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DVD-Besprechung - Die Munsters - Die komplette Serie
Story:
Familie Munster hat es aus ihrer transsilvanischen Heimat in einen kleinen amerikanischen Vorort verschlagen, wo sie sich nun mit dem Alltag und den Tücken eines (klein)bürgerlichen Daseins herumschlagen müssen. Die Munsters, das sind Opa Dracula (Al Lewis), seines Zeichens Vampir, Zauberer, Alchemist, Wissenschaftler und Verwandlungskünstler, sein Schwiegersohn und Familienvater Herman (Fred Gwynne), besser bekannt als Frankensteins Monster, seine Ehefrau Lily (Yvonne De Carlo), ebenfalls ein Vampir, und die gute Seele der Familie, sowie ihr gemeinsamer Sohn Eddie Wolfgang (Butch Patrick), ein Werwolf, und ihre etwas aus der Art geschlagene, weil völlig normale, attraktive Nichte Marilyn (Beverley Owen, ab Folge 14 Pat Priest).
Meinung zum Film:
In den 60er Jahren begannen die Filmschaffenden das humoristische Potential diverser Horrorkreationen zu erkennen und so gab es neben Kinofilmen wie "Der Rabe" von Roger Corman im Jahr 1964 gleich drei US-TV-Sitcoms, die mit ihrem fantasy-/horrorlastigen Ambiente um die Gunst der Zuschauer buhlten. Neben "The Munsters" waren dies noch "The Addams Family" und "Verliebt in eine Hexe". "Die Munsters" kamen jedoch längst nicht so schwarzhumorig wie die "Addams Family" daher und waren daher auch deutlich kinderfreundlicher. Insgesamt lief die Serie sehr erfolgreich und brachte es von 1964-1966 auf zwei Staffeln mit insgesamt 70 Folgen, war aber auch danach ein weltweiter Dauerbrenner im Fernsehen und entwickelte sich zur großen Kultserie. Sie ist eine Hommage an, und gleichzeitig auch eine Satire auf die klassischen Universal-Monsterfilme aus den 30er und 40er-Jahren wie "Frankenstein", oder "Dracula". Deren Maskenbildner zeichneten sich auch für Hermans absolut gelungene Frankensteinmaskerade verantwortlich und innerhalb der 1. Staffel gibt es auch Gastauftritte des "Wolfsmenschen" und der "Kreatur aus der Schwarzen Lagune" zu sehen, die hier als Verwandte auftreten. So liebevoll wie die Masken und Kostüme der Protagonisten sind auch die Studiosets geraten, die immer wieder mit liebevollen Details beeindrucken. Beispielsweise befindet sich das Telefon der Munsters in einer sargähnlichen Telefonzelle und unter der Haustreppe befindet sich der Hausdrachen "Spot", den man aber nie komplett zu sehen bekommt.
Der Humor ist gutmütig und kindgerecht, trotz des morbiden Hintergrunds der Munsters werden thematisch heiße Eisen wie die Religion, oder auch sexuelle Anspielungen komplett außen vor gelassen, hier geht es stets unpolitisch, aber politisch korrekt zu. Ein Großteil des Humors der Serie entsteht daraus, dass die Familie Munster sich selbst als völlig normal ansieht, während sie beim Verlassen ihres Hauses bereits aufgrund ihrer äußeren Erscheinung großes Entsetzen auslöst. Ein Großteil der Folgen konzentriert sich inhaltlich auf Verwechslungen und Missverständnisse. Immer wieder gerät der gutmütige und höfliche, aber auch naive Herman in die Klauen von Gangstern oder wird mit anderen Persönlichkeiten verwechselt. Auch innerhalb der Ehe kommt es immer wieder zu Missverständnissen zwischen Herman und Lily, die diverse Irrungen und Wirrungen auslösen. Weiterhin besteht der Humor der Serie aus harmlosen Wortspielen, einer guten Portion Slapstick, vor allem durch Herman verkörpert, sowie diversen Running-Gags. Aber gerade bei einer Familie wie den Munsters gibt es natürlich auch Schattenseiten. So werden z.B. die angesprochenen Running-Gags deutlich zu häufig bemüht. Wenn in jeder Folge, teils auch mehrmals die Spiegel im Angesicht von Hermans zusammengeflicktem Konterfei zerplatzen, bleibt der Witz irgendwann auf der Strecke. Und auch inhaltlich wiederholen sich die Folgen bereits in der 1. Staffel häufiger und leiden schon unter einer gewissen Einfallslosigkeit.
