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DVD-Besprechung - Impostor
Story:
Im Jahr 2050 befindet sich die Menschheit im sechsten Jahr in einem interstellaren Konflikt mit den „Centauri“ und ihre Hoffnungen ruhen vor allem auf der neuen Wunderwaffe von Dr. Spencer Olham (Gary Sinise). Der gerät jedoch unter den Verdacht der „ESA“ (Earth Security Agency), in Wirklichkeit ein humanoider Roboter und Agent der Centauri zu sein, der nicht nur den wahren Spencer Olham beseitigt haben soll, sondern auch noch eine Bombe in sich trägt, die in dem Augenblick detonieren wird, wenn die gegenwärtige Kanzlerin seine Forschungsstation besucht. Spencer entkommt jedoch zunächst dem ermittelnden ESA-Agent Hathaway (Vincent D'Onofrio) und will seine Unschuld beweisen. Aber wem kann er fortan trauen, seiner Frau Maya (Madeleine Stowe) oder dem Outlaw Cale (Mekhi Phifer)? Oder ist er nur eine perfekte Kopie seines Alter Ego, ohne selbst davon zu wissen?
Meinung zum Film:
„Impostor“ beruht auf einer Kurzgeschichte des Science-Fiction-Kultautors Philip K. Dick („A Scanner Darkly“) aus dem Jahr 1953. Ursprünglich war die Verfilmung als erster Teil der „Light Years“-Anthology angedacht. Der fertige, mehr als halbstündige Kurzfilm besaß aber soviel Potential, dass dieses ursprüngliche Projekt zugunsten der Weiterentwicklung zu einem Langfilm zurückgestellt wurde. Das ursprüngliche Script von Scott Rosenberg („Nur noch 60 Sekunden“), das bereits von Caroline Chase („The Army Show“) verändert worden war, wurde zu diesem Zweck von Ehren Kruger („Der verbotene Schlüssel“) und David Twohy („Riddick – Chroniken eines Kriegers“) noch deutlich erweitert. Regisseur Gary Fleder („Das Leben nach dem Tod in Denver“) standen für die Realisierung des Films letztlich stattliche 40 Millionen US-Dollar zur Verfügung, von denen der Film weltweit aber gerade mal rund acht Millionen US-Dollar wieder einspielte und somit leider zu einem riesigen finanziellen Flop avancierte. Dabei beinhaltete Fleders Besetzungliste doch bekannte Darsteller wie Gary Sinise („Von Mäusen und Menschen“), Madeleine Stowe („Der letzte Mohikaner“), Vincent D'Onofrio („Men in Black“), Mekhi Phifer („Dawn of the Dead“) und Tony Shalhoub alias „Monk“. Letzterer hat hier allerdings keinen wirklich bedeutsamen Auftritt und ist auch nicht lange zu sehen.
Leider stellt die vorliegende Neuveröffentlichung von „Impostor“ - der Film erschien bereits im Jahr 2005 erstmals als deutsche DVD und zwischenzeitlich sogar schon mehrmals als Zeitschriftenbeilage - in gewisser Weise eine verpasste Chance dar. Denn wie z.B. auch im Falle von Alex Proyas „Dark City“ muss die deutsche Öffentlichkeit auch weiterhin auf den deutlich längeren Director's Cut des Films verzichten, der z.B. nicht unter freigabebedingten Gewaltschnitten zu leiden hat. Nichtsdestotrotz stellt „Impostor“ aber auch in der vorliegenden Fassung einen sehr spannenden, glaubwürdig inszenierten und mit einigen gelungenen Actionszenen angereicherten Science-Fiction-Thriller dar. Dabei ähnelt die Grundsituation Paul Verhoevens „Starship Troopers“. Die Menschheit befindet sich im Krieg mit einer Alien-Rasse und auf der Erde dominiert eine Militär-Diktatur, die alle Anstrengungen unternimmt, um jeden Preis siegreich aus diesem Konflikt hervorzugehen. Dabei betont „Impostor“ jedoch anders als „Starship Troopers“ eher die soziale Schieflage als die totalitären Strukturen. Denn in den von schutzschildartigen Kuppeln geschützten Städten leben nur die Privilegierten, während in den apokalyptisch anmutenden Wastelands der Umgegend die soziale Unterschicht um ihr Überleben kämpft. Von „Starship Troopers“ borgt sich „Impostor“ dafür allerdings etwas Stock-Footage und auch die Uniformen des Wachpersonals werden Verhoeven-Fans bekannt vorkommen.
