Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Isenhart
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

Blu-ray-Besprechung - Isenhart

Story:
Als Neugeborener verlor Isenhart (Bert Tischendorf) seine Mutter bei der Geburt. Der Name seines Vaters war unbekannt. Als junger Mann verliert er seine Geliebte durch einen schrecklichen Mord und fortan versucht er den grausamen Killer zu finden, der seinen Opfern das Herz herausschneidet und deren Augen mitnimmt. Mit Logik und fernab von den Konventionen der Religion findet er tatsächlich Beweise für die Existenz eines Serienmörders. Und die Suche nach ihm gewinnt zunehmend an Intensität.

Meinung zum Film:
Der Mittelalterkrimi „Isenhart“ wurde für den Fernsehsender Pro7 in Berlin, Budapest und Wien produziert. Mit einem Budget von fünf Millionen Euro wurde der Roman von Holger Karsten Schmidt als Film umgesetzt, doch es ereilt ihn ein wenig das Schicksal einer fast schon typischen TV-Produktion. Zunächst ist aber positiv anzumerken, dass es eine effektive, düstere Grundatmosphäre gibt, die den Zuschauer nie vergessen lässt, dass er einen Krimi im mittelalterlichen Gewand verfolgt. Phasenweise gelingt es zudem eine leicht gruselige Stimmung zu erzeugen und das Publikum weiß nicht, ob es nun um Zauberei geht, oder ob sich alle Ereignisse tatsächlich wissenschaftlich belegen lassen. Die Sets sehen gut aus und optisch geht es wirklich ein paar hundert Jahre zurück in der Zeit. Umso ärgerlicher für den Zuschauer sind dann jedoch technische Patzer die wenig handwerkliches Geschick vermuten lassen.

Wenn in einer winterlichen Kulisse Schneeflocken herabrieseln und gleichzeitig der Rest der Szenerie in vollem Sonnenschein liegt, dann sieht das Gesamtbild ganz einfach unglaubwürdig aus. Ebenso fehlen die typischen Wolken beim Sprechen, was alles andere als authentisch wirkt. Sicherlich ist dies nicht wirklich schwerwiegend, dennoch stört es und mit etwas mehr Liebe zum Detail wäre hier mehr möglich gewesen. Der Cast ist eigentlich gut, doch die Charaktere erhalten kaum Tiefe. Dies ist aber nicht den Schauspielern anzulasten, sondern dem Drehbuch. Sie bleiben überwiegend eindimensional, was es dem Zuschauer schwierig macht sich stärker mit den Figuren zu identifizieren. Da nützt es auch nichts, wenn die Hauptfigur des Isenhart einen starken Profileransatz besitzt, der im Mittelalter angesiedelt durchaus einen gewissen Charme besitzt.

Erfahrene Zuschauer könnten jetzt vermuten, dass es ähnlich spannend wird wie bei „Der Name der Rose“. Diese Ebene erreicht „Isenhart“ jedoch zu keinem Zeitpunkt. Die Geschichte umfasst rund 124 Minuten und es macht den Eindruck, als hätte man alle Drehungen und Wendungen aus dem Roman im Film umsetzen wollen. Im Ergebnis wirkt dies unübersichtlich und eine straffere Geschichte hätte dem Erzähltempo gut getan, zumal es auch nachvollziehbarer gewesen wäre. Ein Ansatz von Isenhart ist der Anspruch Menschen den Weg zur Logik zu bereiten, denn er spielt in einer Zeit in der das Wissen von der Kirche gebucht war. Hier soll dem wissenschaftlichen Ansatz in die Steigbügel geholfen werden. Das wird aber leider nur teilweise in den Dialogen deutlich und kann während der Suche nach dem Mörder nicht aufrecht erhalten werden.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der BD ist nur in den hellen Filmszenen, vor allem bei den Außenaufnahmen, gelungen. Hier gibt es schöne Farben und ordentliche Bildschärfen. Sobald es jedoch dunkler wird, tritt ein deutliches Rauschen auf und die Optik wirkt kaum noch detailreich. Der Ton ist in Ordnung, auch wenn die hinteren Boxen nicht ganz so viel Arbeit bekommen.

Das Making Of (ca. 35 Minuten) von Isenhart ist unterhaltsam ausgefallen und bietet viel Hintergrundwissen zum Film. Zusätzlich gibt es noch eine musikalisch unterlegte Bildergalerie.

Fazit:
„Isenhart“ muss sich als Literaturverfilmung mit einer Produktion wie „Die Säulen der Erde“ vergleichen lassen und verliert diesen Vergleich deutlich. Charaktere ohne richtige Tiefe und eine etwas verschachtelte Geschichte, gepresst in zwei Stunden Laufzeit, machen die Produktion unübersichtlich. Das Bild der BD hat Schwächen, der Ton ist in Ordnung.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,78:1
1,78:1
124:46 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Bildergalerie
Isenhart - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Isenhart
Isenhart

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Romanumsetzung mit merklichen Schwächen


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland / Österreich, 2011
Regie:
Hansjörg Thurn
Drehbuch:
Holger Karsten Schmidt
Darsteller:
Bert Tischendorf, Sebastian Ströbel, Emilia Schüle, Jeanette Biedermann, Xenia Georgia Assenza, Michael Steinocher, Klaus J. Behrendt, Johannes Krisch

Label Deutschland :
NewKSM
Verkaufsstart Deutschland :
04.10.2011