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Blu-ray-Besprechung - Rollerball
Story:
Jonathan Ross (Chris Klein) hatte eine vielversprechende Karriere im Profi-Eishockey vor sich, die aber bereits früh wegen seiner undisziplinierten Art beendet war. Durch seinen alten Freund Marcus Ridley (LL Cool J) wird er in den Rollerball-Zirkus eingeladen, bei dem es sich um einen brutalen und schnellen Wettkampf auf Rollerskates handelt. Schnell wird er hier zum gefeierten Star was seine übermütige Art noch weiter fördert. Doch schon bald beginnt der Glanz immer weiter zu verblassen als er merkt, dass nur die Einschaltquoten zählen und dafür notfalls auch über Leichen gegangen wird.
Meinung zum Film:
1975 entstand der originale „Rollerball“ unter der Regie von Regisseur Norman Jewison („In der Hitze der Nacht“), der auf einem Drehbuch von William Harrison („Land der schwarzen Sonne“) basierte, das dieser nach seiner eigenen Kurzgeschichte selbst schrieb. Im Original gab es keine Nationen mehr, die Welt wurde von einem Konglomerat globaler Konzerne regiert, das unter dem Deckmantel von Luxus und dem Schein von Sicherheit die Menschheit jedweder Individualität und Persönlichkeit beraubt hatte. Um die Massen bei Laune zu halten wurde die Sportart „Rollerball“ erschaffen, die nicht nur sämtliche anderen Sportarten ersetzte, sondern zusätzlich auch als Ersatz für Kriege genutzt wurde. 2002 wagte sich Actionspezialist John McTiernan („Stirb langsam“) an ein Remake des Films, wobei aber so ziemlich der gesamte Hintergrund über den Haufen geworfen wurde. Die Drehbuchautoren Larry Ferguson („Jagd auf Roter Oktober“) und John Pogue („Auf der Jagd“) wollten von Spielen für die Massen oder globaler Unterdrückung nichts wissen. Sie stellten den Rollerball lediglich als in Zentralasien ausgetragenes Medienspektakel dar, dessen Popularität aber offensichtlich äußerst überschaubar ausfällt. Dies ist nicht zuletzt daran zu erkennen, dass Ross nicht viel damit anzufangen weiß, als Ridley ihm davon erzählt.
Nun muss es aber nicht zwangsläufig verkehrt sein, wenn bei einem erprobten Actionveteranen wie McTiernan die Verfilmung einer schnellen und brutalen Sportart in Auftrag gegeben wird, bei der es zudem noch hinter den Kulissen äußerst gnadenlos zugeht. Damit auch jeder die Regeln dieser fiktiven Sportart versteht, werden diese zu Beginn noch kurz erklärt. Doch im Grunde hätte man sich die Zeit auch sparen können, denn abgesehen davon, dass eine Metallkugel gegen eine Metallschüssel gedonnert werden muss ist alles andere relativ egal. Die Wettkämpfe werden so schnell geschnitten und unübersichtlich präsentiert, dass kaum zu erkennen ist was auf dem Spielfeld passiert, geschweige denn wer gerade in Führung liegt. Für den Zuschauer wird es immer nur dann erkennbar knapp in einem Match wenn irgendjemand darauf hinweist. Und so üben die Rollerball-Matches selbst fatalerweise nur sehr wenig Faszination aus und taugen vielmehr zur allgemeinen Verwirrung als zur Darstellung rasanter Action.
