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The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

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Blu-ray-Besprechung - Pakt der Wölfe

Story:
Frankreich, Mitte des 18. Jahrhunderts: In der Region Gevaudan kommt es zu einer Reihe mysteriöser Morde, die sich niemand erklären kann. Von einem riesigen Wolf ist die Rede, der bereits zahlreiche Frauen und Kinder auf dem Gewissen haben soll. Grégoire de Fronsac (Samuel Le Bihan) und sein indianischer Freund Mani (Mark Dacascos) werden vom König entsandt, um die geheimnisvollen Todesfälle aufzuklären. Doch das ist gar nicht so einfach, da keiner der Dörfler ihnen helfen will. De Fronsac und Mani ahnen noch nicht, dass sie einem viel schrecklicheren Geheimnis auf der Spur sind, als es zunächst den Anschein hat.

Meinung zum Film:
In den Jahren 1764 bis 1767 kam es im französischen Gévaudan, einer Gegend in der Auvergne, zu einer Reihe von brutalen Morden, denen etwa 100 Menschen zum Opfer fielen. Was genau damals vor sich ging und wer für diese Morde verantwortlich war, ist bis heute nicht geklärt. Doch wird der Täter weithin als "Bestie vom Gévaudan" bezeichnet, da sich Berichte häuften, es handele sich um ein gefährliches wildes Tier. So wurden im Laufe der Zeit auch diverse Wölfe von stattlicher Größe erlegt, doch die Morde gingen trotzdem weiter. Dass das Ganze tatsächlich auf eine tierische "Bestie" zurückzuführen ist, darf aus heutiger Sicht natürlich bezweifelt werden. Zwar sprachen die Augenzeugen immer wieder von einem wolfsähnlichen Angreifer, doch die Methodik ließ - schon damals - eindeutig auf einen Menschen schließen, zumal die "Bestie" sich ihre Opfer immer unter Frauen und Kindern suchte. Dennoch bietet dieses ungelüftete Geheimnis reichlich Stoff für Spekulationen und so ist es kein Wunder, dass im Jahr 2000 in Frankreich die Dreharbeiten für den Film "Pakt der Wölfe" begannen.

Nach einem Drehbuch von Stéphane Cabel ("Mensch") drehte Regisseur Christophe Gans ("Silent Hill") eine moderne Interpretation des Bestien-Mythos, in der unter anderem internationale Topstars wie Monica Bellucci ("Die Passion Christi") und Vincent Cassel ("Die purpurnen Flüsse") zu sehen sind. Entstanden ist dabei eine Mischung aus Horrorfilm, Historienabenteuer, Werwolfschocker und Martial-Arts-Streifen. Und da der Film nur sehr lose auf den tatsächlichen Fakten zur "Bestie" basiert, funktioniert das sogar relativ gut. Zunächst ist es etwas gewöhnungsbedürftig und überraschend wenn gleich in der ersten Szene, eines vermeintlichen Historienthrillers, fernöstliche Kampfeinlagen im optischen Matrix-Stil mit Großaufnahmen und Zeitlupen eingebaut werden. Wer sich allerdings auf diese überraschende Mischung einlässt und nicht erwartet der Lösung des Bestien-Geheimnisses wirklich näher zu kommen, für den ist "Pakt der Wölfe" auf jeden Fall sehr unterhaltsam.

Die Handlung lässt deutlich die unterschiedlichen Standpunkte der damaligen Zeit spüren. Zum einen handelt es sich um einen Einblick in das abergläubische, dörfische Provinzfrankreich, zum anderen wird aber auch bereits der Jahre später letztlich zur Revolution führende Geist des Zeitalters der Aufklärung durch Grégoire de Fronsac (Samuel Le Bihan, "Wahnsinnig verliebt") persönlich verkörpert. Dieser wurde vom König geschickt, um die Geschehnisse rund um die Bestie aufzulösen. So entsteht - trotz der seltsamen Thematik und des Genremixes - eine sehr spannende und packende Atmosphäre. Dazu tragen auch die durchweg hervorragend aufspielenden Darsteller bei. Besonders Cassel, der einen verbissenen Jäger spielt, und Jean-François Stévenin ("Das zweite Leben des Monsieur Manesquier"), der den undurchsichtigen Priester Sardis mimt, sind hier zu nennen, aber auch alle anderen Schauspieler laufen zur Höchstform auf. Für die Kampfszenen ist neben Le Bihan auch noch der Hawaiianer Mark Dacascos, der jüngst auch in der neuen "Hawaii Five-0"-Serie zu sehen war, mit an Bord. Dieser spielt einen amerikanischen Ureinwohner und verliert zwar nur wenige Worte, dominiert dafür aber die Martial-Arts-Sequenzenmit umso überzeugenderen Actioneinlagen.

