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Blu-ray-Besprechung - Atrocious

Story:
Familie Quintanilla zieht es in den Ferien in ihr Ferienhaus in Sitges. An der spanischen Küste wollen sie eine schöne Zeit im Kreise der Familie verbringen, was eigentlich auch nicht unmöglich erscheint. Leider haben es sich die beiden Kinder, die Jugendlichen July (Clara Moraleda) und Christian (Christian Valencia), in den Kopf gesetzt eine Legende dieser Gegend einer genauen Untersuchung zu unterziehen. Vor langer Zeit soll ein kleines Mädchen in den Wäldern verschwunden sein. Immer wenn sich jemand dort verläuft, soll die Kleine auftauchen und ihn in Sicherheit führen. Das Garten-labyrinth, welches sich an das Ferienhaus anschließt, beflügelt die Fantasie von July und Christian und die Geschwister machen sich mit ihren Handkameras auf den verwachsenen Garten zu durchsuchen.

Meinung zum Film:
„Atrocious“ wandelt auf den Spuren von Filmen wie „Das Blair Witch Projekt“ oder auch „Paranormal Activity“. Warum auch nicht, möchte der Zuschauer meinen, denn immerhin könnte ja eine interessante Variante hinzu kommen. Die Handlung spielt ausgerechnet in Sitges, der spanischen Küstenstadt in der Provinz Barcelona, in der es ein bekanntes jährliches Fantasy-Filmfestival gibt. Vielleicht haben die Filmemacher auch dieses im Sinn gehabt, als sie die Handlung dorthin verlegten. Wie bereits angedeutet, ist „Atrocious“ ein Film der aus der Sicht einer Handkamera, in diesem Falle sind es sogar zwei, dargestellt wird. Das Gewackel ist ein mittlerweile akzeptiertes Stilmittel, dennoch ist es manchmal wirklich nervig für die Augen. Dies wird besonders in dem Gartenlabyrinth deutlich, welches an sich schon enorm unübersichtlich angelegt ist. Viele verdorrte Büsche und Zweige erschweren nicht nur den Protagonisten die Sicht, der Zuschauer ist noch schwerer davon betroffen.

Erschwerend kommt hinzu, dass im Film auch relativ wenig passiert. In den ersten Momenten in der ungepflegten Fauna sitzt das Publikum noch erwartungsvoll vor dem Bildschirm und ist gespannt, womit es gleich erschreckt wird. Doch dann kommt die Einsicht, dass da nicht mehr viel kommen wird. Was hier gezeigt wird ist wirklich belanglos und spannungsarm. Selbst die Kameraufnahme des bellenden Hundes vor dem Gatter, welches in das Labyrinth führt, entlarvt sich schnell als Blindgänger. Wer glaubt, dass nun das Grauen aus dem Garten über den Hund herfällt sieht sich enttäuscht. Schnitt, nächster Morgen und der Hund ist weg. Zugegeben, es wird dann noch etwas spannend, wenn das blutige Halsband gefunden wird, aber der Weg dorthin ist einfach langweilig ausgefallen. Ansonsten wird die Familie bei ihren für Aktivitäten gezeigt, was beispielsweise Karten spielen oder das Abendessen umfasst. Wer  solche Banalitäten mag der findet hier wohl seine Erfüllung.

Auch wenn den Charakteren die Tiefe fehlt, so wird ihr Verhalten recht gut von den unbekannten Schauspielern dargestellt. Es handelt sich eben um eine typische Familie. Der Vater ist recht autoritär, die Mutter seiner Meinung, Tochter July hingegen hat eigentlich gar keinen Bock auf Familienurlaub und sieht das Filmen eher als ablenkenden Zeitvertreib an. Ihr älterer Bruder Christian hingegen ist fasziniert von dem Gedanken an die Stätte seiner frühen Kindheit zurück zu kehren und zu vergleichen, ob seine Erinnerungen noch alle zutreffen. Zudem ist da auch noch die Geschichte von dem verschwundenen Mädchen, die für ihn ebenfalls ein guter Grund ist, sich mit der Familie zu arrangieren. Die typischen Teenagerverhaltensweisen kommen sehr schön herüber und erklären somit auch ihren Forscherdrang.

Digitale Aufarbeitung:
Durch den dokumentarischen Stil die Geschehnisse per Handkamera festzuhalten, entsteht eine etwas gemischte optische Qualität für eine Blu-ray-Disc. Die eine Kamera ist hochauflösend und die andere nicht. Dadurch sind die Bilder des schwächeren Modells weniger scharf und zeigen eine deutliche Körnung, vor allem, wenn weniger Licht vorhanden ist. Die andere Kamera zeigt scharfe Bilder, soweit das typische Wackeln mal einen ruhigen Moment für das Auge zulässt. Die anderen Aspekte wie Kontrast und Farbe zeigen sich ebenfalls grundverschieden. Der Ton hingegen wirkt überraschend gleich, egal, welche Kamera ihn eingefangen hat.

Als Extra gibt es ein Making Of (14:16), welches teilweise Informationen anbietet und auch gegenseitiges Schulterklopfen zeigt. Das zweite Extra ist der deutsche Trailer.

Fazit:
„Atrocious“ hat einen eher schwachen Unterhaltungswert und gehört nicht zur Beletage dieses Horror-Genres. Es passiert zu wenig und Spannung baut sich fast gar nicht auf. Technisch ist die BD in Ordnung, aber stilmittelbedingt kein Glanzlicht.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
73:54 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Spanisch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Deutscher Trailer
Atrocious - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Atrocious
Atrocious

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Mäßiger Horror mit der Handkamera


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Spanien/Mexiko, 2010
Regie:
Fernando Barreda Luna
Drehbuch:
Fernando Barreda Luna
Darsteller:
Christian Valencia, Clara Moraleda, Chus Pereiro, Sergi Martin, Xavi Doz, Jose Masegosa, Silvia Arnau, Carlos Blanco, Sammy Gad

Label Deutschland :
Senator Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
25.11.2011