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DVD-Besprechung - The Double O Kid
Story:
Mit siebzehn Jahren träumt Praktikant Lance Elliot (Corey Haim) von großen Aufträgen beim US-Geheimdienst CIA, ist dort gegenwärtig nur Mädchen für alles. Einer seiner Botendienste bringt ihn in Besitz einer seltsamen Schlüsselkarte, an der Hacker Cashpot (Wallace Shawn) ebenfalls interessiert ist. Seine beiden Handlanger Tyler (Jim Alquist) und die Blondine Rhonda (Brigitte Nielsen) jagen Lance quer durch Los Angeles. Als es schließlich ein Trupp von Inlineskatern mit Hockeyschlägern auf ihn abgesehen haben, bleibt die junge Melinda (Nicole Eggert) seine einzige Hoffnung.
Meinung zum Film:
"The Double O Kid" wurde in Deutschland schon unter dem Titel "Auf der Spur des Terrors" vertrieben. Dabei handelt es sich jedoch um einen Titel, der eher völlig falsche Erwartungen an diesen Film als eine Art Thriller weckt, während der Originaltitel eher als Parodie in Anlehnung an die James-Bond-Reihe gedacht war. Der Film beginnt mit Lances Alltag bei seiner Familie. In Gedanken spielt er sich als Geheimagent auf, und selbst sein Wecker wurde mit künstlichem Sprengstoff ausgestattet, um etwas mehr Action vorzutäuschen. Die größte Action in seinem Job ist es nämlich bloß, seinem Vorgesetzten einen Kaffee unterzumogeln, den er so nicht bestellt hat. Doch all das ändert sich, als Lance einen Boten-Auftrag bekommt, der ihn von Philadelphia nach Los Angeles bringt. Von der Familie, die nicht einmal etwas von seinem Ausflug weiß, wird nichts mehr gezeigt und seine vorher hörbaren Gedanken bleiben nun in seinem Kopf, als hätte der Film nach der Exposition einen ganz anderen Drehbuchschreiber bekommen. Dabei hätten die Fantasien, mit denen Lance sein langweiliges Leben zum Agententhriller ausschmückte, einige folgende, schwächere Stellen sicherlich durch Lacher auflockern können.
Generell spielt der Film mit erstaunlich wenigen Agenten-Klischees. Lance, der bei seiner Familie daheim noch ein unscheinbarer Waschlappen war, verwandelt sich schnell in einen jungen Womanizer, der wildfremde Frauen in aller Öffentlichkeit abknutscht und nach dieser oralen Vergewaltigung sogar noch Telefonnummern angeboten bekommt. Einer Verfolgungsjagd entkommt er mal eben durch eine technische Bastelei und einer Todesfalle entkommt er allein durch sein Geschick. Nur füllen drei Klischees keinen Film, erst recht keine Komödie. Die erwähnte Verfolgungsjagd etwa läuft viel zu lange und bietet kaum Action oder Humor. Lance selbst entscheidet sich auch nicht, ob er lieber den übertrieben coolen Geheimagenten spielt oder den Hanswurst markiert. Seine Darstellung ist irgendwo dazwischen und sein Unterhaltungswert verschwindet. Wallace Shwan ("Die Geistervilla") spielt seinen Gegner mit einem Augenzwinkern. Seine Hacker-Rolle kombiniert die digitale Bedrohung und tödliche Computerspiele mit so einem Spaß, dass Corey Haims ("Fast Getaway") ernste Figur daneben verblasst. Brigitte Nielsens ("Rocky IV") Handlanger-Rolle zeigt nichts vom komödiantischen Aspekt des Films und es ist schade, dass Poster, Trailer und DVD-Cover sie so prominent neben Hauptdarsteller Haim setzen.
Die Talente von Haims Rolle werden ebenso halbherzig präsentiert. Er kann Auto fahren, mit brennbaren Stoffen hantieren, Computer hacken, Frauen mit nur einem Kuss in Lustsklaven verwandeln und wie ein Profi Schach spielen. Die Fähigkeiten werden aber weder dermaßen betont, dass es eine Anspielung auf Alleskönner-Agenten darstellt, noch wird logisch erklärt, warum er zufällig immer genau die Dinge beherrscht, welche die Umstände gerade fordern. Es gibt auch keine einzige Szene im Film, die erklärt, was Melinda, an die er nur zufällig gerät, genau an ihm findet. Sobald die Handlung im Film richtig loslegt, verliert Lance all seinen Charme und tauscht ihn gegen langweiliges Alleskönnen aus, wovon auch die Handlung nicht recht abzulenken weiß. Selbst der Silikon-Ausschnitt von Brigitte Nielsen bietet insgesamt leider keinerlei Auflockerung zur Mittelmäßigkeit des Films.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild flimmert minimal, was hauptsächlich bei der dünnen Schrift des Vorspanns auffällt. Dort fällt auch die durchgehend leichte Unschärfe des Films besonders auf. Die gesättigten Farben und das häufig mit Schattierungen spielende Licht machen das aber weitgehend wett. Der deutsche Ton klingt sehr natürlich. Leider ist der englische Ton nicht nur weitgehend leiser als der deutsche, sondern lässt die Lautstärke manchmal schwanken, sodass ein ständiger Griff zur Fernbedienung nötig ist.
Als Extra ist der deutsche Trailer, wenngleich in miserabler Bildqualität, auswählbar. Die DVD-Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.
Fazit:
"The Double O Kid" sollte wohl ein Agentenspaß mit Junior-Hauptrolle sein, bewältigt diese Mischung aber nur selten. Die Hauptrolle langweilt schnell, die Handlung wird rasch unübersichtlich und die einzigen unterhaltsamen Stellen mit dem Schurken sind zu selten und können die überwiegende Langeweile somit nicht wettmachen. Fast jeder Aspekt, der einen Agentenfilm ausmacht, wird höchstens einmal angedeutet, verschwindet dann aber auch wieder in der Schublade. Besonders bedauerlich beim großen Potential, das eine 007-Parodie bietet, erst recht mit einem jungen Agenten.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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90:01 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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The Double O Kid
The Double O Kid
Schöner Ansatz, nette Ideen, halbherzige Umsetzung
Autor der Besprechung:
David Bühring
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1992 Regie: Duncan McLachlan Drehbuch: Andrea Buck und Duncan McLachlan (nach einer Idee von Steven und Stuart Paul) Darsteller: Corey Haim, Brigitte Nielsen, Wallace Shawn, Nicole Eggert, John Rhys-Davies, Basil Hoffman, Karen Black, Anne Francis, Leslie Danon
Label :
Mr. Banker Films Verkaufsstart : 11.10.2011
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