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DVD-Besprechung - Mysteria - Believe or die
Story:
Aleister Bain (Robert Miano) war einst ein umjubelter Drehbuchautor in Hollywood und zeichnete für so manchen Blockbuster aus der Traumfabrik verantwortlich. Mittlerweile befindet sich Bain jedoch im Spätherbst seiner Karriere und sein aktuelles Projekt für den Produzenten Fenelly (Billy Zane) ist so eine Art letzter Strohhalm für ihn. Dumm nur, dass er gegenwärtig unter einer Schreibblockade leidet und seinen Abgabetermin bereits um drei Monate überschritten hat. Mitten innerhalb seiner letzten Gnadenfrist taucht plötzlich eine mysteriöse Frau auf, die kurz danach ermordet aufgefunden wird. Fortan ist Bain ein Mordverdächtiger und Police Captain McCarthy (Michael Rooker) rückt ihm immer stärker auf die Pelle. Bains Kreativität scheint diese Situation jedoch erstaunlicherweise eher zu beflügeln.
Meinung zum Film:
„Mysteria“ ist eine Mischung aus einem modernen Film Noir und einem Mystery-Thriller und entstand im Jahr 2011 als Langfilmdebüt des Schweizers Lucius C. Kuert („Nancy: The Movie“), der auch das Drehbuch schrieb und zudem als Produzent und Editor fungierte. Stuart Alson, der Direktor des New York Indian Film Festival (NYIFF), wo Kuert 2008 für „Nancy“ ausgezeichnet wurde, war maßgeblich an der Fertigstellung des Films beteiligt, der in lediglich fünfzehn Tagen entstand. Wie zuletzt auch schon bei „Largo Winch II - Die Burma-Verschwörung“ hat sich der Vertrieb Sunfilm Entertainment dazu hinreißen lassen, auf dem Cover wieder reichlich irreführende Werbung für den Film zu betreiben. So zieren die Konterfeis von Billy Zane („Sniper – Der Scharfschütze“), Danny Glover („Zwei stahlharte Profis – Lethal Weapon“) und Martin Landau („Ed Wood“) das Cover, während der eigentliche, deutlich unbekanntere Hauptdarsteller Robert Miano („Giallo“) lediglich namentlich aufgeführt wird. Billy Zane ist hier in feinem Zwirn und mit Revolver zu sehen, im Film spielt er jedoch lediglich eine Szene mit einer Länge von zweieinhalb Minuten und trägt weder diesen Anzug noch besitzt er dort eine Pistole. Danny Glover verhört Bain lediglich als Polizeibeamter in den Szenen, die dazu dienen, die Rückblenden zu erzählen und hat sonst keinerlei Funktion. Martin Landau hat gerade mal drei unspektakuläre Kurzauftritte als Vermieter von Bain und nimmt ansonsten keinerlei handlungsrelevante Position ein.
Vergessen wurde vom Vertrieb allerdings noch ein weiteres bekanntes Gesicht auf der Besetzungsliste, das sogar tatsächlich einige längere Auftritte absolviert und dem auch für die Story eine nicht ganz unwichtige Rolle zukommt. Es handelt sich dabei um Michael Rooker („Henry – Portrait of a Serial Killer“), der allerdings auch schon länger keine größeren Schlagzeilen mehr geschrieben hat. „Mysteria“ ist eine misslungene Mixtur aus klassischem Film Noir im modernen Gewand und einem Mystery-Thriller, der mit den verschiedenen Wahrnehmungsebenen spielt. Den Film-Noir-Anteil bildet Aleister Bain als abgetakelter Drehbuchautor, der scheinbar ohne eigenes Verschulden in ein Mordkomplett hereingerät, und natürlich darf auch eine mysteriöse Frau, die diese Ereignisse überhaupt erst in Gang setzt, nicht fehlen. In der Mystery-Abteilung des Films geht es um die Frage, was eigentlich Realität ist und was Baines nur träumt bzw. was lediglich seiner Phantasie entspringt. Denn zu einem späteren Zeitpunkt des Films beginnt der zunehmend kreativer werdende Drehbuchautor, sein schriftstellerisches Projekt voranzutreiben, und was er dort verfasst, manifestiert sich kurz darauf in realen Geschehnissen. So viel sei allerdings vorweggenommen: Nicht nur die Verbindung dieser beiden Erzählstrukturen bzw. Stilebenen misslingt, sondern auch für sich genommen können diese Elemente nicht überzeugen.
