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Blu-ray-Besprechung - WWE - Steve Austin: The Most Popular Superstar Of All Time

Story:
Zu Beginn der 1990er Jahre startet ein blonder Texaner eine der wohl bedeutendsten Karrieren im Sports-Entertainment-Business. Der Weg führte anfangs durch einige kleinere amerikanische Verbände, bis schließlich der absolute Durchbruch als "Stone Cold" Steve Austin in den Reihen der WWE gelang. Ungeheure Popularität und die enorme Vielseitigkeit innerhalb und abseits des Ringes lassen Austin schnell zum Zugpferd seines Verbandes aufsteigen, bis Verletzungen und die Gegebenheiten der Branche erste dunkle Wolken heraufziehen lassen. Zudem präsentiert der Hauptfilm Austins einzigartige Mischung aus Wrestling-Superstar und Entertainer, der seine Stärken im Comedy-Fach mit dem Ringcharakter erfolgreich verbinden konnte. Das 3-Disc-Blu-ray-Set "Steve Austin: The Most Popular Superstar Of All Time" dokumentiert Austins aussergewöhnliche Karriere, deren helle und dunkle Momente und zeigt in seiner mehr als 12 Stunden umfassenden Laufzeit die wichtigsten Matches, Comedy-Features, Interviews sowie die emotional bewegende Aufnahme in die "WWE Hall of Fame" im Jahr 2009. Aber auch das spätere Hollywood-Engagement, nach der aktiven Wrestling-Zeit, wird keineswegs ausgespart.

Meinung zum Film:
Mit dem vorliegenden Boxset erscheint ein weiteres, von der WWE eigenproduziertes, personenbezogenes Package, das sich einer wahren Legende widmet: Stone Cold Steve Austin spielte in seiner aktiven Zeit eine wichtige, bedeutende und nahezu einzigartige Rolle. Das Boxset besteht aus drei Blu-ray-Discs, von denen die erste ein umfangreiches Retrospektiv-Feature beinhaltet, dass Austins Karriere aufarbeitet. Medium zwei bietet in mehr als vier Stunden Länge zahlreiche Matches an, die in der Dokumentation bereits als Karriereeckpunkte beschrieben wurden. Die dritte Blu-ray zeigt Austins Höhepunkte abseits des Ringes: Comedy-Elemente, Interview-Sequenzen und andere hochgradig unterhaltsame Entertainment-Features. Hier kann der Zuschauer ausserdem die Aufnahme in die "Hall of Fame" erleben, die als emotionaler Schlusspunkt am Ende der Karriere noch einmal Revue passieren lässt, was die "Texas Rattlesnake" während der langen WWE-Jahre bewegte. Das Doku-Feature setzt in der Jugendzeit des Protagonisten ein. Nachdem er das Sports Entertainment im abendlichen Fernsehprogramm entdeckte, wuchs in ihm schnell der Wunsch nach einer eigenen Profikarriere. Bald darauf beging Steve Austin an einer Wrestlingschule die ersten Schritte zu seiner erfolgreichen Karriere. Der Film verfolgt den Karriere- und Lebensweg bis schließlich das "Stone Cold"-Gimmick gefunden und zur Perfektion ausgebaut wurde. Inklusive aller Zwischenstationen (z.B. die "Stunning"-Ära in der WCW) kündigt sich eine genaue Aufarbeitung dieser außergewöhnlichen Karriere in der ersten halben Stunde an. Der Protagonist selber führt in Interview-Sequenzen durchs Programm, das zudem mit historischem Material wie Fotos und Ausschnitten aus Matches und Show-Elementen arbeitet. Dazu gesellen sich weitere Gesprächsausschnitte zahlreicher Wegbegleiter und Zeitzeugen, die seinen Werdegang erklären und kommentieren.

