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DVD-Besprechung - Der Allergrößte bin ich
Story:
Das Leben war nicht immer fair zu Mickey Skinner (Leo Gregory). Der Kleinkriminelle hat enorme Schulden bei einem Innenhof-Schläger, er muss bei seiner Schwester leben, die zwei Kinder aufzieht und nicht einmal sein Junkie-Freund kann ihm aus dieser Sackgasse helfen. Bei der Flucht von einem versuchten Überfall klaut er schließlich einen Wagen, in dessen Kofferraum er später den Gangsterboss Don Barber (Vincent Regan) findet. Da dieser kurz davor war, von seinen Feinden umgebracht zu werden, verdankt er Mickey sein Leben. Grund genug für den Don, Mickey als Vertrauensperson seine Geschäfte regeln zu lassen, während er eine Nacht im Knast verbringen muss. Außerdem beauftragt er Mickey den Verräter in seinen Reihen zu finden. Dieser nimmt den Deal an, um seine Schulden zu begleichen, findet nicht zuletzt dank der schönen Assistentin Liza (Beatrice Rosen) aber Gefallen an diesem gefährlichen Job.
Meinung zum Film:
"Der Allergrößte bin ich" ist die Geschichte vom Underdog Mickey Skinner, der die Möglichkeit bekommt, sein miserables Leben für 24 Stunden gegen das eines reichen Bosses einzutauschen. Doch anders als erwartet ist das kein Zuckerschlecken. Seine Kollegen halten ihn für einen Stümper und wie Don Barber selbst muss er jedem misstrauen, um endlich anerkannt zu werden. Zur Überraschung seiner Partner erweist sich Mickey nämlich als ziemlich unvorhersehbar. Er trickst sich durch die Situationen, die selbst dem Don zu heiß gewesen wären, zeigt sich als wenig begeistert vom Mädchenhandel seines Vorgängers und erkennt schnell, dass Liza ihre Finger im falschen Spiel der Verräter hat. Doch wie zuvor zeigt sich Mickey als undurchschaubar und liefert lieber ein überraschendes Ende, als sich weiter von Anderen runterputzen zu lassen.
Vincent Regan ("300") spielt den Don, der kurz vor seinem Abstieg aus der gewohnten Routine aussteigen muss, um einem völlig Fremden das Steuer zu überlassen. Obwohl er das zulässt, um selbst im Knast Stärke und Unabhängigkeit zu demonstrieren, wirkt es etwas gezwungen und funktioniert nur bei einem etwas introvertierten Typen wie Mickey. Dem stehen die drei Assistenten des Don zur Seite, welche im Vergleich zum abgeklärten Don und dem introvertierten Mickey emotional auf die ungewöhnliche Entscheidung ihres Bosses und die unerwarteten Leistungen von Mickey reagieren. Assistent Floyd, gespielt von Robert Fucilla ("Söldner - Gesetzlos und gefürchtet"), lernt gegen Ende sogar von Mickey. Leo Gregory ("Für alle Fälle Fitz"), der Mickey darstellt, spielte vorher hauptsächlich Nebenrollen und überrascht hier als gefühlskalter, aber gewiefter Typ von nebenan, der überraschend gut mit seiner neuen Verantwortung klar kommt. Was einerseits cool und unerwartet wirkt, ist andererseits aber auch nur derselbe Gesichtsausdruck in jeder Situation.
Der Film ist kein "Scarface" und will es auch gar nicht sein: Bei pumpender Musik wechseln sich Schießereien und nackte Frauenhaut ab, während die Hauptrollen darum konkurrieren, wer der nüchternere Schauspieler ist. Das alles wird aber von einer immer ernsthafter werdenden Handlung mit mehreren ironischen Twists getragen, sodass alles insgesamt zu einer runden Mischung aus einem Actionfilm und augenzwinkernder Unterhaltung kulminiert. Zudem ist der Filmaufbau sehr durchdacht, die Drehorte überzeugen ebenso wie die Darsteller, zudem ist die Musikauswahl breit gefächert und wirkt nie unpassend. Auch optisch ist eine klare Linie auszumachen. Kleider und Einrichtungen sind fast nur schwarz oder weiß, doch gibt es genug Farbkleckse, die uns daran erinnern, dass die Welt nicht nur schwarzweiß ist, sondern dass auch immer ein Zwischenweg existiert. Mickey benutzt diese innerhalb der Handlung am laufenden Band und auch der Film selbst ist weder eine knallharte Mischung aus Frauenbrüsten und Explosionen, noch eine Komödie die mit Klischees spielt. "Der Allergrößte bin ich" ist beides und doch keins von beidem.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild wird körnig, sobald die Szenerie etwas dunkler wird, was bei diesem farbarmen Film leider recht häufig passiert. Abgesehen davon ist die Bildschärfe durchschnittlich gut ausgefallen. Die pumpende Musik überlagert nie die Dialoge. Der Ton ist auf deutsch und englisch in DD 5.1 verfügbar, auf Deutsch auch nochmal im Format DD 2.0
Neben einem Wendecover bietet die DVD den Originaltrailer, der allerdings als einer unter vielen anderen in der Trailershow erst einmal gefunden werden muss.
Fazit:
"Der Allergrößte bin ich" ist natürlich nicht der allergrößte Film, hat aber garantiert sein Publikum in einer Zeit, in der Tarantino keinen Geheimtipp mehr darstellt und die "Crank"-Filme weltweite Erfolge feiern. Fanservice und ironische Reflektion widerspricht sich nicht länger, das nutzt der Film, um mit grober Sprache, halbnackten Damen und brutalen Schießereien genau das zu kommentieren. Vielleicht hätten ein paar Extras mehr das noch besser verdeutlicht, so bleibt das Publikum vielleicht eher zwiegespalten.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,00:1
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102:09 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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Der Allergrößte bin ich
The Big I Am
"Nein Schatz, die Frauenhintern sind nur Gesellschaftskritik, das ist kein Porno. Ehrlich, glaub mir!"
Autor der Besprechung:
David Bühring
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien, 2010 Regie: Nic Auerbach Drehbuch: Tim Cunningham, Jack Iandoli Darsteller: Leo Gregory, Vincent Regan, Michael Madsen, Robert Fucilla, Steven Berkoff, Paul Kaye, Beatrice Rosen, MC Harvey, Philip Davis, Terry Stone, Bronagh Gallagher, Jâms Thomas, Dyfrig Morris, Kellie Acreman, Danai Amatyakul
Label :
WGF Verkaufsstart : 19.01.2012
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