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DVD-Besprechung - The Shooter - Ein Leben für den Tod

Story:
Als in den USA am hellichten Tag ein kubanischer Diplomat erschossen wird, gibt es für den CIA schnell eine Hauptverdächtige: die französische Top-Terroristin Simone Rosset (Maruschka Detmers). Der Agent Michael Dane (Dolph Lundgren) wird damit betraut, sie zu verhaften, muss dafür aber nach Prag reisen, wo sich die Verdächtige gegenwärtig aufhält. Dabei handelt er nicht nur ohne Wissen sowie Billigung der einheimischen Behörden, sondern hat auch nur 48 Stunden Zeit, da in Prag zu diesem Zeitpunkt ein wichtiges Gipfeltreffen zwischen den USA und Kuba mit hochrangigen Politikern stattfinden wird. Diese Konsultationen wären natürlich eine ideale Zielscheibe für politisch motivierte Attentäter.

Meinung zum Film:
„The Shooter – Ein Leben für den Tod“ entstand unter der Regie von „Rambo“-Regisseur Ted Kotcheff, dessen große Tage auf dem Regiestuhl zu dieser Zeit allerdings ebenso lange vorbei waren wie die des schwedischen Hauptdarstellers Dolph Lundgren als Actionstar, der sich einst noch mit Silvester Stallone in „Rocky 4“ den „Kampf des Jahrhunderts“ liefern durfte. So fällt das vorliegende Werk auch bereits in die Zeit nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, in der findige US-Produzenten Osteuropa, im vorliegenden Fall Tschechien bzw. Prag, als günstige Produktionsbasis für Actionfilme mit ehemaligen B-Movie-Stars entdeckten. Das betraf neben Lundgren auch weitere klangvolle Namen wie z.B. Jean-Claude Van Damme („Bloodsport“), Wesley Snipes („Demolition Man“) oder Steven Seagal („Alarmstufe Rot“). Meist waren diese Werke allerdings nicht nur günstig produziert, sondern auch von zweifelhafter Qualität und zerstörten somit nicht selten einen Großteil der Reputation dieser Stars bei ihren treuen Fans. Für Dolph Lundgren, der sich zwischenzeitlich auch selbst als Regisseur solcher Werke („Icarus“) versuchte, gab es jedoch mit Stallones „The Expendables“ noch mal eine umjubelte Rückkehr auf die große Leinwand und er wird auch in der Fortsetzung des Titels wieder mit am Start sein. „The Shooter – Ein Leben für den Tod“ erschien bereits im Jahr 2003 erstmals als deutsche DVD. Es handelt sich bei der hier vorliegenden Fassung also um eine Wiederveröffentlichung. Allerdings bringt das MiG-Sublabel „Mr. Banker Films“ den Film parallel auch erstmals als Blu-ray heraus. Dabei handelt es sich jedoch lediglich um eine Upscale-Variante.

„The Shooter – Ein Leben für den Tod“ versteht sich als eine Mischung aus Thriller und Action, aber wohl vor allem deshalb, weil nicht genügend Geld vorhanden war, um ständige Actionsequenzen zu gewährleisten, denn das Drehbuch strotzt vor Logikfehlern. So ist Dane ja eigentlich undercover unterwegs und will eine tschechische Staatsbürgerin, mit internationalem Recht unvereinbar, in ihrem eigenen Land kidnappen und für ein dort verübtes Verbrechen in den USA vor Gericht stellen. Das hindert ihn aber z.B. nicht daran, am hellichten Tag wie ein Bekloppter im Bahnhof von Prag herumzuballern. Zudem wird Dane eher als der nachdenkliche Typ mit Skrupeln dargestellt, der nach und nach Zweifel bezüglich seines Auftrags entwickelt, und natürlich gibt es genreüblich auch einen Verräter in den eigenen Reihen. Hier fragt sich der Zuschauer schon, wieso Dane ausgerechnet bei der CIA gelandet ist und dort jahrelang ohne Widerspruch seinen Dienst versehen hat. Da im Film mal wieder ein politisches Komplott thematisiert wird, ist natürlich ein Sündenbock ebenso gefragt, wie unliebsame Zeugen entbehrlich sind. Und um dem nach anfänglichem, fortwährendem Katz-und-Maus-Spiel mit der Terroristin in seiner Überzeugung schwankenden Dane auch noch den finalen Stoß zu geben, beschließen die Handlanger vor Ort, ausgerechnet Simone Rosset, in die sich Dane, den üblichen Konventionen des Genres entsprechend, natürlich längst verschossen hat, direkt vor seiner Nase zu liquidieren. Spätestens ab diesem Zeitpunkt zündet der gute alte Dolph natürlich den Schwedenturbo und lichtet erst mal die gegnerischen Reihen.