Insgesamt betrachtet, arbeitet diese Retrospektive mit standardisierten Materialen wie Gesprächsausschnitten und historischem Material. Formal gleicht sie früheren WWE-Sets wie der "Hart and Soul"-Box, in der die eng mit der WWE verbundene Familiengeschichte der Harts aufgearbeitet wird. Das Austin-Feature gestaltet sich zu jeder Zeit unterhaltsam und informativ; eine Qualität, die der großen Offenheit aller Interviewgäste und der Tatsache zuzurechnen ist, dass auch kritische Gesichtspunkte erwähnt und einseitige Schönmalereien weitestgehend vermieden werden. Populäre Akteure wie Mick Foley, Jim Ross, Triple H, Arn Anderson, William Regal, Chris Jericho, Bret Hart, Shawn Michaels und eine stattliche Reihe heute aktiver WWE-Superstars sprechen überraschend freimütig, im positiven wie im negativen Sinn, was sich als Garant für spannende Einblicke hinter die Kulissen dieser Branche erweist. Daher ist das Programm nicht nur für ausgemachte Austin-Fans empfehlenswert, sondern allen Zuschauern ans Herz zu legen, die weitreichende Erkenntnisse zu dieser Thematik erlangen möchten. Die Biografie Austins unterscheidet sich wenig von anderen Wrestlinggrößen, deren Weg vom Traum zum Superstar reichte. Großes Plus der Retrospektive ist die eingehende Abarbeitung einzelner Stationen, womit sie den schweren und beharrlichen Weg des Athleten nachzeichnet und einen Eindruck der zermürbenden Anstrengungen hinterlässt, die beschritten werden müssen, um eine Karriere dieser Tragweite zu ermöglichen. Auf die Jugendjahre folgt ein Engagement bei der WCW, erste Titelgewinne und die Tag-Team-Phase mit Brian Pillman. Populäre Fehden mit Ricky Steamboat begeistern die Massen, was Austin jedoch nicht vor einem herben Rückschlag bewahrt. Während einer Verletzungspause und mit der Ausrede, man könnte ihn nicht vermarkten, von der WCW gefeuert, folgte ein großes Loch, dass Frustration, Resignation und Wut beinhaltete. Mit der Hilfe eines wichtigen Freundes gelang der Umschwung, mit dem Entschluss sich den destruktiven Mechanismen des Business nicht weiter ausliefern zu wollen. So folgte Austin seinen persönlichen Ansichten, eckte hier und da zwar damit an, landete aber schließlich über den Umweg ECW tatsächlich in der WWE. Bald folgte auch die Etablierung des "Stone Cold"-Gimmicks als Grundstein des enormen Erfolges, der sich später einstellen sollte. Hier punktet die Doku mit ihrer präzisen Aufarbeitung der Geschehnisse.

Spätestens jetzt bannt der Film den Zuschauer vor den Fernsehschirm: Als interessanter Blick hinter die Kulissen einer bewegten Karriere gelingt die Doku ausgezeichnet. Der steinige Weg heraus aus der Abhängigkeit als Spielball anderer Personen, zur erfolgreichen und sich selbst bestimmenden Persönlichkeit im Wrestling-Zirkus wird somit nachvollziehbar. Während die Popularität ansteigt, wächst auch der Stellenwert Austins für den Verband proportional mit. Der Mann wird zum Publikumsmagnet und liefert sich mit zahlreichen Größen der WWE, wie z.B. mit Bret Hart und The Rock, bahnbrechende Fehden, die in hochattraktiven Matches ihre Auflösung fanden. Heute gelten viele seiner Ringauftritte als geradezu legendär. Dennoch verschweigt der Film nicht die negativen Elemente, die sich nach und nach einstellten. Aus der enormen Beliebtheit resultierte auch ein erheblicher Druck auf die eigene Person und auch die Nachwirkungen gravierender Nackenverletzungen traten immer deutlicher vor. Ein Leben auf der Straße und im Flieger, das Hetzen zwischen den Events und die wenigen Ruhepausen forderten bald ihren Tribut; das Risiko den Körper irreparabel zu schädigen wuchs immens. Jede Medaille hat die sprichwörtliche Kehrseite, die Austin mehrmals kennen lernen musste. Er wirkt über den gesamten Film vollkommen abgeklärt, ehrlich und offen. Seine Aussagen, aber auch die der Berufskollegen, ermöglichen das Nachvollziehen einer Karriere, die von Auf und Abs geprägt war. Emotional beeindruckend wird die Doku schließlich, wenn ein Hüne wie Austin von Überlastung, Schwäche und den destruktiven Mechanismen dieses Geschäfts spricht, die ihn schließlich zum Rückzug zwangen. Nach der aktiven Karriere folgte das, was Austin schon in Verletzungspausen bis zur Perfektion betrieben hatte: Sein enormes Comedy-Talent betont die humoristische und sarkastische Seite dieses Ausnahmeathleten, die ihm sicherlich auch half diese aussergewöhnliche Karriere zu meistern.

