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DVD-Besprechung - USS Legacy

Story:
Im Jahr 2062 ist die Erde radioaktiv verseucht und die überlebenden Menschen haben in der riesigen Raumstation USS Legacy, die seit 50 Jahren um den Planeten kreist, ein neues Zuhause gefunden. Während die Wissenschaftlerin Kendall Black (Monika Schnarre) an einem Plan arbeitet, die Erde wieder bewohnbar zu machen, versucht der eingekerkerte Erzschurke Major Max K. Durbin (Matt Frewer) mit Hilfe eines Verräters jedoch die Station zu übernehmen. Kendalls Freund, der Elitekämpfer Cal Brody (Colin Cunningham), ist schließlich der Einzige, der Durbin noch aufhalten kann.

Meinung zum Film:
„USS Legacy“ ist ein vierzehn Jahre alter kanadischer TV-Film, der allerdings kostengünstig in Tschechien gedreht wurde und unter der Regie von Robert Lee („Cyberjack“) entstand. Das Cover wirbt groß mit C. Thomas Howell („Hitcher, der Highway Killer“), der hier jedoch nur wenig Screentime besitzt und zudem auch nur eine einzige, kürzere Actionsequenz bestreitet. Die eigentlichen Hauptrollen spielen der vor allem durch Auftritte in Fernsehserien bekannte Colin Cunningham („The 6th Day“), die Kanadierin Monika Schnarre („Sanctuary“) und Matt Frewer („Boomer - Überfall auf Hollywood“). Die Produktion bildet die vierte Ausgabe der „Sci-Fi Sensation“-Reihe von Voulez Vous/Intergroove und hat die für eine TV-Produktion sehr hohe Altersfreigabe ab 18 Jahren erhalten. Wie bereits die deutsche VHS-Kassette von New Vision liegt der Film in der vorliegenden Fassung komplett ungeschnitten vor.

„USS Legacy“ wird immer wieder als eine Art „Stirb langsam“ im All tituliert. Dieser Vergleich ist aber kaum haltbar, denn der Film verläuft nicht nur weitgehend spannungs-, sondern auch äußerst actionarm. Die Station ist weiterhin für einen zünftigen Guerillakampf mit harten Bandagen viel zu beengt ausgefallen, wirkt jedoch in ihrer Enge trotzdem niemals bedrohlich, weil die Figuren u.a. auch Ausflüge in Raumgleitern unternehmen. Weiterhin bemüht sich Matt Frewer zwar, seinen Schurken etwas sinister anzulegen, Colin Cunningham ist aber nun mal kein Bruce Willis und bekommt auch keine wirklich guten One-Liner in den Mund gelegt. Zwar wirkt er körperlich innerhalb der Actionsequenzen halbwegs überzeugend und besitzt auch eine gewisse Portion Charisma, darstellerisch ist seine Darbietung allerdings eher als solide zu bezeichnen. Der eigentliche Stimmungskiller sind jedoch eher die spartanisch bis billig anmutenden Sets der Raumstation, die sich scheinbar vor allem aus alten Fabrikgebäuden zusammensetzen, und die selbst für ihre Entstehungszeit miserablen computeranimierten Raumfahrzeuge sowie einige erschreckend schwache Bluescreen-Sequenzen.

Fans von C. Thomas Howell erleben hier einen schwarzen Tag in dessen Karriere und sollten den Titel besser meiden, denn er agiert hier zunächst vor allem als vertrotteltes Weichei. Dann darf er in seiner einzigen Kampfszene plötzlich kurz den harten Kerl verkörpern und verschwindet bis zum Filmende in der Bedeutungslosigkeit. Dort allerdings spielt er aufgrund einer völlig blödsinnigen Wendung des Drehbuchs noch mal eine äußerst wichtige Rolle. Interessant bei diesem Film ist auch, dass er überhaupt nicht weiß, was er eigentlich sein möchte. Er beginnt relativ actionreich und ist für einen TV-Film verhältnismäßig blutig, auch wenn es eine FSK 16 durchaus getan hätte. Dann entwickelt der Film immer mehr Leerlauf, bietet nur noch wenige Actionsequenzen und besitzt auch noch Anflüge von deplaziertem Humor. Im weiteren Verlauf stützt sich der Film zusätzlich noch auf eine halbgare Lovestory und Matt Frewer müht sich overactenderweise nach Kräften das einfallslose Drehbuch zu überspielen. Dass auf der USS Legacy kaum mal ein halbes Dutzend Personen auf einem Haufen zu sehen ist, lässt die Idee, dass hier das Schicksal der Menschheit ausgefochten wird, zudem auch eher abwegig erscheinen.

Digitale Aufarbeitung:
Die Zeit hat es mit der TV-Produktion „USS Legacy“ offensichtlich nicht besonders gut gemeint. Die Bildschärfe ist tendenziell eher unterdurchschnittlich. Details werden überhaupt nicht geboten, dafür ist das Bild einfach deutlich zu weich ausgefallen. Die Farbgebung hinterlässt einen eher blassen Eindruck und das deutliche Bildrauschen legt sich noch wie ein zusätzlicher Schleier über das Bild. Die Kontrastwerte gehen halbwegs in Ordnung, sind aber nicht immer voll auf der Höhe des Geschehens. Beide Tonspuren bieten eine gute Verständlichkeit, fallen aber - wenig überraschend - weder besonders dynamisch aus noch bieten sie räumliche Effekte. Die Abmischung hätte durchaus etwas druckvoller ausfallen können und wirkt akustisch sehr monoton.

Auf der DVD befindet sich lediglich der englischsprachige Originaltrailer. Die Veröffentlichung verfügt über ein Wendecover.

Fazit:
„USS Legacy“ ist „Stirb langsam“ im All auf absoluter Sparflamme und vor allem produktionstechnisch mehr als enttäuschend umgesetzt. Der Hauptdarsteller ist kein Bruce Willis und die Spannungskurve des Films verläuft äußerst flach, während die unspektakuläre Action auch eher selten unterstützend auf den Plan tritt. Technisch reißt die vorliegende DVD ebenfalls keine Bäume aus und bietet fast gar kein Bonsumaterial.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,33:1
1,33:1
95:33 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Englischsprachiger Originaltrailer
USS Legacy - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
USS Legacy
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Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Unspektakulärer TV-Film aus dem Sci-Fi-Genre in extrem billiger Aufmachung


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Kanada, 1997
Regie:
Robert Lee
Drehbuch:
Chris Hyde, Andrew J. McEvoy, Nicholas Racz
Darsteller:
Colin Cunningham, Monika Schnarre, Matt Frewer, C. Thomas Howell, Rachel Hayward, Lucie Zednícková, Gerard Whelan, Robert Russell

Label Deutschland :
Voulez Vous Film
Verkaufsstart Deutschland :
23.09.2011