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DVD-Besprechung - Black, White and Blues
Story:
Kein Geld, kein Job, keine Ahnung, wie es weitergehen soll: Jefferson Baileys (Morgan Simpson) Traum von einer Karriere als Blues-Musikant blieb wegen seiner Angst vor Publikum leider nur ein Traum. Nun verlangt sein Gläubiger Boyd (Luke Perry) allmählich seine Investition in den Sänger zurück, während Jefferson eine Erbschaft von seinem ebenfalls mittellosen Großvater in Huntsville ablehnt. Doch Boyd bekommt von der Affäre seiner Frau mit dem arbeitslosen Sänger Wind und fängt an, ihn zu jagen. Grund genug für Jefferson, in den Wagen seines Erbverwalters Augy (Michael Clarke Duncan) zu steigen und nach Huntsville zu fliehen. Dort besteht sein Erbe nicht nur aus materiellen Werten.
Meinung zum Film:
"Black, White and Blues" polarisiert ganz klar sein Publikum. Während der Titel nach großer, amerikanischer Musik klingt, handelt der Film von einem Verlierer, der kaum mehr als zwei Akkorde auf die Reihe bringt. Sein Erbverwalter Augy konsumiert nur Country, dank der Kirche aber auch Gospel. Die meiste Zeit des Filmes verbringen die beiden damit, durch die Staaten zu fahren und sich zu unterhalten, größtenteils auf dem Weg nach Huntsville, wo Jefferson ein mickriges Erbe bekommt. Es gibt viele Gründe, die gegen diesen B-Movie sprechen, aber es gibt ganz klar auch eine Menge Inhalte, welche nicht nur unterhalten, sondern auch zum Nachdenken bewegen. Für seine Botschaft geht der Film ungewohnte Wege: In Huntsville trifft Jefferson seine Exfreundin Hannah, mit der er wieder anbandeln möchte, doch sie bleibt eine starke Frauenrolle und möchte bis zuletzt lieber nur Freundschaft. Außerdem verliert er seine Ängste bis zum Ende nicht auf magische Art und Weise innerhalb weniger Tage, sondern muss daran arbeiten, mit ihnen umzugehen. Und Augy entpuppt sich zum Finale gleich zweimal als jemand ganz Anderes, als auf den ersten Blick zu erwarten wäre.
In Alabama besucht Jefferson auf der Suche nach seinem christlichen Erbverwalter als einziger Weißer eine Kirche und wird nahtlos integriert. Einen Ort weiter tanzt Augy problemlos als einziger Schwarzer in einem großen Country-Festival. Augy wird wegen seinem Hut und seiner Größe als riesiger Cowboy beschrieben, aber kein einziges Mal als Schwarzer. Kurzum: Obwohl der deutsche Titel "Black, White and Blues" und die Kombination von einem Schwarzen und einem Weißen fast schon nach rassistischen Problemen und/oder einer Botschaft in Sachen Toleranz schreit, wird das Thema im ganzen Film vollkommen ignoriert. Dafür geht es um Alkoholismus: Obwohl sich Jefferson jedes Mal Mut antrinkt, um sein Lampenfieber beim Gesang zu besiegen, nutzt es ihm nichts. Augy und sein Mentor Santa waren beide Alkoholiker, bis sie zur Musik fanden und die Grenze zwischen Blues-Musik und Country verwischten.
Michael Clarke Duncan ("The Green Mile)" als Augy trägt den Film fast alleine auf seinen breiten Schultern. Obwohl er zu Anfang grob und distanziert wirkt, öffnet er sich nach und nach und zeigt gegen Ende sogar Gefühle, und zwar genau in dem Augenblick, wenn sein desillusionierter Erbenkel sich ebenfalls öffnet. Auch Tom Skerritt ("Top Gun") als Santa, der zwar erst gegen Ende auftritt und kaum Szenen hat, wirkt sehr glaubwürdig. Zur Authenzität trägt auch das realistische Bühnenbild an jedem Ort bei, welches schon fast zur eigenen Reise durch die Vereinigten Staaten animiert. Der Film kann zwar nicht mit teuren Effekten überzeugen, benötigt diese aber auch nicht für seine Handlung, die für ein Roadmovie sehr ungewöhnlich ausgefallen ist. Da sind auch unglaubwürdigere Nebenfiguren verzeihbar, welche Jefferson wegen seiner Schulden über Tage und hunderte von Kilometern hinweg verfolgen.
Digitale Aufarbeitung:
Bei Bildqualität und Farbe gibt es nichts zu Meckern: Das Bild ist scharf und die Farben sind authentisch, selbst die stimmungsvolle Beleuchtung hat immer eine realistische Quelle. Der Ton ist gut abgemischt, die Musik übertönt dabei nie die Dialoge. Die deutsche Synchronisation ist sowohl in DD 2.0 als auch in DD5.1 verfügbar.
Als Extra ist der englische Kinotrailer auswählbar. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.
Fazit:
"Black, White and Blues" hat eine überraschend frohe Botschaft für einen Film, der die meiste Zeit in Augys Wagen und heruntergekommenen Spelunken spielt. Dabei werden viele Wege gezeigt, sein Leben zum besseren zu ändern, selbst wenn es sich dabei um einen familienlose Pleitegeier oder einen gebrochener Knastbruder handelt. Dieser Roadmovie bringt den Zuschauer kurzum zum Nachdenken.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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121:31 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Black, White and Blues
Redemption Road
Ein Roadmovie über Musik, Alkohol und die Frage nach Vergebung
Autor der Besprechung:
David Bühring
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2010 Regie: Mario Van Peebles Drehbuch: Morgan Simpson, George Richards Darsteller: Michael Clarke Duncan, Taryn Manning, Tom Skerritt, Luke Perry, Kiele Sanchez, Lee Perkins, Melvin Van Peebles, Catherine McGoohan, Wendy Keeling, Linds Edwards, Cinda McCain, Morgan Simpson, George Richards, Dawn Lyn, Cassie Jordan
Label :
WGF Verkaufsstart : 20.10.2011
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