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DVD-Besprechung - Kampf der Kobolde

Story:
Dass Irland das Land der Kobolde und Feen sein soll, ist für den amerikanischen Geschäftsmann Jack Woods (Randy Quaid) nichts als eine Legende, die er ignoriert, als er aus geschäftlichen Gründen auf die grüne Insel fährt. Doch auch Legenden beinhalten manchmal Wahrheiten, wie Jack auch bald bemerkt, als er in seinem gemieteten Haus auf die Kobolde Seamus (Colm Meaney), Mary (Zoe Wanamaker) und deren Sohn Mickey (Daniel Betts) Muldoon stößt, die sich dort vor Urzeiten niedergelassen haben. Während Jack langsam das Land und vor allem seine attraktive Nachbarin Orla Brady (Kathleen Fitzpatrick) schätzen lernt, hecken Mickey und seine Koboldfreunde einen Schabernack aus, mit dem sie das Fest der rivalisierenden Elfen stören können. Dort angelangt, trifft Mickey auf die schöne Elfenprinzessin Jessica (Caroline Carver) und verliebt sich auf der Stelle in sie. Doch ihre Liebe bleibt den verfeindeten Familien nicht verborgen und nun droht der lange schwelende Konflikt der beiden Kulturen in einen Krieg zu münden, dessen Folgen auch die Menschen zu spüren bekommen.

Meinung zum Film:
Die zweiteilige Mini-Serie „Kampf der Kobolde“ orientiert sich in ihrer Handlung stark an Shakespeares „Romeo und Julia“. Die Sprösslinge zweier verfeindeter Familien verlieben sich ineinander und lösen damit einen Krieg aus. In diesem Film sind es jedoch nicht die Menschen, die sich in diesen blutigen Konflikt stürzen, sondern Feen und Kobolde. Durch diese Verniedlichung der Akteure wird dem dramatischen Grundthema ein wenig der Ernst genommen, was wohl auch ganz im Sinne des Drehbuchs, aus der Feder Peter Barnes („Alice im Wunderland“), gewesen ist, denn es besitzt keineswegs den Anspruch hohe Filmkunst darzustellen. So bewegt sich die Geschichte, samt ihrem Nebenstrang, der das Leben der Menschen, die sich letztlich mit den gleichen kulturellen Vorurteilen herumschlagen, wie die Fabelwesen auch, insgesamt eher auf einer seichten Ebene. Diese Oberflächlichkeit ist zwar in erster Linie ein Defizit und hat auch nichts damit zu tun, dass es sich hierbei um eine Fernsehproduktion handelt, wenn der Zuschauer jedoch weiß, worauf er sich einzustellen hat, kann er sich durchaus auf diesem Niveau amüsieren.

Die Schauspieler der Serie sind fast alle bekannte Seriendarsteller. Colm Meaney, der hier den Koboldanführer Seamus Muldoon spielt, hat früher den Chefingenieur Miles O´Brien in den Kultserien „Star Trek – Next Generation“ und „Star Trek – Deep Space Nine“ verkörpert. Dort wie auch hier, schafft der Schauspieler es Humor und Bodenständigkeit glaubwürdig zu verbinden. Zoe Wanamaker, die hier Mary, die bessere Hälfte von Seamus verkörpert, kennt der Zuschauer aus Serien wie „Agatha Christie`s Poirot“ und „Love Hurts“. Ihr schauspielerischer Part ist dieses Mal sehr begrenzt, aber nicht desto trotz macht sie eine gute Figur als Kobolddame. Eine Enttäuschung ist allerdings Randy Quaid („Independence Day“). Es scheint, als ob es dem ambivalenten Charakterdarsteller („Nixon“, „Brokeback Mountain“) nicht unbedingt gelingen will, hier seine Talente vollkommen zu entfalten. Er wirkt deplaziert und unmotiviert. Seine Mimik ist hölzern und auch die humoristisch angelegten Dialoge klingen aus seinem Mund eher gelangweilt, was angesichts seiner schauspielerischen Fähigkeiten enttäuschend ist.