Und auch die Story ist nicht gerade dazu angetan, für abgekaute Fingernägel zu sorgen. Es wird zwar immer wieder versucht so etwas wie Spannung aufkommen zu lassen, das gelingt aber nur äußerst selten. Ähnlich wie bei Filmen wie „The Running Man“ oder „Menschenjagd“ machen die Medienbosse auf Kosten der Gesundheit der Protagonisten alles um die Einschaltquoten in die Höhe zu jagen. Natürlich glaubt Greenhorn Jonathan Ross zu Beginn noch an einen fairen Wettkampf, doch als es zu einem blutigen Unfall kommt beginnt er umzudenken und auf seine naiv-idealistische Weise dagegen anzukämpfen. In den eher naiveren Momenten ist Darsteller Chris Klein („American Pie“) seine Rolle durchaus abzunehmen, wenn er später aber den harten und abgeklärten Kerl zu spielen hat, fällt er deutlich ab. LL Cool J („Deep Blue Sea“) gibt wie gewohnt den coolen Typen, Jean Reno („Leon – Der Profi“) liefert als Medienboss einen der schlechtesten Auftritte ab, während Rebecca Romijn-Stamos („X-Men 2“) die meiste Zeit nur mit einer Maske zu sehen ist, in den Szenen ohne aber auch nicht gerade glänzt. Wrestling-Fans dürfen sich noch auf ECW-Lautsprecher Paul Heymann als Kommentator freuen und auf einen Miniaufritt von Shawn McMahon. Ansonsten hält sich die Freude über den Film aber im überschaubaren Rahmen. Wären wenigstens die Actionszenen während des Rollerballs packend in Szene gesetzt, hätte dies sicherlich noch einiges an Unterhaltungswert retten können. Da diese aber viel zu unübersichtlich und nur wenig spannend präsentiert werden, hält sich die gesamte Begeisterung über das Remake in einem äußerst überschaubaren Rahmen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der Blu-ray macht einen guten Eindruck. Die Schärfe und die Feinzeichnung der Details bewegen sich auf einem gehobenen durchschnittlichen Niveau. Die Abstimmung von Kontrast und Helligkeit sind gut gelungen. Trotz der oft düsteren Bilder während der Rollerball-Spiele wirken die Farben noch immer kräftig und natürlich. Der deutsche Ton liegt in DTS-HD Master Audio 5.1 vor und nutzt durchweg dessen Möglichkeiten. Von einem Effektgewitter kann zwar nicht unbedingt gesprochen werden, doch die hinteren Kanäle werden immer wieder mit einbezogen. Vor allem der Soundtrack hinterlässt hierbei einen sehr prägenden Eindruck.
Die Blu-ray bietet einen vor allem witzigen Audiokommentar mit den Darstellern Chris Klein, LL Cool J und Rebecca Romijn, der aber ansonsten nicht unbedingt viel zu bieten hat. Deutsche Untertitel für den Audiokommentar liegen vor. In “Making of Rollerball: Die Stunts” gibt es, wie es der Titel auch vermuten lässt, einiges über die Entstehung der Actionszenen im Ring zu sehen und wie die Schauspieler darauf vorbereitet wurden. In der „B-Roll” gibt es noch ein paar weitere Eindrücke von den Dreharbeiten im Ring zu sehen. Mit Chris Klein, LL Cool J, Jean Reno und Rebecca Romijn dürfen vier der Darsteller sich auch noch einmal näher in Interviews zum Film und den Dreharbeiten äußern. Die Untertitel bei den Interviews werden allerdings nicht durchweg angezeigt, weswegen es teilweise nur den englischen O-Ton zu hören gibt. Das an „Uhrwerk Orange“ angelehnte Musikvideo "Never gonna stop" von Rob Zombie mit dem Titelsong des Films ist anschließend ebenso zu sehen wie ein Werbeclip zu Rob Zombies Album "The Sinister Urge", das ebenfalls Bilder aus dem Film enthält. Abschließend gibt es noch den Trailer und TV-Spots zum Film zu sehen.
Fazit:
Das Remake von „Rollerball“ kann dem Original in keiner Weise das Wasser reichen. Die Geschichte wurde um alle interessanten Aspekte beschnitten, die Action ist viel zu unübersichtlich, als dass sie mitreißen könnte, und echte Drama- oder Spannungsmomente sind so gut wie keine zu finden. Selbst auf den reinen Unterhaltungswert begrenzt betrachtet wird nur wenig geboten, weswegen es sich wirklich lohnen würde sich den Film anzusehen. Die technische Seite der Blu-ray kann hingegen überzeugen und kommt ohne Schattenseiten daher.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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98:10 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1 | Englisch DTS-HD Master Audio 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch, Englisch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar mit den Darstellern Chris Klein, LL Cool J und Rebecca Romijn
- Making of Rollerball: Die Stunts
- B-Roll
- Interview mit Chris Klein, LL Cool J, Jean Reno und Rebecca Romijn
- Musikvideo "Never gonna stop" von Rob Zombie
- Werbeclip zu Rob Zombies Album "The Sinister Urge"
- Kinotrailer und TV-Spots
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Rollerball
Rollerball
Ein minimalistisches Remake, bei dem selbst die Action im Rollerball-Ring zusammen geschrumpft wurde
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA / Deutschland / Japan, 2002 Regie: John McTiernan Drehbuch: Larry Ferguson, John Pogue (basierend auf dem Originaldrechbuch von William Harrison) Darsteller: Chris Klein, LL Cool J, Rebecca Romijn, Jean Reno, Naveen Andrews, Oleg Taktarov, Kata Dobó, Andrew Bryniarski, Janet Wright, David Hemblen, Paul Heyman
Label :
Planet Media
Verkaufsstart : 08.11.2011
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