Leider bestätigt sich bereits zu Beginn der zweiten Staffel, was sich gegen Ende der ersten bereits angedeutet hatte. Den Drehbuchschreibern gingen offensichtlich die Ideen aus und es gibt ständig Geschichten nach dem gleichen Muster, mit den ewig gleichen abgedroschenen Gags. Herman wird alleine dreimal für das fehlende Bindeglied zwischen dem modernen Menschen und seinen Vorfahren gehalten. In etlichen Folgen sieht Lily in Herman einen Möchtegern-Casanova und die Streitereien zwischen Grandpa und Herman werden ebenfalls immer dominanter und verlaufen teilweise schon erstaunlich bösartig. So bezeichnet Grandpa ihn mittlerweile durchgehend nur noch als armseligen Trottel. Überhaupt verfahren die Drehbuchschreiber nicht immer gerade würdevoll mit der Familie Munster. Besonders hart trifft es Herman, der sich in beinahe jeder Folge zum Affen machen muss. Mal agiert er in Frauenkleidern, mal muss er als Riesenbaby inklusive Schnuller für billige Gags herhalten. Wenn er nicht die Zielscheibe für platte Scherze darstellt, wird er meist als selbstverliebt oder gierig dargestellt. Neue Figuren, die in die Handlung eingeführt werden, sucht man leider vergebens. Ein paar Highlights finden sich aber auch in der zweiten Staffel. So hat John Carradine ("Hexensabbat") seinen zweiten Auftritt als Hermans selbstgefälliger und verschrobener Boss Mr. Gateman, Fred Gwynne darf in einer Folge sich selbst spielen, weil Herman durch ein verunglücktes Experiment von Opa "entstellt" wird, und in einer weiteren Episode bekommt Herman Besuch von einem Nachfahren seines Erfinders Dr. Frankenstein, der auch ein optisch identisches, aber völlig unkultiviertes Vorserienmodell von Herman namens Johann mit sich führt.
Digitale Aufarbeitung:
"Die Munsters" bieten ein scharfes S/W-Bild, nur wenige Defekte oder Verschmutzungen, einen überzeugender Kontrast und lediglich ein minimales Bildrauschen. Für eine mehr als 40 Jahre alte TV-Serie stellt dies sicherlich das Optimum dar. Auch bei der rauschfreien deutschen Dolby Digital 2.0 Tonspuren gibt es keinen Grund zur Klage und es wird zu jeder Zeit eine gute Verständlichkeit gewährleistet.
