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DVD-Besprechung - Red State

Story:
Drei Freunde wollen sich vergnügen und haben von einer Frau gehört die es gerne mit mehreren jungen Männern in ihrem Trailer treibt. Nach einer kühlen Flasche Bier brechen die Drei zusammen auf und finden sich in einem Albtraum wieder. In der Five Points Trinity Church werden sie an den Pranger gestellt und von Prediger Cooper (Michael Parks) sexueller Verfehlungen angeklagt. Sie sollen durch die Hände der Mitglieder der Gemeinde gefoltert und mit dem Tode bestraft werden. Als auch noch ein Deputy erschossen wird, kommt Agent Keenen (John Goodman) zum Einsatz und ahnt noch nicht, dass dieser Auftrag ihm alles abverlangen wird.

Meinung zum Film:
Mit „Red State“ hat Regisseur Kevin Smith einen Film abgedreht, der für seine Verhältnisse eher ungewöhnlich ausfällt. Seine Werke wie „Clerks“, „Chasing Amy“ oder „Dogma“ sind witzige Filme mit Kultcharakter und haben es in die Herzen der Filmfans geschafft. „Red State“ hingegen ist ein brutaler und kompromissloser Film der verschiedenen Gruppen in den USA überhaupt nicht gefallen dürfte. Es ist eine Ironie, dass es dem einen oder anderen Filmfreund ebenso gehen dürfte, da Smith seine bekannten Pfade derart verlassen hat, dass sich die Frage aufdrängt, was genau hier eigentlich passiert ist. In den Gazetten war zu lesen, dass Smith sauer auf Hollywood gewesen sei und daher „Red State“ fast im Alleingang produziert und vermarktet habe. Was auch immer seine Motivation gewesen sein mag, es war eine gute und interessante. Das Ergebnis ist ein Action-Thriller der auch sehr gut zu Quentin Tarantino („From Dusk Till Dawn“) gepasst hätte.

„Red State“ lebt von zwei Charakteren und zwei erstklassig agierenden Schauspielern. Michael Parks („Kill Bill: Vol 2“) spielt den ultrakonservativen Prediger Abin Cooper der Five Points Trinity Church. Seine unerbittliche Auslegung der Bibel macht ihn zu einem unberechenbaren Hassprediger, der gegen alles wettert, was nur den Hauch von Anstößigkeit besitzt. Vor allem Schwule und außerehelicher Sex sind ihm ein Dorn im Auge. Seine Predigt im Film ist vielleicht ein wenig lang geraten, doch sie ist bezeichnend für die Verblendung religiöser Fanatiker. Die Situation im Film ähnelt der Waco-Belagerung von 1993, bei der die Branch-Davidian-Sekte tagelang vom FBI belagert wurde, die letztlich in einem Massaker endete. Der Führer der Sekte war David Koresh, der ebenfalls bei der Belagerung ums Leben kam. Parks spielt seinen Part überzeugend und der Zuschauer verabscheut seinen religiösen Eifer auf das Innigste.

Der stark gewichtsreduzierte John Goodman (“Die Päpstin”) spielt den Agenten Joseph Keenen, der den schlimmsten Einsatz seines Lebens erleben muss. Goodman verkörpert perfekt die Verzweiflung eines Befehlsempfängers, der einen Auftrag erhält, von dem er weiß, dass er ein Verbrechen darstellt. Sein Vorgesetzter entscheidet, dass die Mitglieder der Kirche keine bewaffneten Fanatiker sind die überwältigt werden müssen. Er stuft sie als Terroristen ein, die Keenen mit seinen Leuten auslöschen soll. Seine Direktive beinhaltet keine Verhandlungen, keine Gnade und keine Überlebenden. Sowohl Religion wie auch amerikanische Behörden werden an den Pranger gestellt. Die Fanatiker gibt es, ob aber die Behörden solch skrupellose Entscheidungen treffen ist so offen noch nicht nachgewiesen worden. Aber Kevin Smith wäre nicht er selbst, wenn er nicht noch einen i-Tüpfelchen gesetzt hätte. So bindet er noch ein Großereignis aus der Bibel mit ein, welches an dieser Stelle aber nicht verraten werden soll.


Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der DVD ist gut gelungen. Es bleibt weitgehend rauschfrei und lediglich der Kontrast ist in wenigen dunklen Szenen etwas schwach. Die Farben wirken frisch und ausgewogen. Die Bildschärfe ist ebenfalls gelungen und komplettiert den guten Gesamteindruck. Der Ton ist überzeugend umgesetzt und wird in den Actionszenen auf alle Boxen verteilt. Die Dialoge sind stets einwandfrei verständlich, auch bei den Schießereien.

Die einzigen Extras sind der deutsche und der englische Trailer.

Fazit:
Mit „Red State“ hat Regisseur Kevin Smith den Nachweis abgeliefert, dass er auch einen richtig harten Film machen kann. Mit Michael Parks und John Goodman treffen sich zwei ebenbürtige Widersacher und liefern bei diesem Duell eine sehr gute Leistung ab. Die technische Seite ist gut, leider gibt es aber kaum Extras.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,85:1
1,85:1
84:36 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Deutscher Trailer
  • Englischer Trailer
Red State - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Red State
Red State

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Sei sittsam...oder wir töten Dich


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2011
Regie:
Kevin Smith
Drehbuch:
Kevin Smith
Darsteller:
John Goodman, Melissa Lee, Michael Parks, Nicholas Brown, Kayle DeFer, Kyle Gallner, Ronnie Connell, Deborah Aquila

Label Deutschland :
Planet Media
Verkaufsstart Deutschland :
06.12.2011