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DVD-Besprechung - The Devil's Curse

Story:
Weil sie es mit dem Feiern übertrieben hatten, wurden fünf Studenten von ihrem Vermieter auf die Straße geworfen. Nachdem die fleißige Alice (MyAnna Buring) bemerkt, dass man in der Bücherei nicht übernachten kann, taucht ausgerechnet ihr feierlustiger Freund Jock (Clayton Watson) mit einem Plan für sie auf: Ein theologisches Institut mit anliegendem Studentenwohnheim steht verlassen für die beiden und ihre drei Freunde Scott (Mark Joseph), welcher heimlich in Alice verliebt ist, die bibelfeste Timmy (Nathalie Pownall) und Partymaus Jazz (Rhea Bailey) bereit. Doch das Institut liegt nicht ohne Grund brach: Vor einigen Jahren beschworen hier fünf Schüler einen Dämon, worauf alle Beschwörer bis auf einen mysteriös verstarben. Das schreckt Alices Freunde aber nicht, per Ouija-Brett mit den Toten kommunizieren zu wollen. Doch damit geht der Schrecken erst richtig los!

Meinung zum Film:
"The Devil's Curse" ist der erste Spielfilm von Toni Harman und Alex Wakeford, die sich schon seit dem Filmstudium kennen und gemeinsam mehrere Kurzfilme drehten. Bevor Wakeford aber auch nur ein einziges Wort zur Handlung schrieb, suchten sich beide die Drehorte aus, an denen es angeblich sogar wirklich spuken soll. So machten sich die Produzenten einen Spaß daraus, die Darsteller alleine in den Keller zu schicken, um nachher ihre Ängste dort realistischer nachspielen zu können. Während des Drehs hörten sie mehrfach Stimmen und Geräusche unbekannten Ursprungs, ein für den Film mitgebrachtes Mikrofon für den Ultraschallruf von Fledermäusen soll Stöhnen und an einem weiteren Ort, an dem nicht gedreht wurde, sogar laut Harman einen ganzen Dialog hörbar gemacht haben. Dennoch müssen Wakeford und er die Drehorte geheim halten, um für einen späteren Umbau in Luxus-Apartments nicht Investoren und Kunden abzuschrecken.

So entstand ein stimmungsvoller Film, der Genre-Klischees respektiert und einsetzt, sich aber nicht völlig auf ihren ausgetretenen Pfaden ausruht. So gibt es natürlich in „The Devil’s Curse“ Schocker-Szenen, in denen etwas mit lautem Geräusch in die Kamera springt, doch tauchen diese nur ein- oder zweimal während des gesamten Films auf. Selbstverständlich gibt es wie in jedem Horror-Streifen mit Teenagern eine Duschszene mit der Protagonistin Alice und ihrer Freundin Timmy, doch ist diese maßgeblich für den weiteren Handlungsverlauf und trotz Freigabe ab 18 vollkommen jugendfrei. Unter der Dusche versucht sich nämlich Timmy an Alice und wird abgewiesen, ein paar Szenen später outet sie sich unter dem Glauben, dass Alice es ohnehin schon weitererzählt hätte. Die notgeilen Sprüche der Jungs interpretiert sie als Mobbing und wendet sich vollkommen ab. Eine realistisch umgesetzte Szene mit einem ernsten Thema, die außer der Duschszene auch keinerlei Fanservice benötigte, ist eine reife Entscheidung für ein Filmgenre, von dem man eigentlich das Gegenteil gewohnt ist.

Auch der Kontext klingt gut recherchiert und stimmig. Der Film beginnt etwa mit der Geschichte des Dämons, welcher in einer Rückblende später von den alten Studenten des theologischen Institutes gerufen wird. Das Ave Maria sowie das Pentagramm sind wiederkehrende Themen und das Ouija-Brett bekommt eine größere Rolle, als anfangs vermutet werden kann. Zusammen mit mehrdimensionalen Charakteren mit realistischen Wünschen und Ängsten bildet der Film so einen Horrorfilm, der nur wenig fließendes Blut benötigt, um seine gruselige Stimmung zu vermitteln. Stattdessen wird das solide Filmgerüst durch eine unheimliche Geräuschkulisse und eine überzeugende MyAnna Buring („Lesbian Vampire Killers“) als Hauptdarstellerin Alice verstärkt. Abgeschlossen wird das Ganze mit einem überraschenden Ende, das alle vorherigen Ereignisse stimmig verbindet. Kurzum, wenn bereits das Spielfilmdebüt von Harman und Wakeford so aussieht, darf auf weitere großartige Filme gehofft werden!

Digitale Aufarbeitung:
Für eine bessere Atmosphäre ist das Bild vor allem nachts stimmungsvoll beleuchtet und ungesättigt, bleibt dabei aber scharf und mit gut erkennbaren Details. Die deutsche Tonspur ist klar verständlich, die englische schwankt in Verständlichkeit und Lautstärke etwas.

Neben dem deutschen und englischen Trailer bietet die Sonderausstattung ein halbstündiges Making-Of namens "Five Essentials of Horror" mit Fokus auf der Soundkulisse, das aber auch Interviews mit dem ganzen Cast beinhaltet. Die zweite DVD ist eine Copy-to-Go-Bonus-Disc, welche per Computer eine Filmkopie auf mobile Geräte ziehen kann. Die DVD-Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.

Fazit:
"The Devil's Curse" steigert seinen Anspruch im Laufe des Filmes langsam von einem typischen Teenie-Horrorfilm zu einem ausgewachsenen Psycho-Thriller. Beides verbindet sich problemlos zu einem komplexen Ganzen mit einer Gefahrenquelle, die nie eindeutig festzustellen ist. Zusammen mit der Hintergrundgeschichte, auf die auch in der Sonderausstattung eingegangen wird, ist der Film für jeden etwas, der sich gerne von der sicheren Couch daheim aus mit realem oder real wirkendem Horror befassen möchte.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,78:1
1,78:1
83:42 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • "Five Essentials of Horror"
  • Copy-to-Go Bonus Disc
The Devil's Curse - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
The Devil's Curse - Dare to believe
Credo

Bild unseres Mitarbeiters David Bühring
Zehn kleine Negerlein in der Twilight Zone: Makabre Unterhaltung!


Autor der Besprechung:
David Bühring

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien, 2008
Regie:
Toni Harman
Drehbuch:
Alex Wakeford
Darsteller:
Rhea Bailey, MyAnna Buring, Chris Courtenay, Philip Delancy, Stephen Gately, Victoria Hanlin, Chris Jamba, Mark Joseph, Nathalie Pownall, Colin Salmon, Clayton Watson, Vanessa Zachos

Label Deutschland :
Pasadena Pictures
Verkaufsstart Deutschland :
08.11.2011