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DVD-Besprechung - Desperados und Aliens

Story:
In der Stadt Oblivion auf einem abgelegenen Planeten randaliert eine Handvoll Aliens. Nachdem sie, angeführt vom schuppenhäutigen Chef Redeye (Andrew Divoff), den Marshall (Mike Genovese) töteten, kehrt dessen Sohn Zack Stone (Richard Joseph Paul) zur Beerdigung zurück in die Stadt und kündigt den Verbrechern den Kampf an. Hilfe bekommt er dabei vom Androiden-Hilfssheriff Stella Barr (Meg Foster), dem eingeborenen Waisen Mattie Chase (Jackie Swanson) und dem trinkfesten Mediziner Doc Valentine (George Takei).

Meinung zum Film:
"Desperados und Aliens" wurde in Deutschland schon als "Alien Desperados" ausgestrahlt, seine Fortsetzung "Kopfgeldjäger und Aliens" hat es mit insgesamt drei verschiedenen deutschen Titeln da noch schwerer als diese minimale Änderung. Überhaupt überrascht der Weltall-Western mit seinem ungewohnten Konzept, zwei so unterschiedliche Genres zu mischen und so etwas ganz Neues zu erschaffen. Mit einem ähnlichem Konzept schaffte die Comicverfilmung und Science-Fiction-Agenten-Komödie "Men in Black" einige Jahre später einen gewaltigen Erfolg und erhielt daher ebenfalls eine Fortsetzung. "Desperados und Aliens" übernimmt einige Klischees aus beiden Genres. So ist der Showdown mit Fokus auf die Augen ein direktes Zitat von "Zwei glorreiche Halunken" und das ganze Konzept eines Helden, der gegen den einäugigen Schurken und dessen dusselige Helfer um die Ehre einer holden Dame und ihre Stadt voller witziger Nebenfiguren kämpft, wurde so schon häufig in anderen Western und deren Parodien aufgegriffen.

Oblivion ist der Erde also generell ziemlich ähnlich. Cowboys, Indianer und Sheriffs besuchen somit Saloons und verwickeln sich in überflüssige Schießereien. Als interessanter Unterschied dienen einige Eigenschaften ausgewählter Figuren, so ist Zack ein Empath, der alles spürt, was seine Mitmenschen erleiden. Dies macht es für ihn fast unmöglich, jemals den Revolver zu verwenden. Der Totengräber Gaunt spürt, wann und wo ungefähr jemand sterben wird, was ihn zum Außenseiter macht. Denn überall, wo Gaunt auftaucht, scheint der Tod ihn zu begleiten. Der ungewöhnlicherweise weibliche Hilfssheriff Stella ist ein Cyborg, der empfindlich auf Derconium reagiert und nach Schießereien immer wieder repariert werden muss. Der reptilienähnliche Schurke Redeye kann sich hingegen regenerieren. Der Film überrascht auch durch einige bekannte Namen in Nebenrollen und spielt diese auch gut aus. George Takei ("Raumschiff Enterprise") spielt einen trunkenen Doktor, der mit einer Flasche Vollprozentigem in der Hand "Jim Beam mich rauf" ausruft und bei stressigen Operationen nur zu einem "Ich bin Arzt und kein Zauberer" imstande ist. Julie Newmar ("Eine Braut für sieben Brüder"), in den sechziger Jahren bekannt als Catwoman, spielt die Barbesitzerin Miss Kitty, welche auch fauchen und katzbuckeln kann. Ihre Rolle ist ziemlich klein, was in der Fortsetzung aber behoben wird. Großes Augenmerk liegt hingegen auf dem Totengräber Gaunt, gespielt von Carel Struycken ("Die Addams Family"). Er überbringt nicht nur die Nachricht, dass Zacks Vater verstarb, sondern begleitet ihn und Mattie Chase später auch beim großen Showdown.

