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DVD-Besprechung - Die Schneekönigin
Story:
Teil 1: Hotelpage Kai (Jeremy Guilbaut) hat es nicht leicht: Tagein, tagaus muss er Fußböden schrubben, Schuhe putzen, Botengänge laufen und überhaupt Mädchen für alles spielen. Dabei bleibt er dank seiner Schwärmerei für Gerda (Chelsea Hobbs), der hübschen Tochter seines Chefs, immer guter Laune. Doch kaum lernt er sie richtig kennen, zieht ein Schneesturm auf und mit dem Wetterwechsel ändert sich auch Kais Stimmung. Furchtbar schadenfroh spielt er seinen Kollegen und den Gästen Streiche und träumt vom Norden. Als er eines Abends plötzlich verschwindet, hat er für Gerda nur eine Botschaft hinterlassen: "Hilf mir!"
Teil 2: Gerda macht sich auf den Weg, ihren Freund von der Schneekönigin (Bridget Fonda) zu befreien. Doch um überhaupt zu ihrem eisigen Palast zu gelangen, muss sie durch die Landsitze der drei Schwestern der Schneekönigin, welche genauso wie diese nach menschlicher Gesellschaft dürsten und Gerda nicht gehen lassen wollen. Und auch Kai hat es nicht viel leichter. Als neuer Diener der Schneekönigin muss er einen zerbrochenen Spiegel wieder zusammensetzen, womit die Schneekönigin alle Jahreszeiten in frostige Kälte verwandeln kann.
Meinung zum Film:
"Die Schneekönigin" von Hans Christian Andersen zählt zu den komplexesten, aber auch zu seinen bekanntesten Märchen. So bekannt, dass es neben einigen Verfilmungen auch als ein Musical, eine Kinder-Oper und ein Hörspiel adaptiert wurde. Die Geschichte des entführten Jungen im Eispalast und seiner Retterin wurde dabei schon mehrfach abgeändert. Zum Beispiel verwendete Cees Nooteboom Ideen aus dem Märchen für seinen Roman "In den niederländischen Bergen". Auch in dieser Verfilmung wurden minimale Veränderungen vorgenommen, etwa wurde der Spiegel, welcher das Gute verzerrt und vom Teufel zerstört wurde, zum Spiegel, welcher die Jahreszeiten verursacht. Je nachdem, welche der vier Schwestern vor den Spiegel tritt, ändert sich das Wetter auf der Erde. Als der Spiegel im Winter zerbricht, gerät Kai, im Original Kay geschrieben, ein Splitter ins Auge, im Märchen geriet ein weiterer in sein Herz und vereiste es. Die Märchenreise der beiden sorgt dafür, dass sie als erwachsene Menschen zurückkehren, im Film vergehen nur wenige Monate. Ein Großteil des Märchens wurde jedoch übernommen.
So haben die Schwestern der Schneekönigin ihre eigenen Welten, die passend zu den Besitzern verschiedener nicht hätten ausfallen können. Die Frühlingshexe besitzt ein Häuschen mit wunderschönem Garten, die Sommerprinzessin hat neben ihrem eigenen Palast auch eine eigene Hofschar und die Herbsträuberin versteckt sich mit ihrer Bande im Wald. Doch so wie die Schneekönigin wollen sie Gerda festhalten und so kämpft sie sich von der einen schönen Szenerie in die nächste. Auch ihr Heimatort und der Schneepalast sehen rustikal, aber authentisch aus und entführen in die gefährlich kalte, aber auch sehr ansehnliche Welt Dänemarks. In der zweiten Hälfte des Filmes tauchen zudem ein sprechender Eisbär als Gehilfe der Schneekönigin und ein alterndes Rentier als Gerdas Wegpartner auf. Diese beiden Animatronic-Figuren stammen aus den Jim Henson-Studios und verwischen durch ihr originalgetreues Aussehen, aber zugleich auch ihre vielseitige Mimik, die Grenze zwischen Realität und Märchenwelt komplett.
Obwohl SuperRTL laut Rückentext mit "hochkarätige[r] Besetzung" warb, ist nur Bridget Fonda ("Ein einfacher Plan") als Schneekönigin wirklich prominent. Die übrigen, unbekannteren Darsteller sind aber keinesfalls zweite Wahl. Gerade Chelsea Hobbs ("Erfolg um jeden Preis") als Gerda trägt den ganzen Film nicht nur als Kämpferin, sondern auch schon zu Beginn mit Jeremy Guilbaut ("Das Schnelle Geld") als Liebende. Die Harmonie zwischen den beiden ist deutlich spürbar und lässt ihr Schicksal umso tragischer erscheinen. So scheint an keiner Ecke gespart worden zu sein und hätte der fast dreistündige Film keine Teilung in der Mitte, könnte man die Fernsehproduktion problemlos mit einem Streifen fürs Kino verwechseln. Dies wurde auch 2003 mit dem Saturn Award für den "besten Fernsehfilm" ausgezeichnet. Kameramann Gregory Middleton bekam im selben Jahr den Canadian Society of Cinematographers Award und Chelsea Hobbs, verantwortlich für den Tonschnitt, wurde für den kanadischen Leo Award nominiert. Das einzige, was diesem Film gelegentlich die Stimmung nimmt, ist die Einbindung von modernen Liedern, was den Film leider nicht komplett zeitlos macht, sondern auch in Jahren immer noch daran erinnern wird, wann er gedreht wurde. Dies ist allerdings kein Makel, den nicht auch "Die unendliche Geschichte" hatte, und dieser Film lädt schließlich auch heute noch zum Mitfiebern ein.
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität ist durchgehend gut und die Farben sehr natürlich. Das scharfe Bild lohnt sich bei dem detailreichen Bühnenbild besonders. Die deutsche und englische Tonspur bleiben bei aller Authentizität der Szenerie klar verständlich, der englische Dialog ist dabei etwas leiser abgemischt als der deutsche.
Leider befindet sich auf der DVD kein Bonusmaterial. Die Veröffentlichung besitzt aber ein Wendecover.
Fazit:
"Die Schneekönigin" sollte jeder einmal gesehen haben! Selbst heute ist es noch lange keine Selbstverständlichkeit, in Filmen eine weibliche Heldin im Kampf für einen Mann in Not zu sehen. Durch die Zweiteilung eignet sich der zugegeben ziemlich lange Film für zwei Filmabende mit der ganzen Familie. Ausdauernde Zuschauer können sich die beiden Teile auch direkt hintereinander ansehen, da sie auf der DVD nicht nur separat anwählbar sind.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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168:50 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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Die Schneekönigin
Snow Queen
Bekannte Geschichte, zauberhafte Umsetzung: Hier wird der Zuschauer gerne in den Schneepalast entführt!
Autor der Besprechung:
David Bühring
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Kanada / USA / Großbritannien, 2002 Regie: David Wu Drehbuch: Simon Moore (nach dem Märchen von Hans Christian Andersen) Darsteller: Bridget Fonda, Jeremy Guilbaut, Chelsea Hobbs, Robert Wisden, Wanda Cannon, Meghan Black, Jennifer Clement, Kira Clavell, Suzy Joachim, Duncan Fraser, Rachel Hayward
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 21.10.2011
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