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Blu-ray-Besprechung - Geständnisse - Confessions
Story:
Es ist der letzte Schultag vor den Ferien und die Schülerinnen und Schüler der Klasse 7 B sind schon ganz aufgeregt. Ihre Klassenlehrerin Frau Moriguchi will ihre Klasse mit einer Ansprache in den Urlaub entlassen, denn nach den Ferien wird sie nicht mehr an der Schule tätig sein. Verdutzt sehen sich die Schüler gegenseitig an, als ihre Lehrerin von dem Tod ihrer kleinen Tochter spricht und dass es, entgegen einer Untersuchung, kein Unfall war. Es war Mord und zwei Schüler ihrer Klasse 7 B sind die Mörder des Mädchens. Sie wisse wer die beiden sind und habe ihre Rache bereits eingeleitet.
Meinung zum Film:
Mit „Geständnisse – Confessions“ kommt ein Film der das Potential besitzt den überwiegenden Teil des Publikums in seinen Bann zu ziehen. Regisseur Tetsuya Nakashima („Prüfungen eines Sommers“) ist eine sehr gute Mischung aus Drama und Thriller gelungen, an die sich Hollywood hoffentlich nicht in der Form eines Remakes vergreifen wird. Nakashima hat hier keinen Film gedreht, sondern ein Kunstwerk geschaffen, das in sich vollkommen stimmig ist. Ein Zufall sorgte dafür, dass er in einer Buchhandlung den Roman von Kanae Minato fand und sich der Story annahm. Die spannende Geschichte verband er nun mit eindrucksvollen Bildern und Setgestaltungen. Dabei beginnt alles so simpel und einfach, indem die Lehrerin Yuko Moriguchi sich am letzten Schultag vor den Frühjahrsferien vor die Klasse 7 B stellt und beginnt zu reden. Die schon etwas aufgedrehten Schüler zwischen 13 und 14 Jahren sind zunächst vollkommen unkonzentriert und johlen stellenweise in die Ansprache ihrer Klassenlehrerin. Als diese aber die schulischen Themen verlässt um über ihr Privatleben zu sprechen, beginnen die Schüler nach und nach ihren Worten zu lauschen.
Nach spätestens zehn Minuten ist der Zuschauer voll in die Geschichte eingestiegen und gespannt, welche Offenbarungen Yuko noch von sich geben wird. Nach 30 Minuten endet ihre Ansprache mit einem echten Hammer. Doch das Ende ihrer Rede ist erst der Beginn für etwas, was dem Publikum zuletzt immer seltener serviert wurde, nämlich eine Handlung die immer spannender wird und mit etlichen logisch nachvollziehbaren Überraschungen aufwarten kann. Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven und Rückblicken erzählt, denn auch die wichtigsten Schüler tragen zur Aufklärung aus ihrer Sicht teil. Es ist schon harter Tobak der in kleinen Dosierungen präsentiert wird und teilweise echte Seelenabgründe aufzeigt. Die Bilder die angeboten werden sehen stilistisch ruhig aus und vermitteln dadurch einen konträren Eindruck. Besonders in der ersten halben Stunde ziehen sie angesichts der effektiv gewählten Einstellungen die Blicke gebannt auf den Schirm. Das Mittel der Zeitlupe zeigt seine Wirkung und der Zuschauer gewöhnt sich schnell an die ungewöhnliche Optik.
Auch auf die Wirkung von Klängen wurde geachtet und es ergibt sich eine sehr stimmungsvolle Harmonie zwischen Bild und Ton. Dadurch wird die Absicht Spannung zu erzeugen passend unterstützt. Und davon gibt es eine Menge, denn allein die soziale Entwicklung in der Klasse birgt viel Diskussionsstoff. Am Filmende ist der Zuschauer verblüfft mit welchen Mitteln Menschen gesteuert werden können und wie bestraft werden kann, ohne dass jemand selbst Hand an einen anderen legen muss. Hinzu kommt der interessante Ansatz, dass je mehr dem Publikum offenbart wird, fast jeder vorherige Handlungsstrang neu bewertet werden muss. Der aufmerksame Zuschauer wird aber auch erkennen, dass ein wichtiges Thema indirekt beleuchtet wird, das Thema Erziehung. An einem wirklichen krassen Beispiel wird demonstriert, dass die Schule zwar Wissen und Bildung vermitteln muss, aber die grundsätzlichen Werte des Miteinanders den Familien vorbehalten bleiben. Eltern müssen ihre Kinder erziehen und auch wissen welche jungen Menschen da vor ihnen stehen.
Digitale Aufarbeitung:
Die Blu-ray-Disc bietet ein erstklassiges Bild, das keine Wünsche offen lässt. Die Optik ist jederzeit scharf und überzeugt mit vielen Bilddetails. Haare, Kleidung, einfaches alles wirkt so klar, als stünde der Zuschauer direkt daneben. Die Farben im Film sind stilgetreu umgesetzt worden und so strahlt das Bild eine gewisse Kälte aus, die für die passende Atmosphäre sorgt. Der Sound wird über alle Boxen umgesetzt, wobei hier die Musik hervorgehoben wird, ohne dass die Dialoge leiden.
Das zentrale Extra ist das Making Of (69:48) das sich als würdig erweist. Es vermittelt eine Fülle an Informationen und Hintergrundwissen, sowie auch Einblicke in die Dreharbeiten. Die Geständnisse der Schüler (17:17) sind dann kleine Interviews mit allen Darstellern der Klasse 7 B. Sie erzählen u.a. wie sie zu dieser Produktion gekommen sind und ob sie auch schon vorher Filmluft geschnuppert haben. Der Originaltrailer fehlt natürlich ebenfalls nicht.
Fazit:
„Geständnisse – Confessions“ ist ein erstklassiger und fesselnder Thriller aus Japan der seinen ganz eigenen Erzählstil besitzt. Er ist spannend, dramatisch und pure, gekonnte Unterhaltung mit einer sehr guten Handlung und einer überzeugenden Bildästhetik. Die technische Umsetzung lässt keine Wünsche offen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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106:29 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1 | Japanisch DTS-HD Master Audio 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Making Of
- Geständnisse der Schüler
- Kinotrailer
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Geständnisse - Confessions
Kokuhaku
Die leise Rache einer Mutter
Autor der Besprechung:
Jörg Hesse
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Japan, 2010 Regie: Tetsuya Nakashima Drehbuch: Kanae Minato, Tetsuya Nakashima Darsteller: Takako Matsu, Yoshino Kimura, Masaki Okada, Yukito Nishii, Kaoru Fujiwara, Ai Hashimoto, Hirofumi Arai, Makiya Yamaguchi
Label :
Rapid Eye Movies
Verkaufsstart : 18.11.2011
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