Die Chemie zwischen den interessanten Figuren stimmt also und aus dem Konzept konnte man so viel herausholen, dass einige Aspekte gar nicht oder erst in der Fortsetzung erklärt wurden. Die Stadt ist zum Beispiel durchgehend mit Außen-Ventilatoren ausgestattet, statt Gold wird nach Derconium gediggt, aber nichts davon wird zum Thema. Für einen Film, der auf einem fremden Planeten spielt, sahen auch die wichtigen Rollen zu menschlich aus. Nur Redeye hob sich von den Alien-Statisten ab. Die mit der fernen Zivilisation verbundenen Spezialeffekte bestehen aus Schminke, Animatronics und CGI, deren Übergang fließend aussieht. Am besten ist das an einer Kröte zu beobachten, die von Szene zu Szene von CGI zur Puppe wechselt. Die Handlung ist ziemlich allgemein gehalten und geht nie besonders weit in die Extremen. "Desperados und Aliens" ist kein allzu spannender Western, kein ungewöhnliches Weltraumabenteuer oder gar eine rein humorvolle Komödie, sondern von allem nur ein bisschen. Auch die Musik borgt sich nur ein wenig Klangbilder aus dem Western-Genre und bleibt ansonsten recht eintönig. Das alles wurde in der Fortsetzung "Kopfgeldjäger und Aliens" geschickter gelöst, indem sie sich für den Typus der Komödie entschied. So überrascht es nicht, dass die Fortsetzung hier einen eigenständigen Namen bekam und vor "Desperados und Aliens" erschien. 

Digitale Aufarbeitung:
Wie bei der Veröffentlichung von "Kopfgeldjäger und Aliens" ist der Spielfilm im Menü unter "Filmstart" in 16:9 und unter "Vollbildfassung" in 4:3 verfügbar. Leider ist auch diesmal die 16:9-Version, die automatisch ausgewählt wird, nur eine beschnittene Vollbildfassung, die eine dementsprechend schlechtere Bildqualität besitzt. Die Schärfe beim Vollbild ist mittelmäßig, weist aber im Vergleich zu seiner Fortsetzung keinerlei Störungen auf. Der Ton ist auf deutsch und englisch klar verständlich, bei der englischen Tonspur allerdings bezüglich des Klangs gelegentlich etwas dumpf. 

Abgesehen von der Vollbildfassung hat die DVD keinerlei Sonderausstattung. Die Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.

Fazit:
"Desperados und Aliens" ist ein spannender Genremix aus Western, Science Fiction und Komödie, jedoch ein wenig zu ernsthaft, um komplett als Komödie durchzugehen. So ist es unklar, ob manche Szenen Mitleid erregen sollen oder wegen dem humorvollen Kontext doch nur unpassend eingebaut wurden. Die Handlung dadurch zwar im Grundsatz herrlich absurd, hält diese Prämisse aber nicht konsequent durch. Während also die Fortsetzung "Kopfgeldjäger und Aliens" miesere Effekte, aber eine bessere Handlung besitzt, sind hier gelungenere Effekte, aber leider auch eine unausgegorene Handlung vorzufinden. 

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
89:08 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Vollbildversion
Desperados und Aliens - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Desperados und Aliens
Oblivion

Bild unseres Mitarbeiters David Bühring
Für Western- und Science-Fiction-Fans mit Humor ein wahres Geschenk!


Autor der Besprechung:
David Bühring

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1994
Regie:
Sam Irvin
Drehbuch:
Charles Band, John Rheaume, Greg Suddeth, Mark Goldstein
Darsteller:
Richard Joseph Paul, Mike Genovese, Jackie Swanson, Andrew Divoff, Meg Foster, Isaac Hayes, Julie Newmar, Carel Struycken, George Takei, Musetta Vander, Jimmie F. Skaggs, Irwin Keyes, Maxwell Caulfield, Mike Genovese, Jeff Celentano, Frank Roman

Label Deutschland :
Savoy Film
Verkaufsstart Deutschland :
21.10.2011