Die Extras, die bei der Auflage zur ersten Staffel veröffentlicht wurden befinden sich auf der siebten DVD. Zunächst findet sich dort die nie ausgestrahlte Pilotfolge (13:14) zur Serie in Farbe. Diese Pilotfolge liegt in englischer Sprache mit optionalen deutschen Untertiteln und in guter Bildqualität vor. Inhaltlich entspricht dieser Pilot der ersten Hälfte der zweiten Folge, "Der Liebestrank". Das erste Feature auf der DVD, "America`s First Family of Fright" (43:02), in englischer Sprache mit optionalen deutschen Untertiteln, aus dem Jahr 2002 beschäftigt sich mit der Entstehungsgeschichte der TV-Serie, sowie ihren geistigen Vorläufern und bietet u.a. zahlreiche, aktuelle Stimmen von Darstellern und Verantwortlichen. Aber auch Remakes und Wiederbelebungsversuche der Serie werden beleuchtet. "Fred Gwynne: More than a Munster" (44:02), ebenfalls in englischer Sprache mit optionalen deutschen Untertiteln, aus dem Jahr 1999 beschäftigt sich mit der Biographie und Karriere des Hauptdarstellers der Serie. Hier kommen Weggefährten und Angehörige ausführlich zu Wort und das Feature bietet einen interessanten Blick auf das Privat- und Berufsleben von Fred Gwynne. Einziges Manko sind ein paar inhaltliche Überschneidungen zum ersten Feature bezüglich seiner Zeit bei "Die Munsters". Die Extras, die der 2. Staffel beilagen befinden sich auf der 14. DVD. Das sind im Wesentlichen zwei Dokumentationen über zwei weitere Hauptdarsteller der Serie. Dabei kommen Al Lewis, alias Grandpa, und Yvonne De Carlo, alias Lily, zu ihren Ehren. Das Feature "Al Lewis: Forever Grandpa" (44:03) aus dem Jahr 2000 beinhaltet die Biographie sowie die schauspielerische Karriere von Al Lewis, inklusive aller Höhen und Tiefen, beleuchtet aber auch seiner später, weit weniger bekannte Tätigkeit als aktiver Politiker. Das zweite Feature, "Yvonne De Carlo: Gilded Lily" (44:03) ebenfalls aus dem Jahr 2000, schildert u.a. anhand zahlreicher Filmausschnitte und Kommentare ehemaliger Weggefährten sowie enger Verwandter den Werdegang und die Hollywoodkarriere der Schauspielerin und gewährt Einblicke in das bewegte Leben einer schillernden Persönlichkeit.
Ausgeliefert werden die insgesamt 14 DVDs in einem stabilen Schuber, in dem Doppel-Slim-Cases in einer Box stehen. Die Rücken der Slim-Cases ergeben dabei ein Portrait von Herman Munster. Auch wenn der Aufdruck der DVDs angepasst wurde, befindet sich auf den Discs selbst der gleiche Inhalt wie bei den bisherigen Einzelveröffentlichungen der Serie. Die bei den Staffel-Boxen enthaltenen Booklets wurden nicht in die Gesamtbox übernommen.
Fazit:
Die Serie "Die Munsters" lebt von ihren skurillen, aber liebenswert monströsen Charakteren, der relativ simplen aber stimmigen Tricktechnik, sowie den liebevollen Sets, Masken und Kostümen. Der Humor ist eine kindgerechte Mischung aus Slapstick, Wortspielen, Running-Gags und Situationskomik nach relativ einfachem, aber leider innerhalb der Serie auch zu häufig bemühtem, Strickmuster. Die ständigen Wiederholungen in der 2. Staffel und ihre relativ schwachen Drehbücher sind allerdings kaum zu übersehen. Wer bereits die vorherigen Staffel-Boxen besitzt hat keinen Anreiz auf die Gesamtbox umzusteigen, da die DVDs inhaltlich identisch sind.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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70 Folgen á ca. 25 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Nie ausgestrahlte Pilotfolge in Farbe
- America`s First Family of Fright
- Fred Gwynne: More than an Munster
- Al Lewis: Forever Grandpa
- Yvonne De Carlo: Gilded Lily
- Bildergalerie
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Die Munsters - Staffel 1 / Die Munsters - Staffel 2
The Munsters - Season 1 / The Munsters - Season 2
Kultige Monster-Sitcom mit Gruselstimmung und kindgerechtem Humor in würdiger technischer Präsentation
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1964-1966 Regie: Ezra Stone, Norman Abbott, Joseph Pevney, Earl Bellamy u.a. Drehbuch: Joe Connelly, Bob Mosher, Dick Conway, u.a. Darsteller: Fred Gwynne, Al Lewis, Yvonne De Carlo, Butch Patrick, Pat Priest, Beverley Owen, Paul Lynde, John Carradine, Chet Stratton
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 07.10.2011
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