Digitale Aufarbeitung:
"Pakt der Wölfe" bietet auf Blu-ray einen befriedigenden bis guten HD-Transfer. Dass er nicht vollständig überzeugen kann, liegt vor allem an der Schärfe, die nur bei sehr nahen Nahaufnahmen wirklich zu gefallen weiß und dann eine gute Detailzeichnung bietet. Bei normalen Perspektiven wirkt das Bild hingegen immer einen Tick zu weich und bei Weitwinkelaufnahmen ist von Details gar nichts mehr zu erkennen. So werden die weiten grünen Flächen der französischen Provinz beispielsweise leider öfter mal zu matschigem Brei. Dropouts oder Verschmutzungen lassen sich hingegen nicht ausmachen und auch die Kompression arbeitet fehlerfrei, sodass das mal mehr, mal weniger starke Filmkorn keine Probleme bereitet. Der Ton liegt in DTS-HD Master Audio 5.1 vor und zwar auf Deutsch, Französisch und Englisch. Zwar sind die Dialoge in allen Versionen klar verständlich, im direkten Vergleich fällt jedoch auf, dass sie in der deutschen Fassung seltsam eingeschränkt und fast schon leicht dumpf wirken. Die französische und englische Fassung warten da mit einem deutlich freieren und breiteren Klangbild auf, was sich bei den ansonsten auch in der deutschen Fassung druckvollen Soundeffekten ebenfalls gelegentlich spüren lässt.

Als Bonus bietet die Blu-ray zunächst den etwa sieben Minuten längeren Director's Cut, dessen Szenen bei Anwahl auf französisch mit deutschen Untertiteln in den Film eingegliedert werden. Des Weiteren gibt es Trailer und TV-Spots, sechs geschnittene bzw. verlängerte Szenen und die deutsch untertitelten Dokus "Das Innere der Bestie" und "Hinter den Kulissen". Beide sind mit Laufzeiten von je rund 78 Minuten erfreulich umfangreich ausgefallen und bieten zahlreiche Hintergründe zur Entstehung des Films - die allerdings bei Betrachtung beider Features zum Teil ein bisschen redundant ausgefallen sind. Des Weiteren befinden sich auf der Blu-ray zwei ebenfalls sehr informative und interessante Audiokommentare, der eine mit Regisseur Christophe Gans und der andere mit Vincent Cassel und Samuel Le Bihan.

Fazit:
"Pakt der Wölfe" ist ein ungewöhnlicher, aber sehr gelungener Genremix, der Elemente aus Historienabenteuer, Horrorfilm und Martial-Arts-Streifen miteinander verknüpft. Das Funktionieren dieser Mischung liegt vor allem in dem überzeugenden Drehbuch und den hervorragenden Darstellern, die alle in ihren Rollen perfekt besetzt sind, begründet. Technisch bietet die Blu-ray leider nicht das große HD-Aha-Erlebnis, die Qualität ist aber trotzdem noch befriedigend bis gut und die Extras wissen ebenfalls zu gefallen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
Kinofassung:
143:04 Minuten

Extended Cut:
150:51 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Englisch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Französisch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentare
  • Trailer und TV-Spots
  • Entfernte und erweiterte Szenen
  • Dokus: "Das Innere der Bestie" und "Hinter den Kulissen"
Pakt der Wölfe - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Pakt der Wölfe
Le pacte des loups

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Spannender Genremix mit tollen Darstellern


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich, 2001
Regie:
Christophe Gans
Drehbuch:
Stéphane Cabel
Darsteller:
Samuel Le Bihan, Vincent Cassel, Émilie Dequenne, Monica Bellucci, Jérémie Renier, Mark Dacascos, Jean Yanne, Jean-François Stévenin

Label Deutschland :
Planet Media
Verkaufsstart Deutschland :
15.11.2011