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DVD-Besprechung - Powder Girl

Story:
Die 19jährige Kim (Felicity Jones) führt in London kein leichtes Leben. Nach dem tödlichen Autounfall ihrer Mutter muss sie mit einem Job als Fast-Foot-Verkäuferin nicht nur sich selbst, sondern auch ihren arbeitslosen Vater (Bill Bailey) durchbringen. Als sie von der profitablen Möglichkeit als Dienstmädchen in den österreichischen Alpen erfährt, bemüht sich Kim um eine solche Anstellung und bekommt, ganz entgegen ihren eigenen Erwartungen, auch tatsächlich den Job. Zusammen mit der arroganten Georgie (Tamsin Egerton) soll sie sich um das Chalet der reichen Familie Madsen kümmern. Die drastischen Unterschiede zwischen ihrem gewohnten Umfeld und dem Leben der High Society machen Kim schwer zu schaffen, besonders als sie Jonny (Ed Westwick), den attraktiven Sohn der Familie kennenlernt, und seiner Anziehungskraft zu widerstehen versucht. Einzig in ihrer neu entdeckten Leidenschaft fürs Snowboarden findet sie Erholung. Denn Kim weiß, am Ende der Saison findet ein mit 25.000 Dollar dotierter Wettbewerb der talentiertesten Boarder statt, den sie unbedingt gewinnen will.

Meinung zum Film:
Als englisch-österreichisch-deutsche Koproduktion hat der Film „Powder Girl“ zunächst alle Voraussetzungen eine wirklich gute Liebeskomödie aus Tradition zu werden. Mit Drehbuchautor Tom Williams („Inconceivable“) und Regisseur Phil Traill („Zehn Dinge, die ich an Dir hasse“) stehen auch die richtigen Leute an den wichtigsten Positionen, um einen Kinoerfolg zu kreieren. Doch trotz dessen will der Funke nicht so ganz überspringen, was vor allem an der relativ unglaubwürdigen Rahmenhandlung liegen mag. Viele Elemente der Handlung erinnern stark an die Aschenputtel-Story: Die verstorbene Mutter und das traumatisierte Mädchen aus der Unterschicht, dass für sich selbst sorgen muss auf der einen Seite und der reiche und gebildete Junge mit seiner gehässigen und arroganten Mutter auf der anderen Seite. William versucht jedoch die Handlung ins 21. Jahrhundert zu transportieren und so gibt es statt dem Schloss lieber ein Chalet in den Alpen, statt einem Prinzen einen Geschäftsmann und statt eines hilfsbedürftigen Aschenputtels eine selbstbewusste und letztlich auch erfolgreiche junge Frau.

Die Geschichte bringt also nichts wirklich Neues. Dies ist vermutlich auch Regisseur Traill klar, der sich ja bekanntlich auf Liebeskomödien spezialisiert hat. Daher rühren auch die vielen ironischen Anspielungen auf Jane Austen-Romane. Ironisch ist auch das Spiel mit den Vorurteilen, beispielsweise wenn sich die High Society schon am Morgen mit Champagner betrinkt und zu einem spontanen Rundflug mit dem privaten Helikopter aufbricht, oder der arbeitslose Vater von Kim sich nur mit Konserven ernährt, lange fettige Haare trägt und sich lieber in Selbstmitleid suhlt, als sein Leben wieder in die eigene Hand zu nehmen. Dass der Funke trotz der guten Voraussetzungen nicht auf den Zuschauer überspringen will, liegt an der Tatsache, dass die Figuren keine bemerkenswerten Entwicklungen durchmachen und auch kein nennenswerter, dramatischer Konflikt vorhanden ist, der dem Film die nötige Glaubwürdigkeit verleihen könnte. Allerdings sollte auch erwähnt werden, dass dank des romantischen Drehortes und der gelungenen Kameraführung zeitweise zumindest das Ambiente zum Genre passt.

Die Schauspieler machen alles in allem in dieser Komödie eine gute Figur. Besonders erwähnenswert ist dabei natürlich Bill Nighy, der schon in „Tatsächlich Liebe“ sein fantastisches komödiantisches Talent zeigen konnte. Zwar gibt ihm seine Rolle als leicht konfuses aber reiches Familienoberhaupt Richard nicht die gleichen Möglichkeiten wie in der britischen Komödie von Richard Curtis, dennoch verkörpert er sie hier ebenso glaubwürdig. Weiterhin sollte das Talent der Hauptdarstellerin Felicity Jones („Like Crazy“) gewürdigt werden. Sie trifft genau den richtigen Ton ihrer Kim, wenn sie ihre rotzige Teenage-Haltung einnimmt und aus ihrem Mund ein kesser Spruch nach dem andern kullert. Außerdem ruht auf ihren Schultern die Kernaussage des Films. Man muss erst mit sich selbst im Reinen sein, um etwas wirklich Großes zu vollbringen. Diese Tat vollbringt die junge Schauspielerin mit einer fast spielerischen Leichtigkeit, die den Zuschauer über manches Defizit des Films hinweg tröstet.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild besitzt insgesamt eine gelungene Qualität. Die Farben sind kräftig und natürlich und die Konturen sind scharf. Der Kontrast hält den gesamten Film über ein ausgezeichnetes Niveau. Der Ton klingt deutlich vernehmbar und gleichmäßig aus allen Boxen. Auch der Mix aus Dialogen, Hintergrundgeräuschen und Musik ist ausnehmend gut gelungen.

Die DVD enthält keine Extras.

Fazit:
„Powder Girl“ ist leider keine Ausnahmekomödie, was unter anderem der fehlenden Entwicklung der Charaktere sowie der Tatsache, dass trotz Konfliktvorlagen nicht genügend Tiefgang entsteht um diese Probleme auch anzusprechen, geschuldet ist. Dank der glaubwürdigen Darbietung einiger Darsteller, allen voran der Hauptdarstellerin Felicity Jones, kann jedoch über das eine oder andere Defizit hinweg gesehen werden. Insgesamt springt jedoch trotz guter Voraussetzungen der Funke nicht wirklich auf den Zuschauer über, was im Angesicht eines talentierten Regisseurs und Drehbuchautors wirklich enttäuscht.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 0 - ohne Altersbeschrae~nkung
1,78:1
1,78:1
96:43 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bonusmaterial:
  • -
Powder Girl - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Powder Girl
Chalet Girl

Bild unseres Mitarbeiters Yatiker Yildiz
Tolle Geschichte aber kein Tiefgang!


Autor der Besprechung:
Yatiker Yildiz

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
England / Österreich / Deutschland, 2011
Regie:
Phil Traill
Drehbuch:
Tom Williams
Darsteller:
Felicity Jones, Ed Westwick, Bill Nighy, Brooke Shields, Tamsin Egerton, Bill Bailey, Sophia Bush, Adam Bousdoukos, Nicholas Braun, Tara Dakides, Ken Duken, Abbie Dunn, Patrick Finger, Thomas Goersch, Tom Goodman-Hill, Georgia King

Label Deutschland :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
17.11.2011