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Blu-ray-Besprechung - Shaolin
Story:
China, Anfang des 20. Jahrhunderts: Nach dem Untergang der Kaiserdynastien wird das Land von Kriegsherrn, sogenannten Warlords, beherrscht. Einer der mächtigsten und ruchlosesten von ihnen ist General Hou Jie (Andy Lau). Nicht einmal vor den heiligen Mauern des Shaolin-Klosters macht er halt und verfolgt einen seiner Feinde bis zu den dort lebenden Mönchen, wo er ihn vor ihren Augen erschießt. Doch schon bald hat Hou Jie selbst die Hilfe der Ordensbrüder nötig, denn sein Untergebener Cao Man (Nicholas Tse) arbeitet insgeheim gegen ihn und will ihn sich vom Hals schaffen. So flieht Hou Jie ins Shaolin-Kloster, wo eine für ihn erkenntnisreiche Zeit beginnt.
Meinung zum Film:
"Shaolin" ist nicht nur der Name eines buddhistischen Mönchsordens, sondern auch dessen Ursprungskloster in China, genauer gesagt im Songshan-Gebirge in der Provinz Henan. Hier entstand in den ersten Jahrhunderten nach Christus die heute als Shaolin-Kung-Fu bekannte Kampfkunst, die der Grundstein sämtlicher asiatischer Martial Arts werden sollte. Noch heute werden im Kloster die Lehren des Buddhismus sowie Kung-Fu gelehrt - und so ist es auch kein Wunder, dass der Ort des Friedens und des Geistes immer wieder als Schauplatz für historische und Martial-Arts-Filme herhalten darf. Die vorliegende Produktion "Shaolin" basiert auf einem Drehbuch von Alan Yuen ("New Police Story") und wurde von Regisseur Benny Chan in Szene gesetzt, der vor allem durch seine Zusammenarbeit mit Jackie Chan, u.a. bei "Jackie Chan ist Nobody", bekannt wurde. Letzterer hat auch hier einen winzigen Auftritt, die Hauptrolle wird allerdings von Andy Lau ("House of Flying Daggers") verkörpert.
Im Prinzip handelt es sich bei "Shaolin" um eine klassische Läuterungsgeschichte. Der von Lau gespielte General Hou Jie ist ein typischer Kriegsherr des frühen 20. Jahrhunderts. Ihm geht es nur um die eigene Macht und zu Beginn des Films schreckt er nicht mal davor zurück, einen Feind, der im Shaolin-Kloster Zuflucht gesucht hat, dort kaltblütig zu erschießen. Doch dann wird er von seinem Kommandanten Cao Man (Nicholas Tse, "New Police Story") hintergangen und muss sich selbst dort verstecken. Durch sein Leben bei den Mönchen lernt er, dass Krieg und Gewalt doch nicht die richtige Lösung sind und es vielmehr darauf ankommt, im Reinen mit sich selbst und mit Buddha zu leben. Die Thematik ist altbekannt, sorgt aber trotzdem immer wieder mal für ganz nette Filme. Und eigentlich ist auch "Shaolin" einer von ihnen. Allerdings hat er das Problem, dass er sich nicht entscheiden kann, ob er nun ein ernstes historisches Kriegsdrama darstellen will oder doch eher seicht unterhaltend in Komödien-Richtung ausschlagen möchte.
Das wird besonders an den Szenen im Kloster deutlich. Hou Jie ist eine furchtbar ernste Figur und agiert selbst noch bei den alltäglichen Mönchsaufgaben mit der gleichen versteinerten Miene wie als Kriegsherr. Die Mönche selbst sind hingegen äußert locker drauf und immer wieder für einen Spaß zu haben. So sind sie dann auch die meiste Zeit über bei irgendwelchen "lustigen" Missgeschicken während des Trainings zu sehen, was in Kontrast zu den Hou-Jie-Sequenzen viel zu sehr wie ein "Comic Relief" wirkt, statt die Story wirklich glaubhaft zu vermitteln. Zwar gab es ursprünglich diverse Szenen, die die Mönche mehr in den Fokus der Handlung rückten und das Ganze dadurch nachvollziehbarer machten, doch fielen diese alle der Schere zum Opfer und sind nur noch im Bonusmaterial der Blu-ray zu finden. Auch Jackie Chan erinnert in seiner Minirolle als Koch eher an seine westlichen Komödien als an seine östlichen Kampfkunst-Wurzeln. So durchwachsen die Story jedoch auch sein mag, so überzeugend sind die Kampfszenen ausgefallen. Die Choreografie ist durchweg stimmig und auch die Kameraführung und die generelle Inszenierung schaffen es, den Zuschauer mitzureißen. Dabei wirkt jeder Kampf realistisch und auf künstliche Effekte wie Zeitlupen oder extreme Nahaufnahmen wird zum Glück verzichtet. Somit ist "Shaolin" inhaltlich zwar allerhöchstens Durchschnitt, Fans von Kung-Fu-Filmen sollten aber trotzdem mal einen Blick riskieren.
