Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Gangs of Glasgow
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

Blu-ray-Besprechung - Gangs of Glasgow

Story:
John McGill (Conor McCarron) ist ein guter Schüler. Eigentlich ist er sogar ein sehr guter Schüler der es mit seinen Leistungen bis in die Eliteklasse seiner Schule schafft. Er lernt so fleißig, weil er ein anderes Leben führen möchte als das was ihm zu Hause geboten wird. Der alkoholkranke Vater regiert mit harter Hand, die Mutter fügt sich seinem Regiment und sein älterer Bruder Benny (Joe Szula) lebt mit seiner Clique in den Tag hinein. Eines Tages gibt es aber in der Toilette der Schule Übergriffe und John beginnt sich zu verändern. Er schließt sich seinem Bruder an und sein langsamer Absturz beginnt.

Meinung zum Film:
Der deutsche Titel „Gangs of Glasgow“ ist nicht ganz richtig gewählt und zielt scheinbar ein bisschen auf „Gangs of New York“ ab. Dies geht aber vollkommen am eigentlichen Inhalt des Film vorbei, denn es geht um ein Jugenddrama und nicht um einen Gang-Film. Der Originaltitel der Produktion ist „Neds“was für „Non-Educated-Delinquents“ steht. Sicherlich gibt es auch zwei Gruppen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen die sich in Glasgow nicht gerade grün sind, doch inhaltlich geht es um den Schüler John McGill. Während sein älterer Bruder Benny sich schnell zum Rowdy und Schulabbrecher entwickelte, will John sich mit guten schulischen Leistungen durchsetzen und einen ganz anderen Weg einschlagen. Dem Zuschauer wird keine erfundene Welt präsentiert in der zu sehr dramatisiert oder beschönigt wird, sondern eine Gesellschaft gezeigt wie sie tatsächlich vorhanden ist bzw. war. Die Story spielt Anfang der 70er Jahre und Johns familiäre Situation ist schwer angespannt. Sein Vater ist sehr streng, aber auch ein Trinker der sich jeden Abend voll laufen lässt und daher in seinem Haus im Erdgeschoss ein eigenes Zimmer für sich bewohnt.

Wenn er dann Lust auf Sex hat, brüllt er solange das Haus zusammen, bis seine Frau herunter kommt und mit ihm in seinem Zimmer verschwindet. Dass dies nicht gerade ein gesundes Umfeld ist um seine Kindheit zu verbringen, wird schnell deutlich. Benny reagiert mit Trotz und Gewalt, indem er sich mit anderen zusammen tut und sich einen Namen auf der Straße verschafft. John hingegen erkennt früh den Teufelskreis und gibt sein Bestes, gilt gar in der Schule als Streber. Der Film beginnt mit John im Alter von 10 Jahren und macht dann recht zügig einen Sprung vorwärts um vier Jahre. Eines Tages bekommt der Vorzeigeschüler unfreiwilligen Kontakt zu Bennys Gruppe und beginnt sich in deren Schutz Wohl zu fühlen. Ab hier ändert sich seine Einstellung zum Leben, denn mit Gewalt lässt sich offensichtlich schneller etwas erreichen, als mit fleißigem Lernen. Was den Zuschauer etwas verwundert, ist die totale Verwandlung des einst so zielstrebigen Jungen.

Die Story zeigt das, was schon zig Mal Kindern und Jugendlichen passiert ist, der komplette Absturz aus dem bisherigen Leben. Oft sind es Schlüsselerlebnisse die zu solchen Veränderungen führen. In Johns Leben kommen mehrere Faktoren zusammen u.a. der Konflikt mit dem Vater, welcher sich immer dramatischer entwickelt. Die Geschichte ist weitgehend interessant, doch mit einer Laufzeit von über zwei Stunden viel zu lang geraten. Regisseur und Drehbuchautor Peter Mullan („Die unbarmherzigen Schwestern“) wollte sicherlich Johns Veränderungen möglichst genau zeigen, doch ab einem Punkt wiederholt sich die Gewalt und an diesen Stellen hätte das Drehbuch merklich gestrafft werden können. Auch die Szenen im Schulunterricht sind zu lang geraten. Es ist zwar gut zu wissen, dass die Schüler misshandelt wurden, doch dies wiederholt sich immer wieder. Die Kameraarbeit ist gelungen, wobei die Einstellungen eher klassisch sind. Die eingefangenen Bilder aus Glasgow sind trostlos und unterstreichen die Atmosphäre der Hoffnungslosigkeit. Das Ende ist ein wenig konstruiert, doch mit viel Gefühl gebastelt.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild wirkt sehr matt und kann in Sachen Bildschärfe nicht überzeugen. Sowohl in der Nähe wie auch in der Ferne sind kaum klare Details zu erkennen. Das entspricht nicht den Möglichkeiten die das Medium bietet. Die Farben sind realistisch, allerdings ist der Kontrast etwas schwach geraten, was besonders in den dunklen Szenen zu erkennen ist. Der Ton kommt vor allem aus den vorderen Boxen, aber wenn der siebziger Jahre Score hinzu kommt, werden auch die Rears passend bedient.

Als Extras gibt es zunächst die geschnittenen Szenen (17:37) die zu Recht nicht in den Hauptfilm gelangt sind. Sie hätten die vorhandenen Längen nur noch weiter ausgebaut. Dazu kommt noch eine Bildergalerie und der deutsche Trailer.

Fazit:
„Gangs of Glasgow“ ist ein etwas zu lang geratenes, aber nicht uninteressantes Jugenddrama. Der Blick in das Glasgow der 70er ist in der Gestaltung der Sets gelungen, was von der technischen Umsetzung des Bildes leider nicht gesagt werden kann. Auch das Bonusmaterial wirkt eher sprälich.


Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
123:40 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Englisch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Deleted Scenes
  • Bildergalerie
  • Deutscher Trailer
Gangs of Glasgow - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Gangs of Glasgow
Neds

Bild unseres Mitarbeiters Jörg Hesse
Die Folgen einer gestörten Kindheit


Autor der Besprechung:
Jörg Hesse

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien / Frankreich / Italien, 2010
Regie:
Peter Mullan
Drehbuch:
Peter Mullan
Darsteller:
Conor McCarron, Peter Mullan, Greg Forrest, Joe Szula, John Joe Hay, Gary Lewis, Mhairi Anderson, Richard Mack

Label Deutschland :
NewKSM
Verkaufsstart Deutschland :
20.02.2012