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Blu-ray-Besprechung - Kabinett des Schreckens
Story:
Amy (Elizabeth Berridge) besucht zusammen mit ihrem Freund Buzz (Cooper Huckabee), ihrer besten Freundin Liz (Largo Woodruff) und deren Freund Richie (Miles Chapin) den Rummelplatz. Was zu Beginn noch wie ein vergnüglicher Abend zu viert anmutet, entwickelt sich später zu einem Albtraum. Die Entscheidung, sich nach dem Schließen der Tore in das Funhouse einzuschleichen stellt sich im Nachhinein als äußerst unglücklich heraus, da ein echtes Grauen die Geisterbahn sein Heim nennt.
Meinung zum Film:
1974 gelang Regisseur Tobe Hooper („Toolbox Murders“) mit „The Texas Chainsaw Massacre“ ein großer Genreerfolg, der den Horrorbereich nachhaltig prägte. 1981 legte er mit „Das Kabinett des Schreckens“ einen Film nach, der zwar bei Weitem nicht an den Erfolg des Kettensägen-Massakers anknüpfen konnte, aber zumindest eine treue Fangemeinde finden konnte. Für die Maske des deformierten Killers zeichnete sich Effektkünstler Rick Baker („An American Werewolf in London“) verantwortlich und für die abwechslungsreiche Kameraführung sorgte Andrew Laszlo („Straßen in Flammen“, „Rambo“). Beide Künstler trugen auf ihrem Gebiet mit dazu bei, dass der Rummelplatz und die Bedrohung in der Geisterbahn in schaurig-schönen Bildern festgehalten wurden. Das im Grunde recht triviale Drehbuch von Larry Block, der bezeichnenderweise anschließend nur noch 1990 für eine äußerst trashige „Captain America“-Verfilmung von Albert Pyun („Cyborg“) ein Skript lieferte, ist nicht ganz so bemerkenswert. Doch Tobe Hooper hat es mit seinem Team geschafft die inhaltlichen Schwächen inszenatorisch weitgehend aufzufangen.
In seiner Eröffnungsszene lässt es sich Tobe Hooper dann auch nicht nehmen, zwei Größen des Genres Tribut zu zollen. Zunächst zieht die Kamera in der Ich-Perspektive durch ein Haus, greift sich ein Messer und eine Maske, welche dann über die Sicht der Kamera gelegt wird, genauso wie es einst der junge Michael Myers in „Halloween“ tat. Von dieser Szene geht es dann nahtlos zum legendären Duschmord aus „Psycho“. Mit schnellen Schnitten, aber deutlich weniger Einstellungen wird dem Leinwandtod von Janet Leigh gehuldigt. Damit ist es dann aber auch genug mit der Verbeugung vor großen Kollegen. Hooper beschreitet anschließend seinen eigenen Weg und versucht ein wenig die Stimmung aus seinem Erfolgsfilm aufzubauen. Ähnlich wie dort lässt er sich aber auch diesmal wieder reichlich Zeit um zunächst seine Figuren hinreichend einzuführen. Die Atmosphäre auf dem Rummel wirkt zwar die gesamte Zeit über ein wenig düster und dreckig, allerdings ohne dass dabei eine wirkliche Bedrohung entsteht. Diese kommt im Grunde erst in der letzten halben Stunde auf.
