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DVD-Besprechung - Lifeless
Story:
Der Schriftsteller Allan Poemah (Ral Möllenhoff) kauft sich ein Haus in Kroatien um dort seiner kreativen Ader freien Lauf zu lassen. An einem sonnigen Tag verschwinden seine Frau (Sonja Imping) und sein Sohn (Luke Romero Möllenhoff) spurlos. Nach erfolgloser sofortiger Suche meldet er seine Familie als vermisst. Doch der Kommissar (Lothar Baltrusch) versucht ihn zu beschwichtigen, anstatt seine Polizisten für eine polizeiliche Untersuchung heran zu ziehen. Poemah sucht weiterhin verzweifelt nach ihnen und es scheint, als würde ein großes Geheimnis auf der Region lasten. Das Böse scheint tatsächlich zu existieren.
Meinung zum Film:
„Lifeless“ ist ein Amateur-Horror-Thriller des Lüner Regisseurs Ralf Möllenhoff (“Dead Eyes Open”). Möllenhoff hat mehrere Filme aus dem Horrorgenre gedreht und wie viele andere mit dem klassischen Splatterszenario begonnen. Doch von Produktion zu Produktion entwickelte er zunehmend einen eigenen Stil und entfernte sich von den bekannten Klischees. Dazu gehört auch, dass er mit sehr guten und stets wechselnden Kameraperspektiven arbeitet. Das macht das Zuschauen interessant, auch wenn er hier und da in „Lifeless“ zu sehr mit den Nahaufnahmen spielt. Seine Absicht ist klar, denn er will den sich verschlechternden Zustand seines Protagonisten unterstreichen. Davon abgesehen sind die abgedrehten Bilder richtig gelungen. Gedreht wurde in Kroatien auf Digital Video und der Möllenhoffsche Bekannten- und Verwandtschaftskreis konnte für den Dreh gewonnen werden, darunter u.a. auch Lothar Baltrusch, Redakteur beim Lokalsender Antenne Unna.
Möllenhoff macht keinen Hehl woher er seine Ideen für die Filmstoffe bezieht und so ist der Name seiner Hauptfigur eindeutig: Allan Poemah. Edgar Allan Poe ist der Schriftsteller seines Vertrauens und seine Geschichten bilden die Basis für Möllenhoffs Drehbücher. Aber er kopiert nicht einfach, sondern lässt diverse Genres einfließen. In einigen Szenen blitzt der Italo-Horror der 80er Jahre auf. Auch bei der Mythologie wird sich bedient, in „Lifeless“ ist es der Vampirismus. Kleinere Ungereimtheiten gibt es natürlich auch zu sehen, es kann ja nicht alles Gold sein was glänzt. So verschwinden gleich zu Beginn Frau und Sohn von Poemah und schweigend beginnt er seine Such nach ihnen. Jeder andere hätte gerufen. Weitere Kleinigkeiten folgen dann im Verlauf der Independent Produktion. Als sein eigener Hauptdarsteller macht Ralf Möllenhoff keine schlechte Figur und auch die anderen Laiendarsteller sind engagiert dabei.
Die Klangkulisse ist recht opulent ausgefallen und die tragenden Melodien unterstreichen die düstere Grundstimmung. Leider wird immer wieder ein lautes Kreischen eingespielt, welches nervig ist, da dies in keinem Zusammenhang mit den Bildern steht. Auch die Lautstärke ist unangemessen und passt so gar nicht in die Gesamtbetrachtung. Die Szenarios sind interessant ausgesucht worden u.a. eine Kirche mit einer schönen alten wie auch einfachen Verglasung. Auch die Bilder aus dem kroatischen Stadtleben sind eine passende Ergänzung für den Film. Die Story lässt einige Fragen offen, doch der Spannungsbogen leidet nicht darunter. Stück für Stück arbeitet sich die Geschichte dem Finale entgegen, welches ein wenig überraschend ausfällt. Mit dem Brückenschlag zu Poe dann aber wiederum auch konsequent. Kleiner Spaß am Rande: Wer genau hinsieht, der entdeckt bei einer Leiche im Sarg den bekannten schwarzen Anzug für den Toten, kombiniert mit Vans im Checkers-Style, einfach Old School.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist recht typisch für Amateurproduktionen, allerdings für die der guten Sorte. In den hellen Filmpassagen ist das Bild sauber. Die Farben sind satt und die Bildschärfe ist absolut in Ordnung. Die dunkleren Sequenzen zeigen eine deutliche Körnung und der Kontrast wird merklich schwächer. Der Ton ist in Ordnung und die Klangkulisse kommt gut an. Die Dialoge sind stets verständlich.
Die Extras umfassen ein informatives Making Of (22:49), eine etwas im Menü versteckte Bildergalerie sowie den Originaltrailer.
Fazit:
Freunden von Independentfilmen kann „Lifeless“ bedenkenlos empfohlen werden. Es gibt sehr gute Kameraeinstellungen, eine akzeptable Story und eine geradlinige Inszenierung die einen klassischen Spannungsaufbau beinhaltet. Die technische Umsetzung ist für eine Amateurproduktion gut gelungen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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88:09 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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- Making Of
- Bildergalerie
- Originaltrailer
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Lifeless
Lifeless
Amateurthriller mit einem Hauch von Poe
Autor der Besprechung:
Jörg Hesse
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2011 Regie: Ralf Möllenhoff Drehbuch: Ralf Möllenhoff Darsteller: Ralf Möllenhoff, Lothar Baltrusch, Heidi Pauer, Rocco Finamore, Sonja Imping, Roland Riemer, Detlef Klewer, Tanek Seranek, Luke Romero Möllenhöff, Carsten Grunwald
Label :
R.I.P. independent productions
Verkaufsstart : 25.11.2011
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