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DVD-Besprechung - Dirty Tiger

Story:
Tiger Warsaw (Patrick Swayze) kommt nach 15 Jahren in seine Heimatstadt zurück. Damals drogensüchtig, alkoholkrank und zum Stehlen bereit, verließ er seine Familie nach einem Streit mit seinem Vater, der fast tödlich geendet wäre. In der Folgezeit nahm Tiger jedoch sein Leben wieder selbst in die Hand, machte einen Entzug durch und ist nun auf der Suche nach Aussöhnung. Doch wie wird ihn seine Familie empfangen?


Meinung zum Film:
Patrick Swayze gehörte Ende der 1980er zu den internationalen Topstars des Filmgeschäfts. Schon seit den beiden "Fackeln im Sturm"-Miniserien war er Schwarm der Damenwelt und spätestens seit "Dirty Dancing" (1988) und "Ghost - Nachricht von Sam" (1990) zählte er zu den absoluten Lieblingen der weltweiten weiblichen Zuschauerschaft. Das änderte allerdings nichts daran, dass er neben Großproduktionen der Major-Studios auch immer wieder kleinere Low-Budget-Projekte annehmen musste. Dazu zählte auch "Tiger Warsaw" - auf Deutsch unsinnigerweise "Dirty Tiger", offensichtlich in Ahnlehnung an "Dirty Dancing" - von Drehbuchautor Roy London, der ansonsten nur noch den TV-Film "Das Fort der Hoffnung" schrieb. Und auch Regisseur Amin Q. Chaudhri, hat seitdem ebenfalls nicht mehr als zwei weitere, in Deutschland gar nicht erst erschienene Filme zustande gebracht.

"Tiger Warsaw" beginnt mit einer längeren Ansicht einer amerikanischen Kleinstadt und scheint zunächst kurzzeitig den Weg eines Einwandererdramas einzuschlagen, kamen die Warsaws doch auch ursprünglich aus Polen in die USA. Der Eindruck täuscht jedoch und schnell wird deutlich, worum es wirklich geht: Chuck "Tiger" Warsaw (Patrick Swayze) löste vor 15 Jahren einen großen Familienkrach aus, als er mit einem Gewehr auf seinen Vater losging und diesen dabei fast umbrachte. Danach verließ er die Familie, hat nun jedoch Sehnsucht nach der Heimat und kehrt deshalb zurück. Das klingt zwar nicht gerade nach einer sonderlich kreativen Geschichte, hätte jedoch einigermaßen funktionieren können, wenn die Umsetzung denn gepasst hätte. Leider ist jedoch die gelungene Kameraführung, die schon bei der bereits erwähnten Anfangsszene direkt auffällt, das Einzige, was an "Tiger Warsaw" tatsächlich halbwegs überzeugen kann.

Das Drehbuch hingegen ist furchtbar schwach ausgearbeitet und bietet keinerlei auch nur einigermaßen nachvollziehbare Handlungspunkte. Dabei fällt vor allem die seltsame Charakterzeichnung auf, die dem Zuschauer keine einzige der Figuren wirklich nahebringt und ihn stattdessen immer wieder mit großen Fragezeichen vor den Augen zurücklässt. Besonders der Vater ist eine äußerst seltsame Figur und es wird nie so ganz klar, ob das nun am Drehbuch oder an der Darstellung von Lee Richardson ("Network") liegt, vermutlich jedoch an beidem. Die darstellerischen Leistungen sind sowieso insgesamt nicht wirklich das Wahre. Zwar fällt niemand aus dem Cast extrem negativ auf, wirklich überzeugende Darbietungen sehen allerdings trotzdem anders aus und Patrick Swayze wirkt - obwohl er etwas zäher herüberkommen soll - insgesamt einfach ein gutes Stück zu "soft" für seine Rolle, die vom Typ her eher ein bisschen in Richtung Sylvester Stallone angelegt zu sein scheint. Swayze-Fans können zwar bei "Tiger Warsaw" alias "Dirty Tiger" sicherlich mal einen Blick riskieren, alle anderen sollten um den Film aber lieber einen großen Bogen machen.

Digitale Aufarbeitung:
Leider präsentiert sich der Film auf DVD genauso schwach wie er auch inhaltlich ausfällt. Das Bild wirkt insgesamt seltsam weich sowie matschig und hinterlässt irgendwie den Eindruck eines Internet-Streams. Einige Szenen sind zwar auch mal schärfer, eine wirkliche Detaildurchzeichnung gibt es jedoch nie. Die Farben wirken natürlich, aber etwas ausgewaschen, Rauschen scheint vorhanden zu sein, lässt sich aber im verschwommenen Gesamtbrei, den das Bild darstellt, nicht mehr so genau ausmachen. Gleich in den ersten Sekunden der Eröffnungssequenz fällt zudem ein Bildhänger unangenehm auf, bei dem es zu komischen Aussetzern nebst Sprüngen kommt und auch der Ton zu piepsen beginnt, was insgesamt um die zehn Sekunden anhält, bis der Film normal weiterläuft. Der Ton liegt auf Deutsch und Englisch in Dolby Digital 2.0 vor. Akustische Wunder dürfen hier natürlich sowohl genre- als auch technikbedingt nicht erwartet werden, zumindest die Dialoge sind aber jederzeit klar verständlich.

Bonusmaterial ist nicht vorhanden.

Fazit:
"Dirty Tiger" alias "Tiger Warsaw" ist ein merkwürdiges Low-Budget-Drama mit Patrick Swayze, das vor allem vom Namen seines Hauptdarstellers und der ganz netten Kameraführung lebt. Sowohl inhaltlich als auch in Bezug auf die schauspielerischen Leistungen kann der Film jedoch nicht überzeugen und sorgt beim Zuschauer eher für Verwirrung als dass er unterhalten wird. Technisch kommt die DVD leider ebenfalls auf keinen grünen Zweig, wodurch die Veröffentlichung höchsten für absolute Patrick-Swayze-Fans interessant sein dürfte.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,35:1
2,35:1
89:00 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • -
Dirty Tiger - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Dirty Tiger
Tiger Warsaw

Bild unseres Mitarbeiters Jano Rohleder
Seltsames und langweiliges Familiendrama


Autor der Besprechung:
Jano Rohleder

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1988
Regie:
Amin Q. Chaudhri
Drehbuch:
Roy London
Darsteller:
Patrick Swayze, Piper Laurie, Lee Richardson, Mary McDonnell, Barbara Williams, Bobby Di Cicco, Jenny Chrisinger, James Patrick Gillis

Label Deutschland :
Mr. Banker Films
Verkaufsstart Deutschland :
11.10.2011