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DVD-Besprechung - Frenemy
Story:
Nur durch die Eloquenz von Mr. Jack (Matthew Modine) wurden er und sein Freund Sweet Stephen (Callum Blue) beim Überfall eines Pornoladens nicht getötet. Doch seine psychologischen Tricks kommen nicht von ungefähr. Der Weg der beiden wird mit Leichen gepflastert und anstatt unterzutauchen, treten beide sogar in einer Talkshow auf.
Meinung zum Film:
"Frenemy" beginnt mit Dialog und endet mit Dialog, dazwischen ist weitgehend Dialog. Wenn Bucky, Besitzer des Pornoladens, anfängt zu stöhnen, dass der ebenfalls sehr redefreudige Räuber ihn lieber erschießen soll als dass er sich die ganze Laberei anhören müsse, spricht er ein wahres Wort. Bucky wird von Zach Galifianakis ("Dinner für Spinner") gespielt und ist schon auf dem Cover prominent vertreten und mit dem Zusatz "Mit dem Superstar aus 'Hangover' und 'Stichtag'" versehen, um die falsche Erwartung zu schüren, dass dies eine Komödie mit der Hauptperson Bucky ist. Bucky ist aber nur die Nebenfigur einer Szene und taucht danach nicht wieder auf. Im Rampenlicht stehen Callum Blue ("Plötzlich Prinzessin 2") und Matthew Modine ("In den Westen") als Sweet Stephen und Mr. Jack, der eine mit einem gewaltigen Frauenproblem und der andere mit banalen Weltansichten gesegnet, welche er auch noch jedem mitteilen muss. So ist der Mörder Sweet Stephen den ganzen Film über der Stichwortgeber für Mr. Jack.
In "Pulp Fiction" wurden beispielsweise die humorvollen Dialoge mit actionreichen Szenen und einem Schnitt, der zu einem zweiten Ansehen lockte, gewürzt. "Frenemy" verwirkt seine zwei Actionszenen durch denselben Stammtischphilosophen-Dialog, der schon in den ruhigen Szenen vorher ziemlich plump ausfiel. Das Potential des Films und der beiden Hauptfiguren wird nicht genug ausgespielt. So hat Sweet Stephen eindeutig ein Frauenproblem, wie sich nicht nur an seiner rein weiblichen Opferwahl, sondern schon am alltäglichen Umgang mit ihnen zeigt. Mr. Jack rettet durch seine provokante Art nicht nur das Leben von Bucky, sondern lenkt den Räuber lange genug ab, um die Polizei einschreiten zu lassen, hindert seinen Freund aber nicht am Morden. Warum ist der Mörder auf dem Cover das Engelchen und der recht passive Mr. Jack das Teufelchen? Die so entstehenden Fragen bleiben offen und die Hauptfiguren unbeschriebene Blätter, zu denen weder Mitgefühl noch Abscheu aufgebaut werden kann.
So bleiben die besten Stellen in "Frenemy" leider nur die witzige Szene zu Beginn, als ein eindeutig minderjähriger Knabe im Pornoladen einkaufen möchte, und die ethisch angelegte Kritik an den mordlustigen Massenmedien, welche völlig unerwartet von Mr. Jack geäußert wird. Leider arbeitet sich der Film aber auch nicht zu dieser Botschaft hin, sondern sie ist vielmehr nur ein geflügeltes Wort umgeben von vielen hohlen Phrasen, mit denen Mr. Jack und Sweet Stephen ihre ziellose Mordlust begründen. So bleibt bis zum Ende offen, was der Film eigentlich mitteilen wollte. Für eine Actionkomödie war von beidem zu wenig da. Verständnis für eigentlich menschliche Mörder, oder Angst vor willkürlichen Tötungsmaschinen, wollte sich nicht einstellen und der zwischenzeitlich eingearbeitete philosophische Aspekt über Leben, Tod und böses Karma war eindeutig zu kurz gegriffen. Dafür erreicht "Frenemy" mit Sicherheit das Ziel auch über den Abspann hinaus zum Nachdenken zu animieren, wenn auch sicherlich anders als beabsichtigt.
Digitale Aufarbeitung:
Was Bild und Ton betrifft, kann sich der Film durchaus sehen lassen. Die Farben sind kräftig und betonen die Konturen, während die Motive scharf in Szene gesetzt wurden. Der Ton ist deutlich, trotz Musik werden die Dialoge nie übertönt.
Die DVD enthält neben dem Originaltrailer sowie dem deutschen Trailer auch noch Biografien und Filmografien der Darsteller. Eine Bildergalerie ist ebenfalls vorhanden. Die DVD-Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.
Fazit:
"Frenemy" überzeugt durch nichts. Für einen Krimi ist er zu offensichtlich, für eine Komödie zu langweilig, für eine Gesellschaftskritik zu nichtssagend. Regie und Schauspieler sind zwar lobenswert, aber aus dieser Handlung holen sie leider nicht viel heraus. Sehr schade für einen Film, der sich noch auf dem Cover mit "Hangover" und "Stichtag" vergleicht, zwei Filmen, die weitaus mehr Substanz besitzen. Leider ist "Frenemy" insgesamt somit nicht empfehlenswert.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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86:18 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Originaltrailer
- Deutscher Trailer
- Biografien/Filmografien
- Bildergalerie
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Frenemy
Little Fish, Strange Pond
Unterhaltung, allerdings weniger für den Zuschauer als vielmehr zwischen den Protagonisten
Autor der Besprechung:
David Bühring
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2009 Regie: Gregory Dark Drehbuch: Robert Dean Klein Darsteller: Matthew Modine, Callum Blue, Paul Adelstein, Adam Baldwin, Zach Galifianakis, Don McManus, Brooke Newton, Liza Weil, Lisa Brenner, David Ellison, Martin Spanjers
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 21.10.2011
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