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Blu-ray-Besprechung - Bermuda-Dreieck Nordsee
Story:
Marie Niklas (Bettina Zimmermann) ist seit Kurzem die PR-Frau des Energiekonzerns Senergy und soll auf der Bohrinsel Wilhelmsand in der Nordsee den Startschuss für ein Großprojekt vorbereiten. Dabei handelt es sich um die unterirdische Speicherung von Kohlendioxid. Tom Jäger (Hannes Jaenicke) soll sie dorthin bringen, doch bevor es dazu kommt, machen die beiden auf dem Weg eine schreckliche Entdeckung. Das Schiff von Toms Freund Claas treibt führerlos im Meer und als Tom an Bord geht, findet er die gesamte Besatzung nur noch tot vor. Unterdessen kommt es bei Marie, die auf Toms Motorboot gewartet hat, zu einem komischem Blubbern im Meer und sie bekommt keine Luft mehr. Zum Glück kann sie Tom noch rechtzeitig zur Bohrinsel bringen, wo sie das Bewusstsein verliert. Kurz darauf steckt ihr ein Mädchen unbemerkt einen USB-Stick mit geheimen Informationen zu, die beweisen, dass Senergy Gutachten gefälscht hat und der Meeresboden instabil ist. Bei dem Mädchen handelt es sich um Toms Stieftochter Sara (Josefine Preuß) und bald finden sich die drei in einem wahren Ökothriller wieder. Denn während Sara und ihre Freunde das Schlimmste verhindern wollen - ein riesiges Loch im Meer, das alles im Umkreis von zig Seemeilen verschluckt -, setzt Senergy natürlich alles daran, sie zum Schweigen zu bringen.
Meinung zum Film:
Hört man die beiden Begriffe "Katastrophenfilm-Eigenproduktion" und "RTL" zusammen in einem Satz, klingt das gleich noch gruseliger, als sich "Eigenproduktion" und "RTL" sowieso schon anhört. Mit Schrecken ziehen solche cineastischen Highlights wie "Haialarm auf Mallorca" am geistigen Auge des Zuschauers vorbei, die nicht mal mehr mit viel gutem Willen und Gefallen an C-Movies erträglich waren. Entsprechende Erwartungen weckt auch der trashige Titel "Bermuda-Dreieck Nordsee", doch diese werden zum Glück enttäuscht. Statt einer Peinlichkeitsparade bekommt der Zuschauer hier überraschenderweise nämlich tatsächlich einen überaus gelungenen Umweltthriller geboten. Nicht zuletzt dürfte das den beiden Drehbuchautoren Derek Meister und Simon X. Rost zu verdanken sein, die bereits diverse Romane, u.a. im historischen und Jugendbuch-Bereich, veröffentlicht haben. Sie wussten daher offensichtlich, wie eine Geschichte stimmig anzulegen ist. Zudem wurde mit dem Thema "unterirdische Speicherung von Kohlendioxid" eine in Deutschland sehr aktuelle Problematik aufgegriffen. Schließlich wurde gerade in diesem Jahr erst von der deutschen Regierung ein entsprechendes sehr umstrittenes Gesetz verabschiedet.
Natürlich fällt auf, dass für "Bermuda-Dreieck Nordsee" offensichtlich Werke von Roland Emmerich Pate standen. Die bombastische Laufzeit von knapp zweieinhalb Stunden trägt dem ebenso Rechnung wie der pompöse und sehr gelungene Score, dessen Klänge direkt aus "The Day After Tomorrow" oder "2012" stammen könnten. Erstaunlicherweise kommen jedoch nie Längen auf, der Film fliegt nur so dahin und bleibt von Anfang bis Ende spannend. Zwar wirkt alles ein bisschen weit hergeholt, allerdings auch stimmig erzählt und mit größtenteils realistischen Dialogen versehen. Hier haben die Autoren wirklich gute Arbeit geleistet, was von deutschen TV-Produktionen leider nur allzu selten gesagt werden kann. Auch die Inszenierung und Kameraführung sind durchweg ansprechend, wodurch "Bermuda-Dreieck Nordsee" durchaus mit so manchem amerikanischen TV-Film mithalten kann.