„Impostor“ besitzt eine äußerst faszinierende Prämisse, denn hier wird ein erfolgreicher Wissenschaftler von einer Minute zur anderen komplett aus seinem Leben gerissen und gilt fortan als Staatsfeind Nr.1 beziehungsweise als größter Gefahrenherd für die Menschheit. Zudem wurde Spencer mit Halluzinogenen vollgepumpt, ist dadurch nicht immer ganz Herr seiner Sinne und weiß zudem selber nicht mehr, was er bezüglich seiner eigenen Identität glauben soll. Denn die Androiden der Centauri sind von ihren menschlichen Gegenstücken sowohl körperlich als auch geistig fast überhaupt nicht zu unterscheiden. Das Ziel von Spencer ist daher, sich selbst per komplettem DNA-Scan zu entlasten, aber das ist natürlich leichter gesagt als getan, wenn man von den Sicherheitskräften des halben Planeten gejagt wird. Gary Fleder würzt diese Geschichte mit zahlreichen actionlastigen Katz-und-Maus-Spielchen, verliert dabei aber auch niemals die Glaubwürdigkeit seiner Charaktere aus den Augen und zaubert immer wieder überraschende Wendungen aus dem Ärmel, die jedoch stets schlüssig und nachvollziehbar erscheinen. Der Zuschauer weiß dabei stets genauso wenig wie Spencer Olham selbst und ist diesem bei seiner verzweifelten Suche nach der eigenen Identität bzw. Unschuld dadurch emotional stets sehr nahe. Dabei ist es auch sehr förderlich, dass Gary Sinise hier wohl eine der besten Leistungen seiner Karriere erbringt und auch Vincent D'Onofrio in seiner eigentlich nicht gerade sehr sympathischen, aber auch etwas ambivalent angelegten Rolle als Handlanger des Systems einerseits und Hoffnungsträger der Menschheit andererseits eine sehr starke Leistung abliefert. Gegen Ende spitzt sich die Dramatik des sehr flott inszenierten Films dabei immer stärker zu und schließt mit einem wirklich grandiosen Finale.
Digitale Aufarbeitung:
Bei Betrachtung der Bildschärfe und Kompression scheint sich bei der vorliegenden DVD gegenüber älteren Veröffentlichungen des Films nicht wirklich etwas getan zu haben. Minimale Laufzeitunterschiede resultieren somit wohl auch lediglich aus den entsprechenden Firmenlogos. Die Bildschärfe ist zwar grundsätzlich nicht schlecht, wirkt aber, besonders auch bei schnellen Bewegungen, etwas zu weich und hätte im Detailbereich besser ausfallen können. Auch die altbekannten Kontrastmängel, also besonders Bildinformationsverluste bei dunkleren Szenen, sind weiter vorhanden. Der Grad der Kompression bewegt sich für heutige Verhältnisse bestenfalls noch im Mittelmaß und sorgt auch für leichte Unruhen. Die Farbgebung wirkt in ihrer dezenten, eher kühlen Einfärbung stilistisch hingegen durchaus angemessen. Eine Neuerung gegenüber älteren Auflagen ist die deutsche DTS-Tonspur, allerdings verfügte bereits die alte deutsche Tonspur in Dolby Digital 5.1 über eine sehr effektive räumliche Einbeziehung von Umgebungsgeräuschen, wovon natürlich auch die Actionszenen sehr schön profitieren. Beide Fassungen überzeugen zudem mit einer einwandfreien Verständlichkeit und harmonischen Abmischung. Die englische Tonfassung, ebenfalls in Dolby Digital 5.1, beinhaltet bei dieser neuen Auflage nun keine Zwangsuntertitel mehr. Nachteilig ist allerdings, dass die vorliegende DVD jetzt über gar keine Untertitel mehr verfügt.
Hauptpunkt des Bonusmaterials ist das bereits aus älteren Veröffentlichungen des Films bekannte Making Of (11:53) mit deutschen Untertiteln. Hier kommen diverse Verantwortliche und Mitwirkende zu Wort, außerdem gibt es Infos zu Bereichen wie dem Setdesign, den Computereffekten oder der Kameraführung. Trotz der Kürze des Features ist dieses auch durchaus informativ und unterhaltsam ausgefallen. Da allerdings gegenüber älteren Auflagen des Titels der ursprüngliche Kurzfilm wegrationalisiert wurde, wirkt das Bonusmaterial doch ziemlich ärmlich. Daran können auch die mehr als knappen Darstellerinfos der DVD, in Textform, zu Gary Sinise, Madeleine Stowe, Vincent D'Onofrio und Tony Shalhoub nichts mehr ändern. Diese finden sich auch nochmals in dem beigefügten vierseitigen Einleger, der zudem eine Kapitelübersicht beinhaltet. Die Veröffentlichung verfügt über kein Wendecover.
Fazit:
„Impostor“ ist ein sehr flüssig und intelligent inszenierter Science-Fiction-Thriller mit hervorragenden Darstellern, einem packenden Szenario und einem glaubwürdig inszenierten Setting unserer nahen Zukunft. Spencer Olhams Suche nach der eigenen Identität beinhaltet mitreißende Action-Sequenzen, intelligente Wendungen und gut ausgearbeitete Charaktere vor dem Hintergrund eines interstellaren Krieges und dem Kampf um die Zukunft der Menschheit. Leider verpasst es die vorliegende Veröffentlichung aber, dem Film wirklich gerecht zu werden und gegenüber bestehenden Auflagen einen echten Mehrwert zu bieten.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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91:59 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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- Making Of
- Darstellerinfos
- Vierseitiges Inlay
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Impostor - Der Replikant
Impostor
Nach diesem Meisterstück wird der eine oder andere Zuschauer selbst eine Replikanten-Paranoia an den Tag legen!
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2002 Regie: Gary Fleder Drehbuch: Scott Rosenberg, Caroline Case, Ehren Kruger, David Twohy (basierend auf einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick) Darsteller: Gary Sinise, Madeleine Stowe, Vincent D'Onofrio, Tony Shalhoub, Tim Guinee, Mekhi Phifer, Gary Dourdan, Lindsay Crouse
Label :
Constantin Film
Verkaufsstart : 12.01.2012
Vertrieb :
Rainbow Home Entertainment AG Verkaufsstart : 12.01.2012
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