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The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

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DVD-Besprechung - Jeder stirbt für sich allein

Story:
Berlin 1940: Otti Quangel (Alexander Radszun) steht dank seines Job und seiner Verlobten mit beiden Beinen fest im Leben, als der Zweite Weltkrieg einsetzt und sein Leben fordert. So hinterlässt er nicht nur die schwangere Trudel (Sylvia Manas), sondern auch seine Eltern. Mutter Anna (Hildegard Knef) etwa verliert mit dem Tod ihres Sohnes allmählich ihr Vertrauen ins Nazi-Regime. Den einzigen Trost findet sie im Verfassen von Hitler-feindlichen Parolen, welche sie auf Postkarten geschrieben überall in der Stadt fallen lässt. Bei der Gestapo sorgt das für Chaos. Obwohl es so leicht klingt, einen anonymen Kartenschreiber zu fassen, finden sie keinen einzigen Ansatz. Als Annas Treiben von ihrem Mann Otto (Carl Raddatz) entdeckt wird, hat dieser bereits eine Entscheidung gefällt.

Meinung zum Film:
"Jeder stirbt für sich allein" ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Hans Fallada, den er 1947 veröffentlichte. Das Buch basiert auf den Gerichtsakten von Elise und Otto Hermann Hampels Verurteilung, die Fallada zu Recherchezwecken von Johannes R. Becher erhielt. Der Roman zählt zu den ersten Anti-Nazi-Romanen Deutschlands und wurde auch in seiner britischen Übersetzung ein Bestseller. Neben der Namensänderung von Elise und Otto Hampel zu Anna und Otto Quangel wurde der in Wirklichkeit verstorbene Bruder von Elise Hampel zu dem gefallenen Sohn des Ehepaars Quangel. Der englische Titel zum Film setzt sich aus der britischen Buchübersetzung "Alone in Berlin" und der US-Variante "Every Man Dies Alone" zusammen. 1962 und 1970 entstanden je eine west- und eine ostdeutsche Verfilmung, bevor Alfred Vohrer, unter anderem bekannt durch seine Edgar Wallace-Verfilmungen, 1975 eine weitere Verfilmung mit Hildegard Knef ("Bei Dir war es immer so schön") und Carl Raddatz ("Rosen im Herbst ") vorlegte.

Vohrers Verfilmung legt seinen Schwerpunkt nicht auf Theatralik oder Effekte, sondern baut auf sehr menschliche, authentische Figuren. Enno Kluge etwa ist arbeitslos und raubt noch zu Beginn das Armband einer Selbstmörderin, wird aber durch die Verfolgung der Gestapo sehr schnell selbst zum bemitleidenswerten Opfer. Der beste Freund des verstorbenen Otti nimmt sich seiner schwangeren Freundin Trudel an und will das Kind, wenn es ein Sohn wird, auch Otti nennen. Als Annas Gatte Otto von ihren regimefeindlichen Postkarten erfährt, macht er sofort mit. Als er einmal erwischt wird, holt seine gewitzte Frau schnell die Kastanien aus dem Feuer. Die ganze Story steckt voller Brüderlichkeit an unerwarteten Stellen und sogar bei der Gestapo machen sich Zweifel am System breit.

Die Effekte sind minimal eingesetzt, größere wären auch nicht notwendig gewesen. Das, was nicht zu sehen ist, wird durch die eigene Fantasie ohnehin extremer. Das Stück wird durch die zurückhaltende Musik und vor allem die großartigen Schauspieler getragen. Hildegard Knef spielt die energische Anna Quangel, Carl Raddatz ihren introvertierten Mann Otto, deren Ehe schon längst zur Routine wurde. Anna verheimlicht Carl, dass sie über Nacht ihre jüdische Nachbarin aufnimmt und verschweigt auch ihre Postkarten-Parolen. Als Carl daheim eine solche entdeckt, lernen beide sich wieder zu schätzen, wenngleich Carl bis zum Ende die Figur mit dem vielleicht wenigsten Text bleibt. Raddatz spielt fast ausschließlich über seine Mimik und es ist ihm fast immer anzusehen, was er gerade denkt. Trotz oder gerade wegen der Gegensätzlichkeit der beiden Figuren ist ihre Beziehung glaubwürdig ausgestaltet worden. Und somit gilt auch hier, gerade aus Liebe lässt der Mensch sich zu den verrücktesten Dingen hinreißen.

Digitale Aufarbeitung:
Zwar flimmert das Bild bei dunklen Szenen schwach und die Farben sind ungesättigt, was bei einem 35jährigen Film, der in den Vierzigern spielen soll, jedoch nur zur tristen Atmosphäre beiträgt. Der Ton ist klar und unverrauscht, dafür aber ohne Räumlichkeit. Als kleines Extra gibt es eine englische Tonspur, bei der zumindest Hildegard Knef sich selbst synchronisiert.

Die Sonderausstattung ist ein einstündiges Interview mit dem Kameramann Heinz Hölscher.

Fazit:
"Jeder stirbt für sich allein" ist ein Kriegsdrama, welches nicht die tragischen Schicksale oder die Situation im Allgemeinen reflektiert, sondern die Rebellen im Kleinen: Die Arbeiter, für die es nur einen Schicksalsschlag braucht, um zu bemerken, dass etwas ganz furchtbar schief läuft. Die Geschichte der Familie Quangel bzw. Hampel ist bemerkenswert genug, um auch noch heute interessant und mitreißend anzumuten. Passend zum Titel der DVD-Reihe, unter der dieser Film veröffentlicht wurde, zählt "Jeder stirbt für sich allein" wirklich zu den "Juwelen der Fernsehgeschichte".

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,66:1
1,66:1
101:44 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Interview mit Heinz Hölscher
Jeder stirbt für sich allein - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Jeder stirbt für sich allein
Jeder stirbt für sich allein

Bild unseres Mitarbeiters David Bühring
Wann ist das Leben noch lebenswert?


Autor der Besprechung:
David Bühring

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 1975
Regie:
Alfred Vohrer
Drehbuch:
Miodrag Cubelic & Anton Cerwik (nach einem Roman von Hans Fallada)
Darsteller:
Hildegard Knef, Carl Raddatz, Sylvia Manas, Martin Hirthe, Peter Matic, Gerd Böckmann, Rudolf Fernau, Hans Korte, Brigitte Mira, Edith Heerdegen, Beate Hasenau, Alexander Radszun, Heinz Ehrenfreund, Pinkas Braun

Label Deutschland :
fernsehjuwelen
Verkaufsstart Deutschland :
28.10.2011