Mit „Das Kabinett des Schreckens“ hat es Tobe Hooper wieder mal geschafft, den Übergang vom Alltag in einer x-beliebigen Kleinstadt zum Schrecken zu vollziehen. Zwar ist das Monster in diesem Fall deutlich bizarrer als es noch Leatherface im „Texas Chainsaw Massacre“ war, doch trotz allem wirkt das Szenario noch greifbar, als hätte es sich tatsächlich so zugetragen. Hooper verzichtet darauf, Sex und Drogen als Anfang allen Übels darzustellen. Wo in Horror-Filmen wie „Freitag, der 13.“ das Morden meist nach zwischenmenschlichen Körperaktivitäten und ausgiebigem Drogenkonsum beginnt, ist der Auslöser für die Jagd nach den Opfern hier ein Diebstahl. Die Jagd selbst dauert dann zwar nur runde 30 Minuten, doch diese bieten einiges an Suspense. Für einen Platz in der Ruhmeshalle des Horrorfilms reicht es am Ende allerdings nicht aus, dafür fehlt es schlichtweg an besonderen Ideen und einer durchgängigeren Spannung. Doch der Film ist eine gelungene, kleine Produktion aus den frühen 80er-Jahren, die das Flair dieser Zeit wunderbar einfängt und auch gut unterhalten kann. Freunde von Oldschool-Horror sollten von daher unbedingt zugreifen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der Blu-ray ist für eine kleine Produktion aus den frühen 80er-Jahren gut gelungen. Es gibt keine Defekte oder Verschmutzungen zu erkennen, der Bildstand ist ruhig und die Schärfe gut gelungen. Gemessen an aktuellen Produktionen ist zwar noch Luft nach oben und an den Rändern machen sich gelegentlich auch Unschärfen erkennbar, doch in Anbetracht des Alters und des Stellenwertes des Filmes kann der Filmfreund mit dem Ergebnis vollkommen zufrieden sein. Der deutsche Ton liegt in DTS-HD Master Audio 2.0 vor und ist gut zu verstehen. Allerdings ist regelmäßig ein leichtes Leiern zu vernehmen und die Tonspur klingt insgesamt ein wenig dumpf. Grund hierfür dürfte eine fehlende Tonhöhenanpassung der alten Tonspur sein, die für die Laufzeit auf VHS/DVD ausgelegt war und für die längere Laufzeit der Blu-ray lediglich gestreckt wurde.
Als Extra gibt es gleich drei Audiokommentarspuren. Bei der ersten redet Produzent Derek Power mit dem Filmstudenten Howard S. Berger über die Entstehung des Films, im zweiten spricht Special Effects Artist Craig Reardon mit Jeffrey Reddick, dem Schöpfer der "Final Destination"-Filme und zu guter Letzt haben Calum Waddell, ein Filmkritiker, und Justin Kerswell, Autor des Romans "Teenage Wasteland", das Wort. Das Ganze ist aber nur bei guten Englischkenntnissen von Nutzen, da keinerlei Untertitel zu den Kommentaren vorliegen. Dies gilt leider auch für das rund 68-minütige Making Of, in dem es einiges über die Entstehung des Films zu erfahren gibt, in einer Mischung von Szenen aus dem Film und Statements mit den Künstlern. Ergänzt werden die Informationen aus dem Making Of durch weitere rund 45 Minuten Interviews, bzw. Statements inkl. einer Q&A-Session mit Tobe Hooper. Dieser Beitrag liegt dann auch mit deutschen Untertiteln vor. Abschließend gibt es noch den Trailer zum Film.
Fazit:
„Das Kabinett des Schreckens“ ist ein guter Horrorfilm, der nicht versucht über blutige Effekte zu punkten, sondern über eine sich langsam aufbauende, bedrohliche Atmosphäre. Wer derartige Filme aus den frühen 80er-Jahren mag sollte hier unbedingt zugreifen. Auch wenn der Film zu Beginn ein wenig länger braucht um in Fahrt zu kommen, wird er dabei niemals langweilig.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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95:14 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch DTS-HD Master Audio 2.0 | Englisch DTS 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar mit Produzent Derek Power und Filmstudent Howard S. Berger
- Audiokommentar mit Special Effects Artist Craig Reardon und Jeffrey Reddick, Schöpfer der "Final Destination"-Filme
- Audiokommentar mit Filmkritiker Calum Waddell und Justin Kerswell, Autor des Romans "Teenage Wasteland"
- Making Of
- Interviews
- Trailer
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Kabinett des Schreckens
The Funhouse
Handwerklich und atmosphärisch gut gemachter Horrorfilm aus den frühen 80er-Jahren
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1981 Regie: Tobe Hooper Drehbuch: Larry Block Darsteller: Elizabeth Berridge, Cooper Huckabee, Largo Woodruff, Miles Chapin, Kevin Conway, Wayne Doba, Sylvia Miles, Herb Robins, Shawn Carson, Jack McDermott, Jeanne Austin,
Label :
Mr. Banker Films Verkaufsstart : 27.01.2012
Vertrieb :
Kein Verleih bekannt Verkaufsstart : Noch kein Termin bekannt
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