Zunächst landet „Mysteria“ bereits zwei dicke Minuspunkte, die das Interesse beim Zuschauer äußerst gering halten. Der Film besteht fast ausschließlich aus Innenaufnahmen optisch absolut trister Locations, wobei Baines kleines, ständig verdunkeltes Apartment das Zentrum des Werkes bildet. Offensichtlich war das Budget sehr gering und hinzu kommt noch, dass der Versuch der visuellen Anlehnung an alte Klassiker des Film Noir bereits an der eher billig wirkenden Optik des Films scheitert. Eine Digitalkamera und spartanische Schauplätze waren hier offensichtlich die falsche Wahl. Das andere große Problem ist die äußerst zähe, weitgehend ereignislose Erzählweise. Wer Hauptdarsteller Miano gerne im Halbdunkel rauchen oder einen Whiskey kippen sehen möchte, der wird sich hier wie zuhause fühlen, wer allerdings eine wendungsreiche Handlung und intelligente Dialoge erwarte, oder auf einen Hauptdarsteller mit mehr als der Mimik eines Scheintoten hofft, der im Film auch eine charakterliche Wandlung durchläuft, wird bitter enttäuscht werden. Richtig übel wird es allerdings erst, wenn der Film versucht die verschiedenen Realitätsebenen miteinander zu verknüpfen, diese Symbiose allerdings nicht mal als Gegenentwurf zur Realität funktioniert und vor allem keines der selbst aufgestellten Mysterien letztendlich aufgeklärt wird. Zwar bemüht sich Kuert hier, mit der Wahrnehmung des Zuschauers zu spielen, problematisch ist nur, dass die Ereignisse überhaupt keiner wirklichen Logik zu folgen scheinen bzw. teilweise einfach nur völlig schwachsinnig aneinandergereiht werden. So wird beispielsweise nie geklärt, was die geheimnisvolle Frau eigentlich von Baine wollte bzw. wieso sie ausgerechnet ihn kontaktierte und auch die Identität und die Motive des Killers bleiben völlig nebulös, unabhängig von der Auflösung für Realität und Fiktion.
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität dieser mit der Red-One-Kamera gedrehten Low-Budget-Produktion hinterlässt auf DVD einen guten Eindruck. Die Bildschärfe ist recht überzeugend und bietet zumindest in der Front auch detailliertere Ansichten. Die Farbgebung wirkt kräftig und die Kontrastwerte hinterlassen bei diesem düster gehaltenen Film einen ausgewogenen Eindruck. Bildrauschen ist lediglich in geringem Ausmaß erkennbar. Akustisch geben sich beide Dolby-Digital-5.1-Tonspuren gut verständlich, aber auch vollkommen unspektakulär abgemischt und frontlastig. Untertitel gibt es nicht.
Auf der DVD befindet sich keinerlei Bonusmaterial und für ein Wendecover hat es ebenfalls nicht gereicht, da die Rückseite des extrem hässlichen Covers lediglich für Werbung genutzt wird.
Fazit:
„Mysteria“ ist eine vollkommen misslungene, zähe, unlogische und visuell ziemlich trist bis billig anmutende Mischung aus Film Noir und Mystery-Thriller, deren einzelne Elemente auch für sich betrachtet nicht funktionieren. Hauptdarsteller Robert Miano kocht mimisch auf Sparflamme und überzeugt eher durch den eisernen, ununterbrochenen Konsum von Whiskey und Zigaretten, während die prominenten Mitwirkenden lediglich glanzlose Miniauftritte absolvieren. Technisch macht die DVD einen ordentlichen Eindruck, ohne zu glänzen. Fehlendes Bonusmaterial, keine Untertitel und ein irreführendes, potthässliches sowie verflatschtes Cover hinterlassen allerdings nicht gerade den Eindruck einer liebevollen Veröffentlichung.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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90:06 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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Mysteria
Mysteria
Ich bin ein Star holt mich hier raus! - Große Namen in einem Film zum Vergessen
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2011 Regie: Lucius C. Kuert Drehbuch: Lucius C. Kuert Darsteller: Robert Miano, Michael Rooker, Meadow Williams, Danny Glover, Martin Landau, Peter Mark Richman, Billy Zane, Silvia Spross
Label :
Sunfilm Entertainment
Verkaufsstart : 04.11.2011
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