 |
Blu-ray-Besprechung - Footloose (Deluxe Edition)
Story:
In dem ruhigen Kaff Bomont sind Alkohol und Musik verboten, nachdem bei einem Unfall nach einer Party Jugendliche ums Leben kamen. Reverend Shaw Moore (John Lithgow) ist der oberste Wächter über dieses Verbot und sorgt mit seinen Predigten dafür, dass die Sitten eingehalten werden. Als Ren McCormack (Kevin Bacon) in das beschauliche Städtchen zieht beginnen die Grenzen immer mehr zu verschwimmen, da der überzeugte Musik- und Tanzliebhaber sich seine Leidenschaft nicht verbieten lassen will. Nach und nach zieht er immer mehr Jugendliche auf seine Seite und Ariel Moore (Lori Singer), die Tochter des Reverend, verliebt sich in ihn. Als er beginnt eine Tanzparty zu organisieren geht er bewusst auf Konfrontationskurs zu den moralischen Vorstellungen des Stadtrats.
Meinung zum Film:
Pünktlich zum Start des Remakes zu „Footloose“ kommt das Original in High Definition auf Blu-ray in die Verkaufsregale. Als der Film 1984 erschien avancierte er zu einem Erfolgsfilm des Kinojahres und wurde schnell zum Kultfilm. MTV hatte gerade seinen Sendebetrieb aufgenommen und die Art, wie Musik von den Jugendlichen dadurch aufgenommen wurde verändert. Genau in diese neue Sichtweise passte die Aufmachung von „Footloose“, der Musik nicht einfach nur als Hintergrundbeschallung einsetzte, sondern gezielt als Stilmittel, um die Gefühle und Gedanken der jeweiligen Personen in der Szene auszusprechen. Den Komponisten, die aus unterschiedlichen Stilrichtungen von Pop & Rock kamen, wurden dazu direkt Vorgaben gemacht, an welcher Stelle im Song das Schlagzeug in den Vordergrund treten musste oder an welcher Stelle ein Gitarrenriff gehörte. Diese Art die Musik einzusetzen zahlte sich aus. Bereits bevor der Film in die Kinos kam wurden die Clips zum Film auf MTV gespielt und sorgten so für zusätzliche Promotion. Diese Maßnahme lockte das junge Zielpublikum in Scharen in die Kinos. Lieder wie „Footloose“ von Kenny Loggins, „Let’s hear it for the boy“ von Deniece Williams oder “Holding out for a hero” von Bonnie Tyler stürmten zusammen mit dem Film die Charts.
Das Castingbüro hatte ebenfalls gute Arbeit geleistet und konnte ein ansprechendes Ensemble zusammenstellen. Die Hauptrolle des Films wurde mit dem damals noch recht unbekannte Kevin Bacon („Mystic River“), dessen größter Auftritt zuvor eine Rolle als Opfer im ersten „Freitag, der 13.“-Film war, besetzt. Seinen besten Freund in der neuen Heimat, Willard Hewitt, verkörperte der 2006 viel zu früh verstorbene Chris Penn („Reservoir Dogs“). Die Rolle der aufmüpfigen Reverend-Tochter bekam Lori Singer, die zuvor in der TV-Serie „Fame“ bereits Bekanntheit erringen konnte, nach „Footloose“ bis auf wenige Ausnahmen dann aber kaum noch auf der Leinwand zu sehen war. Als Ariels Freundin Rusty ist Sarah Jessica Parker („Sex and the City“) zu sehen, die zuvor in der US-TV-Serie „Square Pegs“ zu sehen war, die in Deutschland allerdings niemals ausgestrahlt wurde. Der Part des Reverend Shaw Moore wurde von John Lithgow („Hinterm Mond gleich links“) übernommen, seine Frau wurde von Dianne Wiest („Edward mit den Scherenhänden“) gespielt. Regie bei dem Film führte Herbert Ross („Magnolien aus Stahl“), der auf ein Drehbuch von Dean Pitchford zurückgreifen konnte, der ansonsten eher als Komponist und Songtexter tätig ist und u.a. für den Titelsong zu „Fame“ mit einem Oscar nominiert wurde.
