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DVD-Besprechung - Die Herzogin
Story:
Als William Cavendish (Ralph Fiennes), Herzog of Devonshire, Lady Georgiana Spencer (Keira Knightley) einen Heiratsantrag macht, scheint ihr Leben vollkommen. Als neue Herzogin von Devonshire stehen ihr die Tore zu den höchsten Gesellschaftsschichten Englands offen. Doch obwohl die Herzogin zur Modeikone ihres Landes wird und sich auch politisch engagiert, schafft sie es nicht, die Liebe und Zuneigung des Herzogs zu gewinnen. Dieser erwartet von seiner Frau die Einhaltung ihrer ehelichen Pflichten und die Erfüllung ihres Ehevertrages, wonach sie ihm einen Erben schenken muss. Als Georgiana jedoch nur drei Töchtern das Leben schenkt, wendet sich William Lady Bess (Charlotte Rampling) zu, und lässt diese sogar in seinem Haus wohnen. Diese Demütigung erträgt die Herzogin nicht mehr und beginnt eine Affäre mit ihrem Jugendfreund Charles Grey (Dominic Cooper). Doch leider birgt diese Liebesbeziehung ein deutlich höheres Risiko, als nur ein geschädigtes gesellschaftliches Ansehen oder die Verärgerung ihres Mannes.
Meinung zum Film:
Die Verfilmung der Biographie der Herzogin von Devonshire sorgte in der akademischen Welt sowie in der breiten Öffentlichkeit für großes Interesse. Amanda Foreman bekam für ihr Werk sogar den Whitebread Prize – den Pulitzer-Preis für Biographien. Die Herzogin war nicht nur eine Ahnherrin der verstorbenen Lady Diana, sondern auch eine Vorreiterin der Frauenrechte. Ihre Geschichte war so außergewöhnlich wie tragisch. Die Drehbuchautoren Jeffrey Hatcher („Casanova“) und Anders Thomas Jensen („Wen Du fürchtest“) versuchten der Person um Georgiana Cavendish Leben einzuhauchen, indem sie sich die Unterstützung von Amanda Foreman sicherten, um das Drehbuch möglichst nahe an der literarischen Vorlage anzulegen. Wichtig schien es dabei vor allem, die gesellschaftlichen Zwänge und die frauenfeindlichen Gesetze der damaligen Zeit zu beleuchten, die auch vor der hohen Adelsschicht nicht halt machten, um ein möglichst authentisches Bild bieten zu können. Dies gelingt den Machern mit großer Eindringlichkeit, auch dadurch, dass hier nicht nur ein Einzelschicksal verdeutlicht, sondern der Blick auch auf andere Opfer dieser Ungerechtigkeiten gerichtet wird.
Die Handlung beginnt mit der arrangierten Ehe der beiden Hauptakteure, dem Grafen und der Gräfin Devonshire. Obwohl sich die beiden darüber im Klaren sind, dass diese Verbindung keine Liebesheirat ist, glaubt die junge Herzogin dennoch, dass sie ein glückliches Leben an der Seite ihres Mannes haben wird. Doch dieser ist ein Spiegelbild seiner Zeit, denn er empfindet für seine Frau keine Zuneigung, sondern behandelt sie eher wie seinen ureigenen Besitz. Obwohl er ihr gesellschaftliche Freiheiten, wie das Engagement für politische Anliegen und modische Extravaganzen, erlaubt, liegt seiner Meinung nach ihre erste Pflicht darin, ihm einen Erben zu schenken. Als dieser nach drei Schwangerschaften immer noch auf sich warten lässt, widmet er seine Aufmerksamkeit einer anderen Frau, von der er weiß, dass sie schon mehrere Söhne zur Welt gebracht hat. Diese Demütigung, die sich zu den engen gesellschaftlichenen Konventionen und ihrem lieblosen Zuhause addiert, ist für die Herzogin zu viel. Und obwohl sie sich daraufhin eine eigene Herzensangelegenheit gönnt, muss sie sich den Gesetzen der damaligen Zeit beugen und ihrem Platz als Herzogin von Devonshire weiter gerecht werden.
