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Blu-ray-Besprechung - Gegengerade - Niemand siegt am Millerntor
Story:
Kowalski (Denis Moschitto), Magnus (Timo Jacobs) und Arne (Fabian Busch) sind dicke Freunde und stehen voll und ganz hinter ihrem Lieblingsverein, dem FC St. Pauli. Endlich steht ihr Club wieder vor dem Einzug in die erste Bundesliga und sie pilgern weiter zu ihrer Kultstätte, dem Millerntor. Allerdings gehen in Hamburg zur Zeit immer wieder Autos in Flammen auf und die Fahnder richten ihre Aufmerksamkeit auf die drei Freunde. Sollte der Feuerteufel etwa ausgerechnet unter ihnen sein?
Meinung zum Film:
„Gegengerade – Niemand siegt am Millerntor“ ist eine Mischung aus Drama, Krimi und Sportfilm, wobei der Fußball an sich kaum zu sehen ist. Das ist typisch und der Sport ist lediglich ein Vehikel für die Story, die erzählt werden will. Anders als in Winkelmanns „Nordkurve“ werden hier nicht einzelne kleine Geschichten zusammengeführt, sondern die Freundschaft von Magnus, Kowalski und Arne thematisiert. Was den Film etwas auflockern soll sind die selbst gefilmten Passagen Arnes, der eine lebensechte Dokumentation erstellen möchte. St. Pauli ist ein Hamburger Stadtteil mit einer eigenen Geschichte und einem ganz eigenen Ruf. Der Kiez und der Fußball sind bestimmend und in ganz Deutschland die beiden Begriffe die sich in das Gedächtnis der Menschen gebrannt haben. Regisseur und Co-Drehbuchautor Tarek Ehlail hat sich genau diesen Klischees gewidmet und sie reichlich in den Film eingearbeitet.
Irgendwie wirkt das alles reichlich bekannt. Fast schon krampfhaft wird versucht den Status „Kult“ permanent zu transportieren. Allen voran natürlich der FC. Ehlail vergisst, dass für jeden Fan sein eigener Verein „Kult“ ist und es davon jede Menge in Deutschland gibt. Die Krönung dieser nervigen Huldigung sind die Sprüche von Andre Eisermann. Mal als Stadionsprecher und mal als Einblendung mit pseudophilosophischer Aussage, weiß der Zuschauer wirklich nicht was davon zu halten sein soll. Natürlich wird auch der ewige Kampf zwischen den linken Pauli-Fans und den Rechten entsprechend zelebriert und martialisch im Straßenkampf dargestellt. Das anschließende Siegerbierchen und eine gehörige Portion Eigenlob darf da natürlich nicht fehlen. Und selbst im Soundtrack spiegeln sich diese Bilder wider.
Punkmusik, elektronische Beats mit linken oder kommunistischen Verweisen, oder Stadionlieder in Arienform beschallen das Publikum. Fans des St. Pauli werden den Film sicherlich mögen, allein schon, weil es um ihren Lieblingsclub geht. Da dies aber schon in Selbstbeweihräucherung übergeht, dürften andere Fans und Filmfreunde dem Ergebnis eher skeptisch gegenüberstehen. Da nützt auch das große Aufgebot an bekannten Namen nichts. Mario Adorf („Die rote Zora“), Moritz Bleibtreu („Jerry Cotton“), Andre Eisermann („Schlafes Bruder“) und Katy Karrenbauer („Hinter Gittern – Der Frauenknast“) sind nur einige der bekannten Mitwirkenden aus Film und Fernsehen. Doch das ganze Aufgebot garantiert nicht den Erfolg und so wird der Film in Hamburg seinen Erfolg haben, jedoch wird dieser außerhalb schnell an seine Grenzen stoßen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist erstklassig ausgefallen und zeitweise fast schon plastisch. Messerscharfe Bilder, ob nah oder fern spielt hier keine Rolle. Es ist alles sehr detailreich für das Auge ausgefallen. Hinzu kommt eine klare Optik und eine sehr realistische Abmischung der Farben die den sehr guten Gesamteindruck entstehen lassen. Für die Ohren gibt es deutlich weniger, denn der Raumklang wird nur bedient wenn es wirklich sein muss. Dies bedeutet im konkreten Fall die Musik und die Eindrücke aus dem Millerntorstadion.
Neben Teaser und Trailer bieten die Extras zunächst ein Making Of (ca. 23 Minuten), welches durchaus interessant ausgefallen ist. Danach folgen Eindrücke von der Premierenfeier (ca. 5 Minuten), wobei diese etwas ausfällt, als das was der Zuschauer sonst zu sehen bekommt. Die Interviews nehmen rund 30 Minuten ein und sind durchaus unterschiedlich ausgefallen, mal werbend und mal unterhaltsam. Der Egotronic-Tourfilm (30 Minuten) ist witzig und bietet nette Impressionen. Zwei Musikvideos und eine Bildergalerie runden die Extras ab.
Fazit:
„Gegengerade – Niemand siegt am Millerntor“ ist ein Film aus dem Milieu von St. Pauli und dem dazugehörigen FC. Leider wird er wegen der Selbstbezogenheit keinen Durchmarsch in der Filmlandschaft beginnen. Das Bild ist eine Referenz für das Medium der Blu-ray-Disc.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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85:46 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Teaser
- Trailer
- Making Of
- Premierenfeier
- Tourfilm
- Interviews
- Bildergalerie
- Musikvideos
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Gegengerade - Niemand siegt am Millerntor
Gegengerade - Niemand siegt am Millerntor
Klischeebeladenes Schulterklopfen
Autor der Besprechung:
Jörg Hesse
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2011 Regie: Tarek Ehlail Drehbuch: Moses Arndt, Stephanie M. Blum, Tarek Ehlail Darsteller: Tim Jacobs, Denis Moschitto, Mario Adorf, Fabian Busch, Natalia Avelon, Claude-Oliver Rudolph, Uwe Rohde, Andre Eisermann, Vivian Schmitt
Label :
NewKSM
Verkaufsstart : 07.10.2011
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