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Blu-ray-Besprechung - Wrong Turn 4 - Bloody Beginnings
Story:
Ein Kurzurlaub im Schnee hat seine Reize und wenn man diesen mit einigen Freunden verbringen kann, dann ist die gute Laune schon vorprogrammiert. Ein gutes Dutzend macht sich auf Schneemobilen auf zu einem Ferienhaus im winterlichen Virginia. Ein plötzlich auftretender Schneesturm verhindert ihre Orientierung, doch zu ihrem Glück finden die jungen Leute einen riesigen, alten Gebäudekomplex aus Backstein, der ihnen Schutz vor Kälte, Schnee und Wind verspricht. Doch das Gebäude ist nicht unbewohnt. Es ist eine verlassene Nervenklinik und ein paar ehemalige Bewohner leben noch immer dort. Einst waren sie eingesperrt und das aus einem sehr guten Grund. Nun sind sie frei und hungrig.
Meinung zum Film:
„Wrong Turn 4“ darf attestiert werden, dass die Ansätze, im Vergleich zu den Vorgängern, leicht verändert wurden und die Zufallsopfer mal nicht in dreckigen Bretterverschlägen verwurstet werden. Befassten sich die ersten Teile der Backwood-Horror-Reihe noch mit diversen Fallen und Jagdmethoden, so wechselt der vierte Teil mehr in die Richtung Torture Porn wie sie aus „Hostel“ bekannt ist. Wer den Film bis zum Ende ansieht, steht vor einem kleinen Rätsel, denn in einigen Szenen wirken die Akteure in Verhalten und Dialogen so dämlich, dass angenommen werden könnte, es handele sich um eine absichtliche Parodie. Letztlich läuft es aber wohl eher auf die altbekannte „unfreiwillige Komik“ hinaus. Die Verhaltensweisen sind so absurd, dass sich ein normaler Mensch nur noch an den Kopf fassen kann. Da will z.B. plötzlich ein Mann gegen drei Mutanten antreten, anstatt die Überzahl der Gruppe zu nutzen. Oder dann ist da die Möglichkeit die Killer komplett auszuschalten und plötzlich gibt es humanistische Ansätze zur Erhaltung der Mördertruppe.
Die Story spielt sich in einer abgelegenen ehemaligen Irrenanstalt ab, in welcher auch forensische Patienten untergebracht waren. Anfang der 70er Jahre ereignete sich ein blutiger Aufstand, der von drei kannibalistischen Inzestbrüdern ausging. Es gab viele Opfer und nach dem Ausbruch wurde die Einrichtung geschlossen. Fast drei Jahrzehnte später verschlägt es eine große Gruppe von Winterfans in das Gemäuer, doch die drei Brüder leben immer noch hier. Was dann geschieht, dürfte den meisten Zuschauern hinlänglich bekannt sein. Die Inszenierung ist allerdings recht flott gelungen und die Zeit geht schnell herum. Das liegt vielleicht auch daran, dass knapp über 6 Minuten herausgeschnitten wurden. Es gibt zwar immer noch einiges an Blut zu sehen, doch die interessantesten Effekte wurden in sich gekürzt. Da ist z.B. eine moderne Variante des Vierteilens die Laufzeit einbüßen musste und ein Fondue der härtesten Art, welches ebenfalls merklich Federn lassen musste.
Die verbliebenen derben Einlagen sind erstklassig und liegen auf einem hohen Niveau. Leider offenbart der Film neben den etwas merkwürdigen Verhaltensweisen der potentiellen Opfer auch noch ein paar logische Fehler. Da liegt das alte Gemäuer nun so viele Jahre brach und sieht nicht nur von außen erstklassig erhalten aus. Keine Bewucherung mit Pflanzen, keine offensichtlichen Schäden. Und im Inneren gibt es nicht einmal Staub oder Spinnweben. Das alte Stromaggregat springt zudem prompt an und kann den riesigen Gebäudekomplex etliche Stunden mit Strom versorgen. Auch der Gasanschluss funktioniert einwandfrei. Dies sind alles Dinge die verwundern und die durch das Drehbuch passend gemacht wurden. Die Dialoge sind sehr schlicht gehalten und teilweise auch fast schon einfältig. Die Darstellung der schmerzfreien Mutanten sieht hingegen überzeugend aus und deren Kommunikation die auf Grunzlauten beruht, wirkt durchaus bedrohlich.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der Blu-Ray-Disc kann die Erwartungen an das Medium nicht ganz erfüllen. Es ist zwar nicht unscharf, bietet aber nur wenige optische Details an. In einigen wenigen Nahaufnahmen blitzt die Bildschärfe mal auf, doch dann zeichnen sich die Konturen wieder merklich weicher. Die Farben hingegen wirken sehr realistisch und frisch. Der Kontrast zeigt leichte Schwächen bei den dunkleren Bildern, ohne jedoch komplett die Übersicht zu verlieren. Der Ton ist sehr frontlastig und die hinteren Boxen werden überwiegend vom Score angesprochen.
Die Extras eröffnen mit geschnittenen und erweiterten Szenen (18 Minuten). Hier wird u.a. ein Blick in die Vergangenheit der Nervenheilanstalt geworfen. Es folgt ein Making Of (12 Minuten), welches, trotz seiner Kürze, einige Informationen zur Produktion bietet und natürlich auch werbend ausfällt. In einem weiteren Feature (5 Minuten) werden die Insassen der Klinik unter die Lupe genommen und das Tagebuch des Regisseurs (7 Minuten) zeigt Eindrücke von den Dreharbeiten und den Gegebenheiten am Filmset. Den Abschluss bildet ein Musikvideo.
Fazit:
„Wrong Turn 4“ bietet zwar ein etwas verändertes Szenario an, doch die Produktion hat auch ihre Schwächen. Unfreiwillige Komik, logische Fehler und herbe Schnittauflagen schränken den Unterhaltungsfaktor merklich ein. Dennoch ist dieser Horrorfilm besser als so manch anderer Ableger des Genres. Die technische Umsetzung der BD ist allenfalls durchschnittlich.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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88:02 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1 | Englisch DTS-HD Master Audio 5.1 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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- Deleted Scenes
- Making Of
- Lebensweisen der Kranken und Berüchtigten
- Tagebuch des Regisseurs
- Musikvideo
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Wrong Turn 4
Wrong Turn 4 - Bloody Beginnings
Backwoodhorror in der Psychoklinik
Autor der Besprechung:
Jörg Hesse
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2011 Regie: Declan O’Brien Drehbuch: Declan O’Brien Darsteller: Sean Skene, Dan Skene, Scott Johnsson, Tenika Davis, Jennifer Pudavik, Kaitlyn Wong, Terra Vnesa, Victor Zinck Jr., Dean Armstrong
Label :
Constantin Film
Verkaufsstart : 19.01.2012
Vertrieb :
Rainbow Home Entertainment AG Verkaufsstart : 19.01.2012
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