Digitale Aufarbeitung:
Da das aufgenommene Material zumindest teilweise schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, entspricht die Bildqualität aus den frühen Jahren nur im Ansatz den Werten, die man von aktuellen WWE-Produktionen gewohnt ist. Dennoch wurde gut poliert und aufgearbeitet, so dass Schärfe und Kontrast stets gut aufeinander abgestimmt erscheinen, und dem jüngeren Material in der gewohnten Qualität, zumindest nahe kommen. Erfreulich ist, das im Tonmenü neben den englischen Original, auch die deutsche Kommentarspur (PCM 5.1) zur Verfügung steht. Die englischsprachige Dokumentation kann optional mit deutschen Untertiteln angesehen werden.

Die Blu-ray-Version beinhaltet einige exklusive Specials. Unter anderem handelt es sich dabei um zusätzliche Matches auf der Doku-Disc, aber auch Blu-ray Nummer drei zeigt sich gut ausgestattet. Hier krönen weitere Comedy-Parts, Interview-Ausschnitte und Show-Sequenzen die ohnehin schon umfangreiche Zusatzmaterial-Sektion. Das Sondermaterial avanciert somit zu einem wichtigen Bestandteil des Gesamtprogramms, der dessen reichhaltige Spielzeit nochmals deutlich erweitert.

Fazit:
"WWE - Steve Austin: The Most Popular Superstar Of All Time" erweist sich als sehr umfangreiche und erstaunlich freimütig-ehrliche Aufarbeitung einer aussergewöhnlichen Karriere, deren Schattenseiten ebenso thematisiert werden, wie ihre glorreichen Erfolgsmomente. Die Aufteilung auf gleich drei Blu-rays macht dabei durchaus Sinn, da alle Scheiben mit Dokusequenzen, Matches und anderweitigem Material randvoll gepackt, einen zusammenhängenden Eindruck dieser beachtenswerten Karriere sowie der dahinter stehenden Persönlichkeit vermitteln können. Technisch entspricht das Set den hohen Standards früherer WWE-Produktionen, wobei es jedoch aufgrund seiner enormen Gesamtlaufzeit von mehr als zwölf Stunden deutlich herausragt.


Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
BD1:
151:11 Minuten

BD2:
254:17 Minuten

BD3:
233:33 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Linear PCM 5.1
Linear PCM 5.1
Englisch
Linear PCM 5.1
Linear PCM 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Zahlreiche Matches und anderweitiges Material
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WWE - Steve Austin: The Most Popular Superstar Of All Time
WWE - Steve Austin: The Most Popular Superstar Of All Time

Bild unseres Mitarbeiters Marcus Offermanns
"'Cause Stone Cold Said So!"


Autor der Besprechung:
Marcus Offermanns

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2012
Regie:
-
Drehbuch:
-
Darsteller:
Stone Cold Steve Austin, Jim Ross, Bret Hart, The Rock, Vince McMahon, Triple H, Brian Pillman, Ricky Steamboat

Label Deutschland :
ClearVision
Verkaufsstart Deutschland :
06.01.2012