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DVD-Besprechung - The Power of Fear
Story:
In Castleville gibt es mehr, als der christliche Glaube für möglich hält, gerade dann, wenn Mortalitas Vivatus ist. Zu Vollmond stehen Erde, Mars und Venus alle zwölf Jahre in einer Linie, der sogenannten Achse des Teufels. Deshalb wird der Journalist Ivan Berghoff (Valeriy Nikolaev) in dieses Dorf geschickt, um vor Ort eine reißerische Reportage über das Übersinnliche zu verfassen. Allerdings bleibt sein Wagen dort liegen und auf der Suche nach einem Unterschlupf wird er in einen Totschlag verwickelt. Berghoff macht das Beste aus seiner Situation und verkleidet sich als Priester Dan Tows, als der er nun drei Messen halten muss, um sowohl Sheriff Thomas Difan (Lembit Ulfsak) als auch dem nächtlichen Fluch von dessen verstorbener Tochter Meryl (Evgeniya Kryukova) zu entgehen. Der Kampf um sein Leben hat begonnen.
Meinung zum Film:
"The Power of Fear" ist ein sehr schön anzusehender Film aus Russland mit einigen gelungenen Effekten. Die Handlung erzählt die Geschichte des "König der Erdgeister Wij" nach, einer Erzählung von Nikolai Wassiljewitsch Gogol, welche 1835 im "Mirgorod" erschien und zu den russischen Klassikern gehört. Als solche wurde die Geschichte auch schon mehrfach verfilmt, unter anderem 1960 als "Die Stunde, wenn Dracula kommt" mit Vampiren anstatt Hexen. Die Handlung lässt sich dabei sehr knapp zusammenfassen: Ein Theologie-Student wird von einer alten Hexe bedroht, welche er aus Notwehr töten muss. Im Sterben verwandelt sich die Hexe in eine schöne junge Dame, der Student flieht dennoch. Wenige Tage darauf wird der angehende Priester zu seinem Onkel gerufen, welcher ihn dazu einlädt, drei Nächte in direkter Folge Gebete zur Beerdigung eines Mädchens zu sprechen. Da setzt der ironische Twist ein: Bei der Dame handelt es sich um die nun junge, schöne Hexe, welche ihm in den drei Nächten sein Leben zur Hölle macht und ihn anschließend zum Verschwinden bringt, um nur eine abbruchreife Kirche zu hinterlassen. Diese Verfilmung verändert beim Märchen vor allem den Anfang und das Ende. Statt einem Theologie-Studenten fährt ein Journalist in die Stadt und gerät nur durch Zufälle in die Rolle eines Priesters.
Leider ist diese Adaption furchtbar moralisierend. Am Anfang rettet der echte Priester den Reporter Berghoff vor jugendlichen Schlägern, indem er ihnen seine Stärke demonstriert. Schon im folgenden Gespräch kann Berghoff sich anhören, wie wichtig der Glaube im Kampf gegen das Böse ist. Einen Mord später bekommt er als eben dieser Priester verkleidet genau dasselbe zu hören und realisiert, dass er in seinem Leben noch nie Grund zum Glauben an Gott besaß. So findet er dank der Hexe sehr schnell zum Glauben. Aber leider macht das den Film nicht zu "Der Exorzist", wo der Glaube eher Mittel zum Zweck war, sondern dank Effekthascherei und Logikfehlern zum "Avatar". Die Effekte sind gerade im Warren-Haus, wo Hexe Meryl getötet wird, und in den nächtlichen Exorzismen sehr gut, auch die digitalen Effekte können sich mit Filmen aus Hollywood messen. Dies war wohl auch das Ziel. Berghoff ist Pulitzer-Gewinner, Difan ein Sheriff und Castleville soll wohl eine amerikanische Kleinstadt sein. Leider sieht jedoch fast nichts im Film nach den USA aus. Nebel und eine Kälte, die den Atem sichtbar macht, Pelzmützen und Bärte, sogar die Häuser sind einfach zu russisch, um sie mit einem US-Namen dort einbürgern zu können.
Ebenso unverständlich sind einige andere Details. Das Warren-Haus steht angeblich seit 30 Jahren leer, doch wird dort noch in derselben Nacht Meryls Leiche entdeckt. Laut hundertjährigen Legenden müssen drei Zeremoniennächte die Hexe davon abhalten, wieder ins Leben zurückzukehren. Allerdings hindert Meryls Zauberkräfte Berghoff daran, die Stadt zu verlassen. Bei den Zeremonien selbst reagiert die Leiche Meryls erst auf die Gebete und wirkt generell nicht so, als wäre sie untot. Ein anderer Makel des Films ist auch, dass Berghoff häufig erschreckt wird und sich fürchtet, der Zuschauer selbst davon aber keineswegs angesteckt wird. Das kann daran liegen, dass Berghoff von Anfang an als ein proletenhafter, aber feiger Unsympath eingeführt wird, um seine Läuterung zum religiösen und charakterstarken Helden zu betonen. Solange Berghoff keine Identifikationsfigur darstellt, ist nicht einmal seine Angst übertragbar. "The Power of Fear" bleibt somit zwar ein Horrorfilm, aber leider gruselt es nur die Figur im Film. Nach dem Abschalten des Fernsehers bleibt dem Zuschauer hingegen nicht einmal ein wohliger Schauer.
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität und dessen Rauschen schwanken von Szene zu Szene von guter bis zu durchschnittlicher Schärfe. Der deutsche Ton ist klar verständlich. In der englischen Tonspur verschlingen die Hintergrundgeräusche und der Soundtrack gelegentlich den Dialog.
Die Ausstattung bietet lediglich zwei Originaltrailer. Die Publikation besitzt ein Wendecover. Leider gibt es trotz kyrillischer Schrift bei Film und Trailern keinen russischen Originalton beim eigentlichen Spielfilm.
Fazit:
"The Power of Fear" lädt zwar nicht gerade zum Mitfiebern ein, ist aber insgesamt ein gut gemachter, wenn auch mittelmäßiger Film. Seine Fehler wären wohl nicht so auffällig, wenn er weniger bombastisch aussehen würde. Die Effekte, die bei einem Film eher das i-Tüpfelchen darstellen müssten, sind sehr gut gemacht, die Handlung als Fundament darunter ist aber nur durchschnittlich ausgefallen. Der Film gibt sich betont hollywoodnah, wirkt allerdings trotzdem eher originär russisch, bei moderaten Ansprüchen kann er sich aber durchaus mit einigen US-Blockbustern messen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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92:07 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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The Power of Fear
Vedma
Moderne Aufbereitung einer russischen Gruselgeschichte
Autor der Besprechung:
David Bühring
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Russland, 2006 Regie: Oleg Fesenko Drehbuch: Oleg Fesenko, Igor Mitushyn (nach einer Erzählung von Nikolai Gogol) Darsteller: Valeriy Nikolaev, Evgeniya Kryukova, Lembit Ulfsak, Arnis Licitis, Juhan Ulfsak, Rain Tolk, Ita Ever, Ian Rekkor, Peeter Volkonski, Anu Lamp, Kati Kivitar, App Eyespaev, Anastsia Ruusmaa
Label :
ApollonFilms Verkaufsstart : 06.12.2011
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