Als Thriller ist der Film also extrem durchschaubar und geizt eher mit Logik, genauso wie mit Hintergründen zum Attentat und den Beweggründen der Attentäter. Dass der Film trotzdem einen gewissen Unterhaltungswert entwickelt, verdankt er aber vor allem der routinierten Regie von Ted Kotcheff, einem sympathisch aufspielenden Dolph Lundgren und der guten Chemie zwischen ihm und Maruschka Detmers. So macht Kotcheff noch das Beste aus seinem eher niedrigen Budget, sorgt für einige Abwechslung bei den Schauplätzen innerhalb der „goldenen Stadt“ und streut regelmäßig Actionszenen ein, die zwar niemanden vom Hocker reißen werden, aber recht ordentlich und erstaunlich blutig umgesetzt wurden. Dabei handelt es sich vor allem um Schusswechsel und Verfolgungsjagden, im Nahkampf darf sich Lundgren hier leider nur selten beweisen. Trotz der dünnen Story beweist er aber durchaus schauspielerisches Talent und legt einiges an Charisma an den Tag, was er qualitativ vielen Kollegen in dieser Preisklasse voraus hat. Und auch John Ashton („Beverly Hills Cop“) als Danes väterlicher Freund verleiht seiner Figur mehr Tiefe als vom Drehbuch vorgesehen.

Digitale Aufarbeitung:
Die vorliegende DVD leidet vor allem unter einem extrem starken Bildrauschen, das sich wie Schneesturm über die Szenerie legt. Dadurch kommt die zufriedenstellende Schärfe kaum zur Geltung und auch die ausgewaschenen Farben sowie der zu steile Kontrast, beispielsweise in Form zahlreicher Überstrahlungen (55:58), untermauern den eher schwachen technischen Eindruck. Zudem weist die Vorlage leichte Verschmutzungen nebst selteneren Defekten auf und auch die Kompression erreicht alles andere als Referenzwerte. Die frontlastige deutsche Dolby-Digital-2.0-Tonspur klingt, wie ihr englischsprachiges Pendant, gut verständlich, aber weder besonders dynamisch noch wirklich druckvoll.

Auf der DVD befindet sich keinerlei Bonusmaterial. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.

Fazit:

„The Shooter – Ein Leben für den Tod“ ist sicherlich kein Karrierehighlight von Dolph Lundgren, ragt aber über vergleichbare, mit US-Geldern finanzierte Ostblock-Produktionen unter Mitwirkung abgehalfterter Action-Stars zumindest bezüglich des Unterhaltungswerts noch deutlich hinaus. Der Film leidet allerdings, besonders als Thriller, unter dem vorhersehbaren und mit Logikfehlern gespickten Drehbuch, was neben spielfreudigen Darstellern lediglich noch Kotcheffs routinierte Regieführung halbwegs herausreißen kann. Fans von Dolph Lundgren können also grundsätzlich einen Blick riskieren, werden sich allerdings über die vorliegende technisch schwache DVD ohne Bonusmaterial eher ärgern.



Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
100:10 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • -
The Shooter - Ein Leben für den Tod - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
The Shooter - Ein Leben für den Tod
Hidden Assassin

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Ein gut aufgelegter Dolph Lundgren kämpft gegen ein eher schwaches Drehbuch an


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA / Tschechien / Spanien, 1995
Regie:
Ted Kotcheff
Drehbuch:
Yves André Martin, Meg Thayer, Billy Ray
Darsteller:
Dolph Lundgren, Marushka Detmers, John Ashton, Assumpta Serna, Gavan O'Herlihy, Simón Andreu, Pablo Scola, Peter Drozda

Label Deutschland :
Mr. Banker Films
Verkaufsstart Deutschland :
11.10.2011