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DVD-Besprechung - Tetsuo - The Bullet Man
Story:
Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt: Anthony (Erick Bossick) lebt mit seiner Frau sorgenfrei in Tokyo, bis sein Sohn rücksichtslos von einem Wagen überfahren wird. Vor Zorn will er dem Mörder in Selbstjustiz an den Kragen, doch etwas Seltsames passiert mit seinem Körper. Dort, wo vorher Haut und Knochen war, ziehen Metall und Kabel ihre Bahnen. Seine Frau Yuriko (Akiko Monô) arbeitete früher mit Anthonys Vater Ride (Stephen Sarrazin) zusammen und weist ihn auf dessen Arbeiten mit Androiden hin. Während er nach und nach seine wahre Vergangenheit aufdeckt, kehrt Yatsu (Shin'ya Tsukamoto), der Mörder seines Sohnes zurück und möchte den Maschinenmann beseitigen.
Meinung zum Film:
"Tetsuo - The Bullet Man" ist der dritte Teil der Tetsuo-Reihe von Shinya Tsukamoto und der erste, der auf Englisch produziert wurde. Die Handlung ist dabei dem zweiten Teil "Tetsuo II: Body Hammer" so ähnlich, dass "The Bullet Man" von vielen Fans als Remake bezeichnet wird. Der optische Stil entspricht dabei eher dem Original "Tetsuo: The Iron Man", der auch in schwarzweiß mit wenigen, farbigen Details gehalten wurde. Tsukamotos Tetsuo-Trilogie hat durchgehend lärmende Musik, eine sehr aktive Kameraführung und den Fokus auf dem Bild und nicht der Handlung. Inhaltlich ist der Film quasi eine japanische Mischung aus "Hulk" und "Transformers". Während der Hauptdarsteller langsam seine Verwandlung bemerkt und mit ihr umzugehen lernt, holt ihn die Realität mit SWAT und Morden ein. Dabei wird seine Frau, eine zurückhaltende Ex-Wissenschaftlerin, zu einer Actionheldin, welche ihren Mann unterstützt, wann immer sie kann.
Tsukamotos Markenzeichen sind auch schon für Neu-Zuschauer der größte Makel. Der laute Soundtrack klingt nach Hämmern auf Metallrohren und dröhnt dem Zuschauer entgegen, wenn er gerade keine Szene mit Dialog erwischt. Die Kamera schwankt bei Actionszenen und Montagen ziemlich übel und hinterlässt nur Eindrücke, anstatt Motive und Geschehen klar zu definieren. Dabei ist der Schnitt schnell und intensiv, das Bild selbst schwarzweiß mit wenigen farbigen Details, wie etwa dem blauen Ball des Sohnes oder rotem Blut, das einen Gegensatz zum schwarzen, dampfenden Androidenblut bildet. All das lenkt von der Handlung ab, einerseits leider auch von der Erklärung, warum sich Anthony auf einmal in einen Androiden verwandelt und andererseits zum Glück von den gewaltigen Plotlöchern, wenn der Mörder zum Beispiel zuerst explizit nur den Sohn vor Anthonys Augen umbringt und dann erst einen halben Tag später auf Anthony selbst losgeht.
Doch darum geht es in "Tetsuo - The Bullet Man" nicht. Der Film hat Anthonys Leid im Fokus, um daraus den Bullet Man wachsen zu sehen, der problemlos Kugeln abfangen kann, um selbst ebensolche aus seiner Brust und aus seinen Fingern schießen zu lassen. Eric Bossick stapft als Anthony nur Szenen vorher in der unhandlichen Rüstung durch die Gegend und benötigt dabei die stützende Hilfe seiner Frau. Nach einer Weile wird auch ignoriert, dass die Musik von "Nine Inch Nails", mit welcher die DVD wirbt, anscheinend nur im Abspann auftaucht. Und auch wenn der Film scheinbar voller Action und kalter Gewalt, Rache und Blutdurst steckt, ist die Botschaft von Familie und Frieden klar erkennbar und wird am Ende zur Gesamtbotschaft. Vielleicht leben Androiden unter uns, aber solange wir ihnen nichts tun, werden sie uns auch nicht behelligen. Eine ungewöhnlich herzliche Botschaft für einen so außergewöhnlich intensiven Film.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist scharf, auch wenn das durch die erdbebenartige Kameraführung nicht immer zu erkennen ist. Der deutsche Ton ist klar verständlich, beim englischen ist der Dialog im Verhältnis zum Soundtrack etwas leiser.
Die Sonderausstattung bietet ein Making Of in der Länge des eigentlichen Films. Zu dessen Audiospur werden das Storyboard sowie einige Blicke hinter die Kulissen gezeigt. Was ungewohnt klingt, zeigt so viel Material zum Film wie möglich, ohne dank Audio den Bezug zum fertigen Werk zu verlieren. Die DVD-Veröffentlichung besitzt ein Wendecover.
Fazit:
"Tetsuo - The Bullet Man" ist eindeutig Geschmackssache. Technisch sehr gut gemacht bietet er ein Erlebnis, das sicher nicht für jeden geeignet ist, aber auch sicher nicht so gedacht war. Die Action dominiert so die Handlung und die Effekte werden wichtiger als die Logik. Wer sich daran aber nicht stört, wird sicher seinen Spaß am außergewöhnlichen Augenschmaus aus Japan und den USA haben.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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68:17 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Tetsuo - The Bullet Man
Tetsuo - The Bullet Man
Ein Film wie eine Achterbahnfahrt: Nicht denken, nicht jammern, einfach nur erleben!
Autor der Besprechung:
David Bühring
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA / Japan, 2009 Regie: Shin'ya Tsukamoto Drehbuch: Shin'ya Tsukamoto, Hisakatsu Kuroki Darsteller: Eric Bossick, Akiko Monô, Yûko Nakamura, Stephen Sarrazin, Tiger Charlie Gerhardt, Prakhar Jain, Shin'ya Tsukamoto, Mike Duncan, Alan Koji, Sou Fujita, Markus Wambsganss, Hajime Izuki, Dwayne Lawler, Aldo La Riviere, Yutaka Mishima
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 25.11.2011
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