Natürlich gibt es aber auch kleinere Schwächen. Die bösen Sicherheitsleute von Senergy, die zur Not über Leichen gehen, wirken in einem deutschen Film doch ein bisschen sehr übertrieben. Und auch der Klischee-Großvater-Bürgermeister, der von den "Hirngespinsten" seiner Tochter nichts wissen will und sich nicht mal von wissenschaftlichen Beweisen überzeugen lässt, hätte nicht unbedingt sein müssen. Dass die Computer mal wieder keinerlei Betriebssystem haben und die CGI-Unterwasseraufnahmen extrem billig wirken, ist hingegen zu verschmerzen. Zum Glück lebt der Film sowieso von seiner Handlung, was gerade bei RTL eine Überraschung darstellt, und setzt weniger auf Effekte. Lediglich ganz zum Schluss gibt es mal eine größere CGI-Szene, während vorher nur vereinzelte kurze Einstellungen zu sehen sind. Die schauspielerischen Leistungen schwanken von solide bis "geht so". Am positivsten fällt Hannes Jaenicke ("Tatort") auf, der hier einen routinierten und glaubhaften Job abliefert. Bettina Zimmermann ("Die Jagd nach dem Schatz der Nibelungen") tut sich am Anfang durch extrem nerviges Overacting negativ hervor, wird aber im Verlauf der Handlung deutlich erträglicher. Und Josefine Preuß ("Türkisch für Anfänger") ist knuffig wie immer, spielt aber ein bisschen sehr steif und trägt ihre Dialogzeilen übertrieben akzentuiert vor. Das wirkt leider ziemlich unnatürlich, mag aber auch ihrer in letzter Zeit vermehrten Tätigkeit als Hörbuchsprecherin geschuldet sein. Insgesamt mindert dies den Unterhaltungswert jedoch keinesfalls. Natürlich sollte kein filmisches Highlight des Jahrzehnts erwartet werden, in dieser Hinsicht bleibt sich RTL treu, aber zweieinhalb spannende Stunden sind dem Zuschauer dennoch sicher.
Digitale Aufarbeitung:
Die Blu-ray macht in technischer Hinsicht einen ebenso überraschend guten Eindruck wie der Film selbst. Der Bildtransfer ist hervorragend ausgefallen und bewegt sich fast schon auf Referenzniveau. Es wird eine bis in den Detailbereich wunderbar plastische Schärfe geboten, zudem gefallen die kräftigen, leuchtenden Farben. Das Bild bleibt selbst in dunklen Szenen vollkommen rauschfrei, Kompressionsprobleme oder analoge Defekte gibt es ebenfalls nicht. Ein minimaler Schwachpunkt ist der teilweise in einigen Szenen recht steile Kontrast, der zwar sicherlich als Stilmittel bewusst verwendet wurde, aber hin und wieder für Überstrahlungen sorgt. Dennoch überwiegt der Eindruck, dass sich aktuelle Hollywoodproduktionen bildtechnisch hier noch etwas abschauen könnten. Auch der Ton in DTS-HD Master Audio 5.1 leistet solide Arbeit. Die meiste Zeit über werden die Rears zwar hauptsächlich für die sehr räumlich abgemischte Filmusik eingesetzt, doch in den gelegentlichen Actionszenen kommt es auch zu einigen Effekten und der Subwoofer darf es ordentlich rumsen lassen. Die Dialoge sind dabei jederzeit äußerst klar und sehr gut verständlich.
Enttäuschenderweise ist außer einer nichtssagenden Bildergalerie keinerlei Bonusmaterial vorhanden, wodurch ein etwas liebloser Eindruck entsteht. Hier wäre zumindest ein Audiokommentar und/oder ein Making Of sehr wünschenswert gewesen.
Fazit:
"Bermuda-Dreieck Nordsee" ist zwar sicherlich kein Jahrhunderthighlight, für einen deutschen TV-Film aber erstaunlich unterhaltsam. Zudem überrascht positiv, dass statt auf peinliche Billig-CGI-Action eher auf die Handlung gesetzt wurde, die vielleicht weit hergeholt ist, aber in sich durchaus stimmig ausfällt. Wer zweieinhalb spannende Stunden mit einem deutschen Umweltthriller verbringen möchte, der ein bisschen an Roland Emmerichs Filme erinnert, ist hier bestens bedient. Die Blu-ray bietet eine außergewöhnlich gute technische Qualität mit einem hervorragenden Bild. Das nicht vorhandene Bonusmaterial enttäuscht aber.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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141:40 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Bermuda-Dreieck Nordsee
Bermuda-Dreieck Nordsee
Roland Emmerich wäre stolz auf diese Produktion
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2011 Regie: Nick Lyon Drehbuch: Derek Meister, Simon X. Rost Darsteller: Hannes Jaenicke, Bettina Zimmermann, Josefine Preuß, Karoline Eichhorn, Max Herbrechter, Kai Lentrodt, Gudrun Landgrebe, Dirk Heinrichs
Label :
NewKSM
Verkaufsstart : 04.10.2011
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