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Kino-Besprechung - Happy New Year
Story:
Der Silvesterabend steht vor der Tür - und nirgendwo weiß man ihn so zu feiern wie in New York! Egal, ob jung oder alt, arm oder reich, der letzte Tag des Jahres hat für alle Bewohner der Stadt eine besondere Bedeutung. Der todkranke Stan (Robert De Niro) beispielsweise wünscht sich nichts sehnlicher, als noch ein letztes Mal den "Ball Drop" am Times Square miterleben zu können. Unterdessen kündigt Chefassistentin Ingrid (Michelle Pfeiffer) ihren Job und versucht mithilfe von Kurier Paul (Zac Efron) noch kurz vor Jahresende ihre gesammelten, bisher nicht umgesetzten Vorsätze zu verwirklichen. Tess (Jessica Biel) und Griffin (Seth Meyers) Byrne haben hingegen ganz andere Sorgen, denn die Geburt ihres Kindes steht an und dem ersten Neugeborenen im neuen Jahr winkt ein sattes Preisgeld. Die Chancen, dieses zu erhalten, stünden auch recht gut, allerdings steht auch bei James (Til Schweiger) und Grace (Sarah Paulson) Schwab in allernächster Zeit Nachwuchs ins Haus. Derweil steckt Silvesterhasser Randy (Ashton Kutcher) zusammen mit Backgroundsängerin Elise (Lea Michele) in einem Fahrstuhl fest, was dazu führt, dass diese fast zu spät zu ihrem Auftritt mit Rockstar Jensen (Jon Bon Jovi) kommt. Der hat jedoch sowieso keine wirklich große Lust auf seinen Auftritt, denn er bereut mittlerweile, dass er seine Freundin Laura (Katherine Heigl) vor einem Jahr sitzen ließ, nachdem er ihr einen Heiratsantrag gemacht hatte. Und auch Sam (Josh Duhamel) kommt fast zu spät zu seiner Silvesterrede, fragt sich aber eigentlich sowieso nur, ob er um Mitternacht die Frau wiedersehen wird, die er letztes Silvester getroffen hatte. Mit ganz anderen Problemen müssen sich Kim (Sarah Jessica Parker) und Claire (Hilary Swank) herumschlagen: Während Kim alles andere als begeistert davon ist, dass sich ihre fünfzehnjährige Tochter bei den Feierlichkeiten mit einem Jungen treffen will, macht der Komiteeverantwortlichen Claire die plötzlich nicht mehr funktionierende Leuchtkugel Sorgen, die eigentlich in wenigen Stunden oben am Times Square das neue Jahr einleiten soll.
Meinung zum Film:
Silvester - Zeit, das alte Jahr ausklingen zu lassen und sich darauf zu besinnen, was es mit sich gebracht hat und was davon einem wirklich wichtig war. Zeit, Vorsätze für das neue Jahr zu fassen. Und Zeit für das Team von "Valentinstag", mal wieder eine romantische Komödie mit zahlreichen Stars zu drehen, bei der diverse Handlungsstränge miteinander verwoben werden. Sowohl Drehbuchautorin Katherine Fugate als auch Romcom-Regieveteran Garry Marshall ("Pretty Woman") waren erneut mit an Bord und für die Hauptrollen angelte man sich unter anderem Michelle Pfeiffer ("Batmans Rückkehr"), Zac Efron ("High School Musical"), Halle Berry ("Stirb an einem anderen Tag"), Robert De Niro ("Ronin"), Jessica Biel ("Das A-Team"), Jon Bon Jovi und Katherine Heigl ("27 Dresses").
