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DVD-Besprechung - Delta Force Commando: Priority Red One
Story:
Captain Sam Beck (Fred Williamson) sieht sich auf seinem NATO-Luftwaffenstützpunkt plötzlich mit dem General McCailland (Van Johnson) konfrontiert, der in einer Geheimmission unterwegs ist und auf seiner Basis nach einem Maulwurf fahndet, der eigene Agenten verrät und geheime Informationen an den Feind weitergibt. Währenddessen befindet sich das ehemalige Delta Force-Mitglied Brett Haskell (Richard Hatch) in einer ziemlichen Klemme und gerät bei einer Anti-Terror-Aktion zwischen alle Fronten, da er offensichtlich vom CIA verraten wurde. Da auch noch ein Konvoi mit Raketen irgendwo im Grenzgebiet von Pakistan und Afghanistan gekapert wurde, wird die Gefahr eines internationalen Zwischenfalls unkalkulierbaren Ausmaßes immer größer.
Meinung zum Film:
„Delta Force Commando II: Priority Red One“ ist der Nachfolger des vier Jahre zuvor, also 1987, entstandenen „Delta Force Commando“, die beide unter der Regie von Pierluigi Ciriaci („Warbus 2“) abgedreht wurden, der hier auch gemeinsam mit Lewis Cole („Aufbruch der Söhne“) das Drehbuch schrieb. Ciriaci ist also im Bereich ballerlastiger, italienischer Kriegs- bzw. Söldnerstreifen keineswegs ein Unbekannter, konnte jedoch mit keiner seiner vier entsprechenden Produktionen wirklich überzeugen und das trotz der Mitwirkung einiger Genre-Prominenz. Waren im ersten Teil noch Fred Williamson („From Dusk 'til Dawn“), Mark Gregory („Thunder“) und Bo Svenson („Sag nie wieder Indio“) mit an Bord, konnte Cicerci diesmal nur noch auf ersteren zurückgreifen, verpflichtete aber zusätzlich noch Richard Hatch (Captain Apollo aus „Kampfstern Galactica“), den sichtlich gealterten Veteranen Van Johnson („Die Caine war ihr Schicksal“) in einer seiner letzten Rollen und Bobby Rhodes („Jäger der Apokalypse“). Angesichts des offensichtlich äußert geringen Budgets eine keineswegs schlechte Besetzungsliste.
Von einem auf die Schnelle herunter gekurbelten, militaristischen B-Movie aus italienischer Produktion erwartet sicherlich niemand grandiose Darbietungen der Darsteller, eine ausgefeilte, tiefgründige Geschichte oder bombastische Spezialeffekte, sondern eher einen No-Brainer mit Trashfaktor und einer größeren Portion Action. Leider ist „Delta Force Commando II: Priority Red One“ jedoch nicht nur bezüglich der Ausstattung unterbudgetiert, sondern beinhaltet auch fast keine Actionsequenzen und bedient sich zudem einer Story die weder Sinn macht, noch in der Lage ist die einzelnen Szenen mit Hilfe eines übergeordneten roten Fadens zu verbinden. Während der arme Richard Hatch irgendwo in der Wüste herumirrt, besteht die andere Filmhälfte, mit Fred Williamson und Van Johnson, größtenteils aus preisgünstigen Innenaufnahmen in einem angeblichen Stützpunkt, vollgestopft mit heutzutage antiquarisch anmutenden Computern, Radargeräten und Monitoren. Diese offensichtlich völlig unabhängig voneinander gedrehten Filmhälften wurden dann vermutlich später ohne Sinn und Verstand zu einem gemeinsamen Film zusammengeschnitten. Dementsprechend besitzen Hatch und Willamson keine einzige gemeinsame Szene und letzterer sitzt zu 95% nur an seinem Schreibtisch und sondert gelangweilt sparsame Dialogzeilen ab.