Dies mag letzten Endes auch mit einer der Gründe sein, warum der Film inhaltlich eher flach erscheint. Die Geschichte um einen jungen, in diesem Fall sanften Rebellen, der sich gegen die seiner Ansicht nach untragbare Situation auflehnt ist so alt wie die Geschichtserzählung selbst. Ähnlich abgedroschen wirken teils auch die Dialoge und die Charaktere, die aber meist sehr liebenswert ausgearbeitet sind. Und vielmehr bedarf es auch nicht um das Publikum über die gesamte Zeit zu fesseln. Bereits während des Vorspanns, wenn lediglich tanzende und wippende Füße zu sehen sind, geht man als Zuschauer mit und spürt den mitreißenden Beat des Films. Und so mag „Footloose“ am Ende tatsächlich nicht mehr als ein überlanger Musikclip sein, der eine oberflächliche Moral-Diskussion mit sich bringt. Doch durch die lockere Unbekümmertheit funktioniert der Film wunderbar und durch den herausragenden Soundtrack reißt er mit. Und was könnte Besseres über einen Film gesagt werden, der sicherlich niemals mehr erreichen wollte als das durch MTV frisch entstehende Gefühl der Musikclip-Ästhetik in einem abendfüllenden Spielfilm einzufangen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen guten, wenn auch nicht komplett überzeugenden Eindruck. Die Schärfe ist zufriedenstellend gut, ohne jedoch wirkliche Glanzpunkte setzen zu können. Gleiches gilt auch für die Details, die zwar recht gut zu erkennen sind, dabei aber auch nicht unbedingt Feinheiten preisgeben. Die Farben wirken durchweg natürlich und von Bildfehlern oder Verschmutzungen ist weit und breit nicht mal ein Hauch zu spüren. Beim Ton ist es bei der deutschen Sprache leider nur bei der alten Dolby Surround-Spur geblieben, der es im Vergleich zur englischen DTS-HD Master Audio 6.1-Spur deutlich an Dynamik und Brillanz fehlt, was sich vor allem bei den Songs äußerst negativ bemerkbar macht, die reichlich dumpf klingen und leicht überschaubare Höhen enthalten.
Bei den Extras gibt es zunächst zwei Audiokommentare zu finden. Im ersten sprechen Produzent Craig Zadan und Autor Dean Pitchford unter anderem über die Einflüsse des Films und welche Auswirkungen er auf die Popkultur besaß. Im zweiten Audiokommentar ist Hauptdarsteller Kevin Bacon zu hören, der viel über die Arbeiten am Film erzählt. Im Extra „Let's Dance! Kevin Bacon über Footloose“ redet der Hauptdarsteller anschließend noch einmal über seine Eindrücke zum Film. „Von Bomont zum Big Apple: Ein Interview mit Sarah Jessica Parker“ gibt das Spotlight anschließend an Sarah Jessica Parker weiter, die ihre Erinnerungen an den Film vorträgt. „Erinnerungen an Willard“ ist dem 2006 verstorbenen Schauspieler Chris Penn gewidmet und seiner ganz besonderen Beziehung zu seinen Tanzszenen im Film. Anschließend gibt es noch knapp fünf Minuten „Screentest mit Kevin Bacon“ zu sehen, die vom Schauspieler kommentiert werden, sowie „Kevin Bacon Kostüm Montage“, wo verschiedene Outfits vor der Kamera ausprobiert wurden. Hinter dem am Ende unscheinbar wirkenden Eintrag „2004 DVD Archive“ befindet sich dann mit einem zweiteiligen, knapp vierzigminütigen Making Of der längste Beitrag der Blu-ray. Dort befindet sich auch noch ein Feature über die Musik im Film in dem gezeigt wird, mit welcher Sorgfalt die Songs komponiert und an die Szenen angepasst wurden. Der Grund warum diese Beiträge in einem gesonderten Ordner abgelegt wurden ist, dass sie im Gegensatz zu den vorhergehenden Beiträgen nicht im HD-Format vorliegen. Hier findet sich dann abschließend auch noch der Trailer zum Film.
Fazit:
„Footloose“ mag inhaltlich vielleicht ein sehr überschaubares Leichtgewicht sein, in Sachen Soundtrack spielt er dafür aber in der obersten Liga. Der Film ist ein Stück Popkultur der frühen Zeit des Musikfernsehens, das auch heute noch mitreißen und die Füße zum Wippen bringen kann. Leider ist die deutsche Tonspur nicht weiter überarbeitet worden, klingt insgesamt viel zu dumpf und lässt die Höhen vermissen.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
1,78:1
|
107:12 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Surround | Englisch DTS-HD Master Audio 6.1 | Französisch Dolby Surround |
Italienisch Dolby Surround | Japanisch Dolby Digital 2.0 | Spanisch Dolby Surround |
|
Untertitel:
|
|
Dänisch, Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Finnisch, Französisch, Holländisch, Italienisch, Japanisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch |
|
Bonusmaterial:
|
- Audiokommentar mit Produzent Craig Zadan und Autor Dean Pitchford
- Audiokommentar mit Kevin Bacon
- Let's Dance! Kevin Bacon über Footloose
- Von Bomont zum Big Apple: Ein Interview mit Sarah Jessica Parker
- Erinnerungen an Willard
- Screentest mit Kevin Bacon
- Kevin Bacon Kostüm Montage
- 2004 DVD Archive
|
|  |
Footloose
Footloose
Ein mitreißender Musikfilm mit einem außerordentlich guten Soundtrack
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1984 Regie: Herbert Ross Drehbuch: Dean Pitchford Darsteller: Kevin Bacon, Lori Singer, John Lithgow, Dianne Wiest, Chris Penn, Sarah Jessica Parker, John Laughlin, Elizabeth Gorcey, Frances Lee McCain
Label :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart : 03.11.2011
|