Der noch relativ unerfahrene Regisseur Saul Dibb („Easy Money“) hat es geschafft, eine großartige schauspielerische Crew für seinen Film zu gewinnen. In der Rolle der Herzogin Georgiana kann Keira Knightley („Alles was wir geben mussten“) ihr dramatisches Talent, dass sie schon in diversen anderen Filmen bewies, voll zur Geltung bringen. Sie verkörpert die Herzogin unglaublich authentisch und verschafft damit dem Zuschauer ein hohes Identifikationspotential. Ihr männliches Pendant wird von Oscarpreisträger Ralph Fiennes („Der ewige Gärtner“) gespielt. Auch er versteht es, seiner Rolle Leben einzuhauchen und den Herzog von Devonshire mit all seiner Ambivalenz zu verkörpern. Beide Schauspieler agieren auch hervorragend miteinander, so dass sich die Atmosphäre der Handlung auf den Zuschauer übertragen kann. Natürlich helfen die grandiosen Kostüme, die pompösen Drehorte und die spektakuläre Ausstattung dabei, die Qualität des Films enorm zu heben. Letztlich bietet der Film viel mehr, als nur die Lebensgeschichte einer Herzogin. Er ist ein Abbild einer längst vergangenen Epoche – ein authentisches Bild dieser Zeit.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild hat eine hervorragende Qualität. Die Farben sind zwar aus künstlerischen Gründen durch einen pastellfarbenen Filter gelaufen, um diese in ihrer Kraft ein wenig zu bändigen, dennoch wirken sie natürlich und klar. Der Kontrast hält sein ausgezeichnetes Niveau den gesamten Film über. Der Ton klingt gleichmäßig aus allen Boxen. Auch die Abstimmung zwischen Musik, Hintergrundgeräuschen und Dialogen ist einwandfrei gelungen.
Die DVD bietet eine Menge Extras. Ein Making Of gliedert sich in verschiedene Kategorien. Der Punkt „Die reale Herzogin“ behandelt die realhistorischen Begebenheiten um die Herzogin von Devonshire, wobei die Historikerin Amanda Foreman zu Wort kommt. In „Location“ äußert sich der Regisseur Saul Dibbs zu den verschiedenen Drehorten. „Die Kaiserin der Mode“ behandelt das Thema der modischen Präsens der Herzogin, worin sich Schauspielerin Keira Knightley und Kostümdesigner Michael O`Conner zu den jeweiligen Outfits äußern. Die Zusammenarbeit zwischen den Schauspielern wird in „Casting einer Hochzeit“ behandelt – Ralph Fiennes und Keira Knightley kommen dabei zu Wort. Außerdem kann der Zuschauer noch auf geschnittene Szenen, den Originaltrailer und den deutschen Trailer zugreifen. TV-Spots schließen die Extras ab.
Fazit:
„Die Herzogin“ ist nicht nur ein Drama über das schwere Leben einer Adligen, sondern auch ein ausgezeichnetes Stück Geschichtsunterricht. Die vielschichtige Geschichte erzählt anhand der realhistorischen Person der Herzogin von Devonshire von den Ungerechtigkeiten jener Zeit und bietet ein vollständiges Bild der oberen Gesellschaftsschicht. Eine hervorragende schauspielerische Crew, deren gute Zusammenarbeit einen großen Teil der Glaubwürdigkeit des Films ausmacht, fantastische Kostüme und Ausstattung, ein ausgezeichnetes Drehbuch sowie ein engagierter Regisseur machen den Film zu einem Genuss für den Zuschauer.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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105:37 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Making Of
- Die reale Herzogin
- Location
- Die Kaiserin der Mode
- Casting einer Hochzeit
- Geschnittene Szenen
- Originaltrailer
- Deutscher Trailer
- TV Spots
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Die Herzogin
The Duchess
Hochkarätiges und tiefgründiges Historiendrama!
Autor der Besprechung:
Yatiker Yildiz
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
England / Italien / Frankreich / USA, 2008 Regie: Saul Dibb Drehbuch: Jeffrey Hatcher, Anders Thomas Jensen Darsteller: Keira Knightley, Ralph Fiennes, Charlotte Rampling, Dominic Cooper, Hayley Atwell, Simon McBurney, Aiden McArdle, John Shrapnel, Alistair Petrie, Patrick Godfrey, Michael Medwin, Justin Edwards, Richard McCabe, Calvin Dean, Hannah Stokely, Andrew Armour, Emily Jewell, Georgia King, Luke Norris, Eva Hrela, Emily Cohen, Angus McEwan, Kate Burdette, Benjamin Noble, Max Benette, Sarah Wyatt, Thomas Arnold
Label :
Arthaus
Verkaufsstart : 02.02.2012
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