in der gleich drei Highlights der Serie zu finden sind
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
GB, 2000/2001 Regie: Andre Grieve, Brian Farnham, Tom Clegg Drehbuch: Clive Exton, Anthony Horowitz (basierend auf den Romanen von Agatha Christie) Darsteller: David Suchet, Philip Jackson, Hugh Fraser, Pauline Moran, Oliver Ford Davies, Malcolm Terris, Jane Wilkinson, John Castle, Fiona Allen, Tamzin Malleson, Michael Higgs, Louise Delamere, Ron Berglas, Barbara Barnes
Label :
Polyband
Verkaufsstart : 30.09.2011
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