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DVD-Besprechung - Mr. Hobbs macht Ferien

Story:
James Hobbs (James Stewart) ist sichtlich urlaubsreif und freut sich auf eine Weltreise, die er allein mit seiner Frau Peggy (Maureen O`Hara) genießen möchte. Leider hat Peggy andere Pläne, denn sie hat die ganze Familie zu einem Urlaub in einem Ferienhäuschen am Meer eingeladen. Das entnervte Familienoberhaupt muss sich dem Willen seiner Frau beugen und so reist die gesamte Familie, samt Kindern und Enkel an den Strand. Doch das angebliche Traumhaus entpuppt sich schnell als Bruchbude, in dem es noch nicht einmal fließendes Wasser gibt. Zusätzlich sehen die Familienmitglieder auch nicht ein, dass der Vater, bzw. Großvater seine Ruhe braucht und verhalten sich so wie immer, nämlich laut und nervig! Langsam aber sich erkennt Mr. Hobbs, dass er in seinem Urlaub nicht die erhoffte Ruhe finden wird und daran lässt sich leider nun auch nichts mehr ändern.

Meinung zum Film:
Hollywood-Familienkomödien, wie „Mr. Hobbs macht Ferien“, hatten gerade in den 50er und 60er Jahren Hochkonjunktur. Regisseur Henry Koster („Die jungfräuliche Königin“) hielt sich hierbei an ein einfaches Rezept. Man nehme einen genervten und erschöpften Familienvater und verdonnere ihn zu einem Zwangsurlaub mit seiner verrückten und lauten Familie, die kein Verständnis für seine Nöte aufbringen kann. Und schon ergeben sich diverse Möglichkeiten, Slapstick mit kuriosen Situationen zu paaren. Ein einfaches Konzept, dass dieses Mal wunderbar funktioniert. Wobei bemerkt werden sollte, dass nicht das komisch-kuriose Drehbuch von Nunnally Johnson („In Liebe eine 1“) für diesen Erfolg verantwortlich zu sein scheint, sondern vielmehr das schauspielerische Talent eines James Stewart („ Ein Cocktail für eine Leiche“) die Komödie erst zu dem macht, was sie letztendlich darstellt, ein angenehmes Vergnügen für die Zuschauer. „Mr. Hobbs macht Ferien“ ist die erste von drei Filmkomödien, die Regisseur Koster neben „In Liebe eine 1“ und „Geliebte Brigitte“ gedreht hat, und dieser Film war auch an den Kinokassen der erfolgreichste.

Der Film beginnt mit einem cineastischen Trick. James Stewart, der hier den gestressten Familienvater Roger Hobbs mimt, kommt entnervt in sein Büro und fängt an, einen Brief an seine Frau zu diktieren, in dem er erklärt, warum er nicht mehr mit ihr in den Urlaub fahren möchte. Der Zuschauer erfährt dann erst durch zahlreiche Rückblicke, was Mr. Hobbs in seinem Urlaub so alles passiert ist. So entwickeln sich die Ereignisse von hinten nach vorn und das Ende schließt dann wieder den Kreis. Der überaus talentierte Schauspieler James Stewart schafft es nicht nur seiner Rolle Leben einzuhauchen, sondern er bietet dem Zuschauer auch eine eindeutige Identifikationsmöglichkeit. Dabei kommt sein komödiantisches Talent voll zur Geltung was dem Film den nötigen Pfiff verleiht. Aber auch die anderen Schauspieler wie Maureen O`Hara („Sommer der Erwartungen“), die hier die Übermutter Mrs. Hobbs verkörpert, Natalie Trundy („Huckelberry Finn“), als Tochter Susan, und Lili Gentle („Sing Boy Sing“) als jüngste Tochter Janie liefern eine hervorragende Leistung ab, so dass der Film insgesamt zu einer runden Angelegenheit gerät.

Obwohl der Film nicht gerade einen hohen Anspruch erhebt, amüsiert er dennoch dank der guten schauspielerischen Leistungen. Diese Tatsache würdigten dann auch zahlreiche Filmgremien, denn Stewart gewann den Silbernen Bären bei den „Internationalen Filmfestspielen in Berlin“, während Regisseur Koster für den Preis in der Kategorie „Beste Regie“ nominiert wurde. Später kam für Stewart noch eine Nominierung beim Golden Globe für seine Rolle in diesem Film dazu. Die Koch Media GmbH präsentiert den Film erstmalig in seiner ungeschnittenen Fassung, was beinhaltet, dass einige Szenen nur im Original und mit deutschen Untertiteln zu sehen sind, da die damaligen Synchronsprecher mittlerweile nicht mehr zur Verfügung standen. Diese Tatsache beeinträchtigt das Filmvergnügen jedoch nicht im Geringsten. Kamera und Schnitt sind indes auch gut gelungen, so dass sich das Geschehen schnell und interessant entfalten kann, weshalb beim Zuschauer keine Langeweile aufkommt. Insgesamt ist der Film ein gutes und amüsantes Werk, das sich auch ohne höheren Anspruch durchaus sehen lassen kann.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild hat für sein Alter eine überzeugende Qualität. Die Farben wirken manchmal ein wenig zu kräftig, was vor allem an den leicht unnatürlich orangefarbenen Gesichtern auffällt, doch dieses Defizit tritt nur partiell auf. Der Kontrast hält durchgehend ein gutes Niveau. Der Ton ist im Großen und Ganzen klar und gleichmäßig. In den Szenen, die nun neu eingefügt worden sind, wechselt die Tonqualität jedoch von klar zu leicht dumpf, wobei dies vermutlich auch an der fehlenden Synchronisation liegt. Der Mix aus Hintergrundgeräuschen, Musik und Dialogen ist jedoch ausgezeichnet gelungen.

Die DVD enthält zahlreiche Extras. Neben dem englischen Originaltrailer gibt es noch den deutschen Kinotrailer zu sehen. Außerdem existiert eine mit Musik untermalte Bildergalerie, die Fotos, Kinoplakate und weitere seltene Pressematerialen beinhaltet. Die Specials werden durch einen Schnitt der älteren Nachrichtensendung, den „Movietown News“, die Aufnahmen vom Dreh zeigen, abgerundet.

Fazit:
„Mr. Hobbs macht Ferien“ ist eine gelungene Familienkomödie im Stil der 60er Jahre. Regisseur Henry Koster erschuf damit einen international erfolgreichen Film, bei dem James Stewart sein komödiantisches Talent voll entfalten konnte. Der Erfolg an den Kinokassen wurde auch von den Kritikern bestätigt, was dem Hauptdarsteller Stewart und seinem Regisseur Koster zahlreiche Preisnominierungen einbrachte. Ein leichtes und unkompliziertes Filmvergnügen, über das der Zuschauer auch heute noch lachen kann.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 06
2,35:1
2,35:1
111:53 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Deutscher Trailer
  • Englischer Trailer
  • Bildergalerie
  • Newsreel vom Filmset
Mr. Hobbs macht Ferien  - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Mr. Hobbs macht Ferien
Mr. Hobbs Takes a Vacation

Bild unseres Mitarbeiters Yatiker Yildiz
Lustig-leichtes Lachvergnügen!


Autor der Besprechung:
Yatiker Yildiz

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1962
Regie:
Henry Koster
Drehbuch:
Nunnally Johnson
Darsteller:
James Stewart, Maureen O`Hara, Fabian, John Saxon, Marie Wilson, Reginald Gardiner, Lauri Peters, Valerie Varda, Lili Gentle, John McGiver, Natalie Trundy, Josh Peine, Minerva Urecal, Michael Burns, Richard Collier

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
21.10.2011