Warum nun ausgerechnet gerade Silvester der perfekte Tag zum Verlieben ist, erschließt sich dem Zuschauer zwar nicht so wirklich komplett, doch es könnte wohl auch damit zu tun haben, dass sowohl der Valentinstag als auch Weihnachten (mit "Tatsächlich... Liebe") bereits mit All-Star-Cast-Filmen versorgt waren. Und über die Schiene "Zeit, sich auf das zu besinnen, was einem wirklich wichtig ist" gedacht, ist das Ganze zumindest noch halbwegs nachvollziehbar. Überhaupt nicht nachvollziehbar sind hingegen die größtenteils abstrusen Storylines, die Drehbuchautorin Fugate in "Happy New Year" verbaut hat und die über die meiste Zeit nicht mal ansatzweise glaubwürdig wirken. Da wird mal eben - an Silvester(!) - mit einem riesigen Wohnmobil in die New Yorker Innenstadt hineingefahren, was schon an Nicht-Feiertagen nahezu ein Ding der Unmöglichkeit darstellt, oder Leute finden einander ganz selbstverständlich bei der Times-Square-Feier unter zigtausend Menschen, was ebenfalls so gut wie unmöglich sein oder zumindest eine ganze Weile dauern dürfte. Doch auch das lässt sich unter der Prämisse der künstlerischen Story-Freiheit von Romantic Comedies, die bekanntlich nicht immer hundertprozentig realitätsnah daherkommen, noch einigermaßen verzeihen, selbst wenn die Altersunterschiede mancher "Paare" doch schon recht stark an der Grenze des Glaubwürdigen verlaufen.
Was hingegen bei einem solchen Film überhaupt nicht geht und auch letztlich dafür sorgt, dass "Happy New Year" nicht aus der Mittelmäßigkeit herauskommt, sind die völlig belanglosen Figuren. Sowohl die Charaktere als auch ihre Hintergrundgeschichten schaffen es überhaupt nicht, den Zuschauer in irgendeiner Form zu berühren. Noch dazu wirken die Zusammenstellungen der Darsteller oftmals äußerst unpassend, beispielsweise im Fall von Ashton Kutcher und Lea Michele, und fast wie per Würfel ausgeknobelt. Die einzelnen Storylines plätschern zudem ohne Höhen und Tiefen gemächlich vor sich hin. Sowohl die witzigen als auch die romantischen Szenen wirken immer irgendwie viel zu gezwungen und auch das All-Star-Ensemble zeigt sich nicht so wirklich auf der Höhe. Es wird leider schnell deutlich, dass der Cast hier bloß einen Routinejob unter vielen abspult, ohne mit der für einen solchen Film nötigen Spielfreude bei der Sache zu sein. Womit "Happy New Year" hingegen wirklich glänzen kann, sind die Außenaufnahmen vom New Yorker Silvester, die während des tatsächlichen Neujahrscountdowns am 31. Dezember 2010 gedreht wurden. Bei ihnen wird in jeder einzelnen Einstellung die unglaubliche Stimmung in der Millionenmetropole während der Feierlichkeiten deutlich und der Zuschauer bekommt direkt Lust, selbst einmal dort den Jahreswechsel mitzuerleben.
Fazit:
Mit "Happy New Year" legt das "Valentinstag"-Team um "Pretty Woman"-Regisseur Garry Marshall eine weitere romantische Komödie nach dem Motto "All-Star-Ensemble erlebt diverse miteinander verwobene Einzelgeschichten" vor, schafft es dabei aber leider nicht, sich in irgendeiner Hinsicht hervorzutun. Die Darsteller liefern zwar insgesamt solide, aber auch unmotiviert wirkende Routinearbeit ab und weder die Storylines noch die Charaktere schaffen es, den Zuschauer tatsächlich zu berühren, was bei einem solchen Film jedoch unabdingbar ist. Zumindest die New Yorker Silvester-Aufnahmen sind aber tatsächlich mitreißend und atmosphärisch, was im Endeffekt allerdings auch nicht mehr viel herausreißen kann. So ist "Happy New Year" letztlich weder Fisch noch Fleisch, wer das Prinzip der miteinander verwobenen Einzelstorys mag und ohne große Erwartungen an den Film herangeht, kann ihn sich allerdings durchaus mal ansehen.
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Happy New Year
New Year's Eve
Vor sich hinplätschernde Episoden-Romcom ohne wirkliche Höhen und Tiefen
Autor der Besprechung:
Jano Rohleder
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2011 Regie: Garry Marshall Drehbuch: Katherine Fugate Darsteller: Halle Berry, Jessica Biel, Jon Bon Jovi, Abigail Breslin, Chris "Ludacris" Bridges, Robert De Niro, Josh Duhamel, Zac Efron, Hector Elizondo, Katherine Heigl, Ashton Kutcher, Seth Meyers, Lea Michele, Sarah Jessica Parker, Michelle Pfeiffer, Til Schweiger, Hilary Swank, Sofia Vergara
Verleiher:
Warner Bros.
Kinostart : 08.12.2011
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