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DVD-Besprechung - Die wilden Schwäne

Story:
Der König des Landes verirrt sich, als er mit seinen Rittern auf der Jagd ist, in einen ihm unbekannten Wald. Doch er trifft auf eine Hexe, die ihm das Angebot macht, ihn wieder in sein Schloss zu führen, wenn er im Gegenzug dazu ihre Tochter ehelicht. Die neue Königin möchte ihren Gemahl jedoch mit niemandem teilen, auch nicht mit seinen Kindern, den sechs Prinzen und der Prinzessin Elisa. Mit einem Trick bringt sie die Prinzen dazu, sechs verzauberte Hemden anzuziehen, die diese in Schwäne verwandelt. Elisa kann zwar fliehen, doch sie weiß nicht wohin und irrt auf der Suche nach ihren Brüdern durch das Land. Als sie vor einem Unwetter Zuflucht in einer Höhle sucht, begegnet sie endlich ihren Brüdern, die bei Nacht ihre normale Gestalt annehmen können, bei Tag jedoch wieder zu Schwänen werden. Von ihnen erfährt sie auch, wie sie den Fluch lösen kann, doch der Weg dazu ist schwierig und verlangt von Elisa unmenschliche Geduld und Arbeit.

Meinung zum Film:
Die Wurzeln des japanischen Animationsfilms „Die wilden Schwäne“ liegen wohl zum einen in dem Märchen der Gebrüder Grimm „Die sechs Schwäne“ und zum anderen in einem Märchen von Hans Christian Andersen „Die wilden Schwäne“. Beide Märchen beinhalten die Thematik der bösen Stiefmutter, der verzauberten Prinzen und vor allem der demütigen und aufopfernden Prinzessin, die ihre Brüder von dem Zauber erlösen will. Die Moral dieser Märchen ist, auch in den größten Schwierigkeiten nicht aufzugeben, sich selbst und seiner Familie treu zu sein, dann winkt am Ende auch das persönliche Glück. Der Film schafft es, das Märchen fantastisch zu visualisieren, was leider bei ausländischen Adaptionen nicht immer der Fall ist.

Die weltberühmte Geschichte wurde im Jahr 1977 von dem japanischen Regisseur Nobutaka Nishizawa („Crying Freeman 2: Fusei kakurei“) in liebevoller Detailarbeit verfilmt. Der Animationsfilm wurde seinerzeit schon in Westdeutschland, aber auch in der DDR ausgestrahlt allerdings unter einem abweichenden Titel, so dass er sich schnell großer Beliebtheit erfreuen durfte. Aber auch in anderen europäischen Ländern scheint der Film einen gewissen Bekanntheitsgrad zu besitzen, denn es existiert auch eine französische, schwedische, englische, belgische und spanische Synchronisation. Der Erfolg des Films liegt jedoch nicht nur in der Bekanntheit der Geschichte begründet, sondern auch in den liebevollen und sorgfältigen Zeichnungen, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen begeistert.

Die Hauptfigur Elisa hat optisch eine große Ähnlichkeit mit der hierzulande sehr bekannten Trickfilmfigur „Heidi“ (Shigehito Takahashi) aus dem Jahre 1974. Einigen ausländischen Fernsehsendern war dies wohl auch bewusst, denn in der französischen und in der russischen Fassung gehört der Name „Heidi“ mit zum Titel des Films, obwohl das kleine Bergmädchen eigentlich nicht wirklich etwas mit dem vorliegenden Märchen zu tun hat. Doch die großen Augen, die kurzen Haare und auch der kleine Schmollmund von Prinzessin Elisa lassen keinen Zweifel daran aufkommen, welche Figur die Zeichner des Films als Vorbild benutzt haben, wobei dies auch einfach daran gelegen haben könnte, dass die Serie „Heidi“ in Europa ein großer Erfolg war.

Digitale Aufarbeitung:
Die Qualität des Bildes ist altersbedingt in nicht überragender Verfassung, denn die Verschmutzungen sind allgegenwärtig. Auch die Farben haben die Jahre über gelitten und sind verblasst. Der Kontrast hält jedoch ein gutes Niveau, so dass selbst dunkle Szenen nichts von ihrer Schärfe verlieren. Der Ton weist zwar leichte Lautstärkeschwankungen auf, was sich jedoch nur marginal auf das Gesamtkonzept auswirkt. Die Abstimmung zwischen Dialogen, Musik und Hintergrundgeräuschen ist jedoch gut gelungen.

Die DVD enthält als Extra, neben dem Vorspann für die US-amerikanische Fassung, den Bonusfilm „Die zwölf Monate“, die japanische Animationsverfilmung eines russischen Märchens.

Fazit:
„Die wilden Schwäne“ ist ein liebevoll inszenierter und sorgsam gezeichneter Animationsfilm nach einem Märchen der Gebrüder Grimm und von Hans Christian Andersen. Die Hauptfigur der Elise weist eine große Ähnlichkeit mit der Serienfigur „Heidi“ auf, was vermutlich von den Machern aus finanziellen Gründen auch so beabsichtigt war. Da der Film in ganz Europa gezeigt wurde, erfreut er sich großer Beliebtheit und kann auch heute noch das Publikum begeistern.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 06
2,00:1
2,00:1
58:35 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Vorspann der US-Fassung
  • Bonusfilm: "Die zwölf Monate"
Die wilden Schwäne - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Die wilden Schwäne
Hakucho no Oji

Bild unseres Mitarbeiters Yatiker Yildiz
Gute alte Märchenzeit!


Autor der Besprechung:
Yatiker Yildiz

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Japan, 1977
Regie:
Nobutaka Nishizawa
Drehbuch:
Tomoe Takashi
Darsteller:
Crock W. Krumbiegel, Inez Günther, Susanne Doucet, Gernot Duda, Sascha Hehn, Manfred Schmidt, Manon Lubowski

Label Deutschland :
Picture Lake Film
Verkaufsstart Deutschland :
11.11.2011