Richard Hatch hat es indessen noch deutlich schwerer, da er eigentlich als Sympathieträger dienen soll, sein Charakter aber weitgehend undurchschaubar bleibt. Brett Haskell war wohl einmal ein Offizier der Delta Force befindet sich jetzt aber in einem nicht durchschaubaren Disput mit der CIA, die ihn aber wiederum unter Druck setzen und anheuern will, um die gestohlenen Raketen bzw. eine Gruppe Terroristen ausfindig zu machen. Da aber Teile der CIA offensichtlich aus rein finanziellen Gesichtspunkten Geschäfte mit eben jenen Terroristen betreiben und so die Welt an den Rand eines atomaren Konflikts steuern, macht die gesamte Story des Films endgültig keinen Sinn mehr. Auch die Verbindung beider Erzählstränge misslingt vollkommen und was der Maulwurf, Haskells Mission, die gestohlenen Raketen und diverse CIA-Aktivitäten eigentlich miteinander zu tun haben sollen, bleibt völlig im Dunkeln. Aber auch die Actionelemente des Films versagen auf ganzer Linie und sind mehr als spärlich gesät. Der Überfall auf den Konvoi stellt eine kurze Ballerei dar, die aber hinsichtlich ihrer expliziten Schusswunden schon fast das Niveau eines Lucio Fulci erreicht, hier verstehe einer noch die FSK und ihre Freigaben. Später kommt es noch zu einer kurzen Nahkampfsequenz mit Richard Hatch, der hier genauso auf ganzer Linie versagt, wie die Choreografen. Die restlichen Actionsequenzen bestehen vor allem aus einer verdeckten Infiltrierung des Terroristencamps und einer abschließenden Hubschrauber- und Infanterieattacke auf eben jene Basis, die clevererweise auch noch am hellichten Tag durchgeführt wird.
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität dieser 20 Jahre alten, italienischen Billigproduktion lässt für eine DVD-Veröffentlichung ziemlich zu wünschen übrig und stellt mit Sicherheit, trotz der guten Kompressionswerte, auch keinen wirklichen Quantensprung zur alten VHS-Fassung dar, auch wenn diese natürlich trotzdem qualitativ übertroffen wird. Die Vorlage im Vollbildformat wird von zahlreichen Verschmutzungen und stärkeren Beschädigungen begleitet, die auch aufgrund des starken Bildrauschens und des ziemlich unruhigen Bildstands bereits keinen guten Eindruck hinterlässt. Auch die Bildschärfe ist eher mäßig ausgefallen, für eine solche Produktion allerdings noch akzeptabel. Eine wirkliche Detailzeichnung ist aber nicht erkennbar und in Kombination mit der blassen Farbgebung und dem zu steilen Kontrast ergibt sich ein häufig eher weiches bis seltener schon fast matschiges Bild. Die deutsche DD 2.0-Tonspur bietet zwar insgesamt eine gute Verständlichkeit, klingt aber alles andere als dynamisch und zudem frontlastig sowie eher dumpf. Gerade die Soundeffekte wirken äußerst schwach auf der Brust und leider kommt es auch immer wieder zu störenden Tonschwankungen. Die englische und italienische DD 2.0-Tonspuren weisen diesen Fehler nicht auf. Allerdings dürfte letztere aufgrund fehlender Untertitel nur für eine Minderheit deutscher Käufer von Interesse sein.
Auf der DVD befindet sich keinerlei Bonusmaterial. Die Veröffentlichung besitzt ein unschönes, zusammenmontiertes Covermotiv inklusive FSK-Flatschen. Glücklicherweise handelt es sich jedoch um ein Wendecover, das nicht nur flatschenfrei gestaltet wurde, sondern auch ein abweichendes, deutlich gelungeneres Motiv im Retro-Design beinhaltet.
Fazit:
„Delta Force Commando II: Priority Red One“ lässt sich am einfachsten mit den Begriffen billig, peinlich, hirnlos, langweilig und actionarm umschreiben. Richard Hatch, Fred Williamson und der deutlich gealterte Van Johnson können einem hier als Zuschauer einfach nur noch Leid tun, obwohl eben jene Zuschauer aufgrund der weitgehend zusammenhangslosen und sinnfreien Handlung auch völlig orientierungslos und entsetzt auf den Bildschirm starren dürften. Auch technisch macht die DVD eine alles andere als gute Figur und Bonusmaterial gibt es auch keines.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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94:03 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 | Italienisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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Delta Force Commando: Priority Red One
Delta Force Commando II: Priority Red One
Inhaltlich nicht nachvollziehbar und zudem genauso billig produziert wie actionarm
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien, 1991 Regie: Pierluigi Ciriaci Drehbuch: Pierluigi Ciriaci, Lewis Cole Darsteller: Richard Hatch, Fred Williamson, Gianina Facio, Van Johnson, Bobby Rhodes
Label :
Cinepolis Verkaufsstart : 15.09.2011
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