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DVD-Besprechung - Söldner - Gesetzlos und gefürchtet
Story:
Der Balkan brennt mal wieder, denn der gesuchte Kriegsverbrecher Olodan Cracovic hat den Präsidenten und seine gesamte Familie ausgelöscht und per militärischem Handstreich in Bosnien eine Diktatur errichtet. Obwohl es auch viele Indizien gibt, die auf einen Völkermord hinweisen, wollen sich die USA offiziell heraushalten und entsenden lediglich ein vierköpfiges Söldner-Team unter der Führung von Andy Marlow (Robert Fucilla). Dieses soll den als Geisel genommenen US-Botschafter (Danny Sapani) und seine Assistentin Beatrice (Kirsty Mitchell) befreien und außerdem Cracovic festnehmen und außer Landes schaffen.
Meinung zum Film:
„Söldner – Gesetzlos und gefürchtet“ ist, wie der Name schon vermuten lässt, ein Söldner-Actionfilm, der im Jahr 2011 in Großbritannien gedreht wurde und zwar mit sichtbar geringem Budget. Für Regie und Drehbuch zeichnet Paris Leonti („Daylight Robbery“) verantwortlich und der Cast seines zweiten Films enthält sogar das eine oder andere bekannte Gesicht. Fans des groß beworbenen Billy Zane („Tal der Wölfe“), der sich ja mittlerweile scheinbar für keinen Titel mehr zu schade ist, sollten allerdings ihre Erwartungen deutlich herunterschrauben, denn der Mann nimmt nicht wirklich am eigenen Geschehen teil, sondern sitzt nur tatenlos als Colonel in seinem spartanischen Briefing-Room herum und darf ab und an kurze, entbehrliche Dialogzeilen absondern, und das auch noch mit völlig anderer Synchronstimme als normalerweise. Geoff Bell („Hooligans“) und Vas Blackwood („Creep“) waren bereits bei Leontis Erstling mit an Bord, während ersterer sich in seiner Nebenrolle aber sogar angenehm in den Vordergrund rückt, enttäuscht letzterer in seiner deutlich größeren Söldner-Rolle auf ganzer Linie. Robert Fucilla („Der Allergrößte bin ich!“) hat bisher in seiner Filmographie sehr wenig vorzuweisen und schon gar keine größeren Rollen. Hier darf er aber direkt als Hauptfigur der Geschichte ran und scheitert dabei darstellerisch auf ganzer Linie. Die weibliche Hauptrolle bekleidet die Schottin Kirsty Mitchell („Comet Impact – Killer aus dem All“), die einem hier nur Leid tun kann, da sie einerseits als austauschbares Love-Interest für Andy Marlow herhalten muss und andererseits als später überzogen toughe Aushilfs-Heldin eher peinlich wirkt.
Wer sich „Söldner – Gesetzlos und gefürchtet“ braucht starke Nerven, denn der Film ist inhaltlich und handwerklich eine wahre Tortur, oder gut trainierte Lachmuskeln denn die mannigfaltig präsentierte, unfreiwillige Komik macht den Film fast schon wieder zu einem Erlebnis, leider aber nur fast. Zunächst einmal wäre da bereits das Setting des Films anzuführen. Der Film wurde komplett in Großbritannien gedreht, vornehmlich in irgendwelchen Wald- und Wiesenlandschaften, wirkt optisch billig und die dargebotenen Landschaften erinnern in keinster Weise an den Balkan. Auch der Staatsstreich und die Truppen von Cracovic beschränken sich auf ein paar bärtige Freischärler mit Handfeuerwaffen. Größere Actionsequenzen, z.B. auch mit Fahrzeugen oder Hubschraubern gibt es hier zu keiner Zeit. Besonders peinlich wirkt auch das im Rahmen der komplett unspektakulären und im Großen und Ganzen eher unblutig ausgefallenen Feuergefechte einkopierte Mündungsfeuer. Wie im Making Of zu sehen ist liefen die Darsteller hier umher und schrien dazu „Peng, peng“! Die FSK 18-Freigabe der Veröffentlichung ist ein reiner Marketingtrick und kommt nur aufgrund des auf der DVD enthaltenen Trailers von „71 – Into the Fire“ zu Stande. Der eigentliche Film trägt eine Freigabe ab 16 Jahren und das geht auch durchaus in Ordnung. Eine wirkliche Dramaturgie im Film ist kaum zu erkennen, vielmehr stolpern die Söldner ziemlich orientierungslos durch die Wälder und werden dabei immer wieder in Gefechte mit den verfolgenden Serben verwickelt. Hier herrschen Monotonie, Einfallslosigkeit und budgetbedingte Restriktionen.