Digitale Aufarbeitung:
"Shaolin" hinterlässt auf Blu-ray einen sehr guten Eindruck. Das Bild ist jederzeit äußerst klar und sauber. Auch die Schärfe weiß zu gefallen und bietet bis in den Detailbereich eine gute Durchzeichnung. Kompressionsprobleme fallen nicht auf, Rauschen ist nur gelegentlich sowie in geringem Umfang auszumachen. Die Farben wirken natürlich, wobei der Farbumfang aus stilistischen Gründen etwas reduziert wurde, wodurch das Ganze eher erdig und dreckig als kräftig leuchtend erscheint. Der Ton liegt auf Deutsch und Mandarin in DTS-HD Master Audio 5.1 vor. Beide Fassungen bieten eine hervorragende Abmischung, die auch die Rears immer wieder erklingen lässt. Lediglich der Subwoofer hätte noch etwas umfangreicher zum Einsatz kommen können.
Neben dem Trailer zum Film gibt es im Bonusmaterial u.a. die bereits erwähnten entfernten Szenen in HD zu sehen, die insgesamt auf eine Laufzeit von knapp 45 Minuten kommen und "Shaolin" um einige Plotelemente erweitern, die der Handlung durchaus gutgetan hätten. Des Weiteren bekommt der Interessent ein 24-minütiges Making Of in SD geboten, das einige interessante Hintergründe zum Film liefert. Acht zusätzliche Making-Of-Featurettes, ebenfalls in SD und jeweils rund zwei Minuten lang, beleuchten dann noch einzelne Bereiche der Produktion, u.a. die Rekonstruktion des Tempels oder die Mentalität der Kampfkunst. Den umfangreichsten Teil des Bonusmaterial machen die Cast-und-Crew-Interviews in SD aus, die insgesamt rund 130 Minuten dauern und nahezu alle Beteiligten zu Wort kommen lassen. Zum Teil ist das ganz informativ, allerdings sind die heftigen, aufeinanderfolgenden Schnitte innerhalb der einzelnen Gespräche irritierend, die aber wohl nötig waren, um die Interviews zeitlich etwas zu raffen. Ansonsten gibt es noch ein knapp zehnminütiges Interview mit einem Shaolin-Abt (SD) sowie 30 Minuten an Behind-the-Scenes-Material, bei dem es sich um unkommentierte 4:3-SD-Aufnahmen im Homevideo-Stil handelt.
Fazit:
"Shaolin" bietet eine typische Läuterungsstory, bei der ein hartherziger General durch sein Leben bei den Shaolin-Mönchen schließlich deren Lebensstil annimmt und verinnerlicht. Während der Film mit seinen gelungen inszenierten Kampfszenen durchweg überzeugen kann, ist die Story etwas durchwachsen und schafft es nicht, die Gegensätze zwischen dem General und den Mönchen ausgewogen darzustellen, wodurch die meisten Klosterszenen eher wie "Comic Reliefs" wirken. Kung-Fu-Fans werden an dem Film aber sicherlich trotzdem Gefallen finden. Technisch bietet die Blu-ray sehr gute Qualität und äußerst umfangreiches Bonusmaterial.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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131:02 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1 | Mandarin DTS-HD Master Audio 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Trailer
- 16 Deleted Scenes
- Making Of
- Acht Making-Of-Featurettes
- Interviews mit Cast & Crew
- Interview mit einem Shaolin-Abt
- Behind the Scenes
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Shaolin
Xin shao lin si
Tolle Kung Fu-Szenen, aber inhaltliche Schwächen
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Hongkong / China, 2011 Regie: Benny Chan Drehbuch: Alan Yuen Darsteller: Andy Lau, Nicholas Tse, Bingbing Fan, Jackie Chan, Bing Bai, Yu Xing, Shaoqun Yu, Xin Xin Xiong
Label :
NewKSM
Verkaufsstart : 07.11.2011
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