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Blu-ray-Besprechung - Die unglaubliche Reise des Sir Francis Drake
Story:
Wir schreiben das Jahr 1592. Ein mysteriöser Sultan setzt die Fähigkeiten seiner Seherin ein, um des berühmten Sir Francis Drake (Adrian Paul) habhaft zu werden. Er schickt den Seefahrer auf eine Expedition, um den Baum des Lebens zu finden, den er als Lösegeld für Drakes Tochter verlangt. Schafft Drake es nicht, dem Sultan zu bringen, was er begiert, stirbt das Mädchen. So macht sich der Engländer auf den Weg, doch leicht wird die abenteuerliche Seefahrt nicht. Denn es warten nicht nur mythologische Fabelwesen auf ihn, sondern zusätzlich ist auch noch sein alter Erzrivale Don Sandovate (Temuera Morrison) hinter ihm her.
Meinung zum Film:
Sir Francis Drake ist eine Legende und dürfte der bekannteste britische Entdecker der Weltgeschichte sein. Er umsegelte als erster Engländer die Erde, war im Auftrag der Krone unterwegs und war außerdem auf eigene Faust als Freibeuter, bzw. Pirat, tätig. Ein abenteuerliches Leben, das unter anderem die Filme "Der Herr der sieben Meere" mit Errol Flynn aus dem Jahr 1940 und "Der Pirat der sieben Meere" mit Rod Taylor von 1962 inspirierte. Beide Hochseeabenteuer basierten zu großen Teilen auf dem tatsächlichen Leben Drakes, ein großer Unterschied zu der nun von New KSM auf Blu-ray veröffentlichten Produktion "Die unglaubliche Reise des Sir Francis Drake". "Unglaublich" trifft es allerdings ganz gut, denn der TV-Film des amerikanischen Syfy-Channels hat nicht nur eine unglaublich absurde Storyline, sondern ist auch noch unglaublich schlecht inszeniert.
Das fängt schon bei der Grundgeschichte an, die gar nichts - aber auch wirklich rein gar nichts - mit dem tatsächlichen Sir Francis Drake zu tun hat und ihn zu einer völlig austauschbaren Figur in einem unterdurchschnittlichen Fantasyabenteuer macht, das selbst den kleinsten Funken an Glaubwürdigkeit vermissen lässt. "Sindbad" meets "Odysseus" meets "Hercules" meets "Fluch der Karibik" ist die Devise, wenn sich Drake im Auftrag eines Sultans auf die Suche nach dem Baum des Lebens begibt und bei seiner Reise nicht nur von einem Erzschurken aus der verstaubtesten Klischeemottenkiste verfolgt wird, sondern auch noch auf einen Basilisk und das eine oder andere sonstige Mönsterchen trifft. Künstlerische Freiheit ist ja schön und gut, aber warum muss das Ganze ausgerechnet als Francis-Drake-Story verkauft werden? Die Geschichte hätte genauso gut beispielsweise als Sindbad-Abenteuer aufgebaut werden können und wäre dann zumindest hinsichtlich der Figuren gleich ein Stück weniger absurd.
Der Plot bzw. allgemein das Drehbuch ist aber sowieso das größte Problem des Films. Der komplette Handlungsfaden sowie alle "überraschenden Wendungen" sind vollkommen vorhersehbar, die Charakterausarbeitung der Figuren ist schwach und das Ende bereitet anscheinend eine Fortsetzung vor, die aber hoffentlich niemals grünes Licht bekommen wird. Die Darsteller bemühen sich zwar redlich, das Beste aus dem unheimlich schlechten Drehbuch zu machen, für mehr als befriedigende Leistungen gab es hier allerdings trotzdem keine Grundlage. Adrian Paul, der in der deutschen Version erfreulicherweise zum ersten Mal seit Ewigkeiten wieder seine bekannte "Highlander"-Synchronstimme besitzt, bietet einen in Anbetracht der Umstände ganz überzeugenden (Fantasy-)Drake und auch Temuera Morrison, der primär als Jango Fett aus "Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger" bekannt ist, wirkt als Drakes Gegenspieler Sandovate recht ordentlich. Zu einem halbwegs erträglichen Film wird "Die unglaubliche Reise des Sir Francis Drake" dadurch aber trotzdem nicht. Zumal außer dem Drehbuch auch die CGI-Animationen unsagbar schlecht sind. Dabei wäre das Potenzial für ein unterhaltsames TV-Movie prinzipiell durchaus vorhanden gewesen. Die Autoren und Produzenten hätten es nur nutzen müssen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der Blu-ray hinterlässt einen befriedigenden Eindruck. Vor allem die durchweg solide Schärfe weiß zu gefallen und lässt bei Nahaufnahmen auch einige Details erkennen, die ein ordentliches HD-Feeling vermitteln. Die Farben wirken kräftig und natürlich. Allerdings treten immer wieder mal Defekte in Form von weißen Blitzern auf und das Bild hat deutliche Probleme mit starkem Rauschen, das der Kompression schwer zu schaffen macht, wobei nicht nur in homogenen Flächen Artefakte klar erkennbar sind. Der Ton liegt auf Deutsch in DTS-HD Master Audio 2.0 vor, während es die Originalfassung in 5.1 zu hören gibt. Die englische Version hat hier klar die Nase vorn, denn die Abmischung ist deutlich atmosphärischer. Über die Rears kommt bei ihr nicht nur die druckvolle Musik, sondern sie werden auch immer wieder für Umgebungsgeräusche, wie z.B. knarzende Schiffsplanken, eingesetzt.
Als Bonusmaterial gibt es lediglich eine Bildergalerie sowie den Trailer zum Film in HD geboten.
Fazit:
"Die unglaubliche Reise des Sir Francis Drake" ist leider ein furchtbar schwacher Fantasy-TV-Film, der weder sonderlich unterhaltsam ist noch auch nur annähernd etwas mit dem wahren Francis Drake zu tun hat. Die Story hätte zwar theoretisch Potenzial gehabt, doch das schwache Drehbuch sorgt dafür, dass nicht einmal mehr die Darsteller hier noch viel herausreißen können. Die Blu-ray bietet ein mittelmäßiges Bild und, vor allem in der Originalfassung, guten Ton. Das Bonusmaterial ist allerdings recht knapp ausgefallen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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89:48 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch DTS-HD Master Audio 2.0 | Englisch DTS-HD Master Audio 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Die unglaubliche Reise des Sir Francis Drake
The Immortal Voyage of Captain Drake
Francis Drake als Sindbad-Verschnitt in einem furchtbar schlechten Fantasyabenteuer
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Bulgarien / USA, 2009 Regie: David Flores Drehbuch: Rafael Jordan Darsteller: Adrian Paul, Temuera Morrison, Wes Ramsey, Daniel Kash, Sofia Pernas, Nick Harvey, Vlado Mihailov, Yana Marinova
Label :
NewKSM
Verkaufsstart : 17.10.2011
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