Der Held, Andy Marlow, trägt natürlich genrebedingt ein Trauma mit sich herum, dieses wird aber ebenso kaum beleuchtet, wie angebliche Atomsprengköpfe, mit denen Cracovic gern drohen möchte. Angeblich war Marlow in letzter Zeit dem Suff verfallen, da wirken sein Waschbrettbauch und sein makelloses Gesicht natürlich besonders überzeugend. Auch Beatrice sieht auch im heftigsten Feuergefecht und nach einem nächtelangen Marsch durch die Wälder immer noch so makellos aus, als wäre sie gerade aus der Dusche geklettert. Selbst das Haar liegt immer einwandfrei, „Drei Wetter Taft“ sei es wohl gedankt! Und kann man(n) überhaupt einen Held ernst nehmen, der von einer serbischen Freischärlerin so richtig verprügelt wird und fortan von Beatrice regelrecht begluckt wird? In diesem Genre wohl eher nicht. Aber was sind das überhaupt für Söldner? Sie laufen laustarkt palavernd durchs Feindgebiet, kundschaften ihre Ziele nicht aus, tragen in völliger Dunkelheit nicht einmal Nachtsichtgeräte, verwenden fast nie Schalldämpfer, bestreiten ihre Kämpfe/Missionen mit vollem Marschgepäck und vergessen direkt schon zu Beginn ihre eigentliche Mission! Zum Lachen, oder eher zum Weinen, sind auch die spärlich gesäten Dialoge, nicht nur aufgrund der mäßigen deutschen Synchronisation, ausgefallen, die hier durch ein Gespräch zwischen Beatrice und Andrew illustriert werden sollen. Beatrice eröffnet „Oh, sie lächeln ja! Hin und wieder...“, Andrew erwidert wortgewandt „Ja...So ist es.“, worauf sie sich genötigt sieht anzufügen, „Naja, ist doch besser als nie“. Wohlgemerkt kommt es zu dieser Szene nachdem Andrew mehrere Kameraden verloren hat und außerdem kurz bevor er Beatrice den Tod seiner Familie „beichtet“. Der Film verpatzt die Dramaturgie wirklich wo es nur möglich ist.
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität der vorliegenden DVD ist etwas wechselhaft ausgefallen, insgesamt überwiegt aber bei der Bildschärfe ein eher weicher, glattgebügelter Eindruck, was gerade einem Söldner-Film nicht gerade entgegenkommt. Die Kompression liefert leider ziemlich enttäuschende Datenraten, was auch für einige Unruhen im Bild sorgt, bzw. wabert die Vorlage häufiger unangenehm vor sich hin. Die Farbgebung wirkt natürlich, aber auch sehr eintönig, es dominieren grau, blau, grün und erdige Töne. Trotz dieser eher zurückhaltenden Einfärbung und etlichen Nachtszenen schlägt sich der Kontrast aber sehr wacker und ermöglicht es dem Zuschauer auch in tiefer Dunkelheit noch den Überblick zu behalten. Auf der DVD gibt es zwar gleich drei Tonspuren, bezüglich der Effekte oder Räumlichkeit ist hier allerdings leider Sparhans Küchenmeister und der Zuschauer fühlt sich nie ins Kampfgeschehen eingebunden. Die deutsche Tonspur fällt zwar gut verständlich und ausgewogen abgemischt aus, klingt aber auch sehr künstlich und stark nach Tonstudio.
Auf der DVD befindet sich neben dem deutschen Trailer und dem englischen Originaltrailer lediglich noch ein Making Of (38:57) mit deutschen Untertiteln. Obwohl so ziemlich alle wichtigen Verantwortlichen und Mitwirkenden darin zu Wort kommen, und es auch einige Szenen von den Dreharbeiten zu sehen gibt, halten sich der Informations- und Unterhaltungswert stark in Grenzen und auch der werbende Charakter für den Film nervt etwas. Die Veröffentlichung besitzt einen Schuber mit FSK-Aufdruck und ein Wendecover ohne die entsprechende Verunstaltung.
Fazit:
„Söldner – Gesetzlos und gefürchtet“ ist handwerklich und inhaltlich bestenfalls ein misslungenes C-Movie und dürfte sich für die alle Beteiligten mit Sicherheit alles andere als karrierefördernd auswirken. Was hier geboten wird, spottet teilweise jeder Beschreibung, stellt jedoch trotz der reichhaltig vorhandenen, unfreiwilligen Komik leider auch keinen Vertreter der Kategorie „So schlecht, dass es schon wieder Spaß macht“ dar. Technisch hat die DVD leider auch mit einigen Problemen zu kämpfen und kann nicht wirklich überzeugen, was auch für das Bonusmaterial gilt.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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92:59 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Making Of
- Deutscher Trailer
- Originaltrailer
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Söldner - Gesetzlos und gefürchtet
Mercenaries
Diese "Söldner" sind ihr Geld definitiv genauso wenig wert, wie der zugehörige Film!
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien, 2011 Regie: Paris Leonti Drehbuch: Paris Leonti Darsteller: Robert Fucilla, Billy Zane, Kirsty Mitchell, Geoff Bell, Vas Blackwood, Rob James-Collier, Michael Nardone, Danny Sapani, Stewart Scudamore
Label :
Ascot Elite
Verkaufsstart : 31.01.2012
Vertrieb :
Ascot Elite Switzerland
Verkaufsstart : 31.01.2012
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