Die Ausstattung der Serie ist insgesamt ziemlich liebevoll. Die Masken sind gut gelungen, wenn auch ein wenig amateurhaft gestaltet, vor allem in Hinblick auf ähnlich gestaltete Filme, wie „Herr der Ringe – Die Gefährten“, der nur ein Jahr nach „Kampf der Kobolde“ entstand. Doch hierbei muss auch der finanzielle Aspekt betrachtet werden. Fernsehproduktionen haben nunmal nicht immer die gleichen Mittel wie Kinofilme. Dementsprechend kann es passieren, dass Fernsehproduktionen vor allem im technischer Hinsicht Kompromisse eingehen müssen, da das Budget einfach nicht mehr hergibt. Bei „Kampf der Kobolde“ hat der Sparstrumpf wohl neben der Maske auch die Special Effects getroffen, denn gerade diese wirken hier nicht besonders professionell. Die Schauspieler schweben wie auf Seilen gezogen durch die Szenen, was dem Ganzen einen künstlichen Charakter verleiht, und beim Zuschauer das Gefühl erweckt, dass es sich hier eher um ein Theaterstück handelt, als um eine Fernsehserie. Dies ist bedauerlich, denn gerade bei Fantasy-Filmen sind die Special-Effects wichtig um die alternative Scheinrealität dieser Produktionen zu unterstreichen. Da der Anspruch der Serie jedoch nicht unbedingt hoch angesetzt ist, kann dieses Defizit leicht verschmerzt werden.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist von ausnehmender Qualität. Die Farben sind kräftig, wirken natürlich und die Konturen sind scharf abgegrenzt. Der Kontrast hält die gesamte Zeit ein gutes Niveau. Der Ton klingt gleichmäßig und angenehm aus allen Boxen. Auch der Mix aus Hintergrundgeräuschen, Musik und Dialogen ist hervorragend gelungen.

Die DVD enthält eine Menge Extras. In einem ausführlichen Making Of kommen die Schauspieler Colm Meaney, Zoe Wanamaker, Randy Quaid, Daniel Betts, Caroline Carver und Regisseur John Henderson zu Wort um sich über die Handlung, ihre Zusammenarbeit und den Dreh zu äußern. Außerdem kann sich der Zuschauer über die Special-Effects des Films informieren und den Originaltrailer ansehen.

Fazit:
„Kampf der Kobolde“ ist eine amüsante, jedoch nicht unbedingt anspruchvolle Mini-Serie. Leider wurde an der Maske und den Special-Effects gespart, was dem Film ein wenig die Glaubwürdigkeit nimmt und den Zuschauer leicht enttäuscht zurücklässt. Da jedoch der größte Teil der Schauspieler eine gute Leistung abliefert und auch die sonstige Ausstattung sehr liebevoll gestaltet ist, kann „Kampf der Kobolde“ letztendlich als leichtes und vollkommen entspanntes Fernsehvergnügen empfohlen werden.


Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 06
1,33:1
1,33:1
172:00 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Special Effects
  • Originaltrailer
Kampf der Kobolde - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Kampf der Kobolde
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Bild unseres Mitarbeiters Yatiker Yildiz
Amüsantes Vergnügen jedoch im Anspruch eher seicht!


Autor der Besprechung:
Yatiker Yildiz

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA/ England, 1999
Regie:
John Henderson
Drehbuch:
Peter Barnes
Darsteller:
Randy Quaid, Whoopi Goldberg, Roger Daltrey, Colm Meaney, Kieran Culkin, Zoe Wanamaker, Daniel Betts, Orla Brady, Caroline Carver, Frank Finley, Michael Williams, Harriet Walter, Danny Babington, Christopher Benjamin, Tony Bluto, Arthur Cox

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
07.10.2011