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Blu-ray-Besprechung - Psalm 21
Story:
Henrik Horneus (Jonas Malmsjö) arbeitet als Priester in Stockholm und ist bei seiner Gemeinde überaus beliebt. Besonders gern bezieht er sich in seinen Predigten auf Psalm 21, den Lieblingspsalm seines Vaters, der ebenfalls Priester ist. Als er eines Tages überraschend erfährt, dass sein Vater unter mysteriösen Umständen tot aufgefunden wurde, macht er sich Hals über Kopf auf den Weg, um der Sache auf den Grund zu gehen. Dabei kommt er nicht nur einem dunklen Geheimnis auf die Spur, das diverse Albträume und Erscheinungen mit sich bringt, sondern muss auch die Erfahrung machen, dass die von der schwedischen Kirche proklamierte Nichtexistenz der Hölle vielleicht doch bezweifelt werden sollte.
Meinung zum Film:
Skandinavische Horror- und Gruselfilme sind schon seit längerer Zeit ein Geheimtipp unter Genrefans. Spätestens seit dem dänischen Vertreter "Nattevagten" aus dem Jahr 1994, der einige Zeit später von Hollywood als "Nightwatch - Nachtwache" neu aufgelegt wurde, ist die Existenz dieser meist sehr stimmigen Werke auch auf internationaler Ebene eindringlich ins Bewusstsein gerückt. Erst kürzlich gab es mit dem schwedischen "So finster die Nacht" ein weiteres solches Beispiel, das von "Cloverfield"-Regisseur Matt Reeves unter dem Titel "Let Me In" ebenfalls eine Remake-Behandlung erfuhr. Und auch der international überraschend erfolgreiche "Trollhunter" aus Norwegen steht bereits auf der Liste künftiger Adaptionen der amerikanischen Filmemacher, obwohl dieser sogar - was äußerst selten vorkommt - für den US-Markt synchronisiert wurde, statt nur mit Untertiteln gezeigt zu werden.
Mit "Psalm 21" legt der schwedische Regisseur und Drehbuchautor Frederik Hiller, der den Zuschauern - wenn überhaupt - am ehesten als Schauspieler bzw. Motion-Capture-Variante seiner selbst aus "Die Legende von Beowulf" bekannt sein dürfte, nun ebenfalls einen skandinavischen Grusler vor, der im Prinzip auch durchaus spannende Ansätze beinhaltet. Ein Priester hat, im wahrsten Sinne des Wortes, mit den Geistern seiner Vergangenheit zu kämpfen und gleichzeitig noch das Rätsel um den mysteriösen Tod seines Vaters aufzuklären. Das klingt zunächst gar nicht schlecht und fängt auch vielversprechend an, wird aber schnell zum Wegschnarchen langweilig und gipfelt dann auch noch im Kirchenklischeethema Nummer eins, dem Missbrauch von Kindern durch Priester. Eine derart ernste Thematik in einem solchen Rahmen zu präsentieren, wirkt nicht nur völlig Fehl am Platz und peinlich, sondern zudem wie der hilflose Versuch eines Drehbuchautors, der sein gesamtes Pulver bereits in der ersten Hälfte des Films verschossen hat und dem nichts Sinnvolleres mehr eingefallen ist.
An Peinlichkeit überboten wird das Ganze lediglich noch durch die grausame deutsche Billigsynchro, die es schafft, zu absolut jeder Zeit völlig unpassend zu wirken, und in der nicht eine einzige Figur halbwegs überzeugend besetzt ist. Bereits in einer der ersten Szenen wird dies deutlich, wenn sich der Priester mit einer alten Dame aus seiner Gemeinde unterhält, die behauptet, Geister bzw. "Seelen" sehen zu können. Während der Geistliche selbst zumindest noch halbwegs erträglich klingt, hört sich sein Gegenüber an, als hätte wäre gerade die Büroangestellte von nebenan mit der Anweisung "Sprich mal unheimlich!" zum Synchronisieren abgestellt worden, was dann im Endeffekt aber eher klingt, als ob die Dame leicht angeheitert wäre und somit jegliches Mininum an Atmosphäre bereits im Keim erstickt. Zumindest in der schwedischen Originalfassung, die optional mit deutschen Untertiteln angesehen werden kann, ist ein gewisses gruseliges Flair hingegen gewährleistet, auch wenn das den Film inhaltlich nicht mehr rettet.
Digitale Aufarbeitung:
Die technische Qualität der Blu-ray bewegt sich auf mittelmäßigem Niveau. Das Bild ist zwar nicht wirklich schlecht, kann für HD-Verhältnisse allerdings in keiner Hinsicht wirklich überzeugen. Details sind generell Mangelware und kommen nur in einigen Einstellungen zum Vorschein, auch die allgemeine Schärfe ist höchstens als befriedigend zu bezeichnen. Darüber hinaus wirkt der Transfer zwar - trotz gelegentlich starken Bildrauschens - größtenteils klar und sauber, hat aber immer mal wieder mit Kompressionsproblemen in einfarbigen Flächen zu kämpfen. Der Ton liegt auf Deutsch und Schwedisch in DTS-HD Master Audio 5.1 vor, die deutsche Fassung gibt es zudem in Dolby Digital 2.0. Wie so oft bei WGF, scheint es sich bei der deutschen 5.1-Fassung lediglich um einen Upmix zu handeln, denn die Unterschiede zur schwedischen Variante sind im Direktvergleich gravierend. Zwar bietet die deutsche Tonspur jederzeit klar verständliche Dialoge, der Raumklang hält sich jedoch stark in Grenzen und kommt - wie auch sämtliche Effekte - nur in der schwedischen Fassung wirklich zur Geltung.
Als Bonusmaterial gibt es lediglich den Trailer zum Film.
Fazit:
"Psalm 21" fängt zwar ganz vielversprechend an, wird dann jedoch schnell furchtbar langweilig und greift zum Schluss auch noch auf das Thema "Kindesmissbrauch durch Priester" zurück, was in einem solchen Film eindeutig nichts zu suchen hat und dementsprechend auch völlig deplaziert wirkt. Vielleicht hätte der Regisseur lieber einen Kurzfilm drehen sollen, denn für einen solchen hätte der recht spannende Beginn des Films sicher noch ausgereicht, während in Spielfilmlänge das Drehbuch ziemlich schnell versagt. Auch die technische Qualität der Blu-ray haut den Zuschauer nicht gerade vom Hocker und als Bonusmaterial gibt es lediglich den Trailer zum Film.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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98:13 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1 | Schwedisch DTS-HD Master Audio 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Psalm 21
Psalm 21
Schwacher Schwedenhorror, der bei Weitem nicht die Klasse der großen Vorbilder erreicht
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Schweden, 2009 Regie: Fredrik Hiller Drehbuch: Fredrik Hiller Darsteller: Jonas Malmsjö, Niklas Falk, Björn Bengtsson, Görel Crona, Josefin Ljungman, Per Ragnar, Gunvor Pontén, Julia Dufvenius
Label :
WGF Verkaufsstart : 17.11.2011
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