 |
Blu-ray-Besprechung - Ready for Hangover
Story:
Der Abschied vom Junggesellenleben ist ein Ereignis, welches mit den engsten Freunden gefeiert werden will. Das kann edel über die Bühne gehen, oder auch eine grandiose Veranstaltung werden, über die dann in der Zukunft nur noch hinter vorgehaltener Hand gesprochen wird. Vier Kumpels starten einen solchen Abschied in Las Vegas und sind flugs in Mexiko, wo sie das Abenteuer ihres Lebens erleben. Alles ist dabei, eine schöne Frau, ein ruchloser Drogenbaron und auch ein lebensmüder Torero. Auf in den Kampf, die Hochzeit naht.
Meinung zum Film:
„Ready for Hangover“ ist eine Komödie die einen Junggesellenabschied darstellt. „Ready for Hangover“ heißt im Original „Ready or Not“ und dieser Titel ist für den Inhalt des Films wesentlich besser geeignet. Es wird mit dem geänderten Filmnamen suggeriert, dass es sich um eine Komödie im Stil des Welterfolgs „Hangover“ handelt, was aber nicht zutrifft. Das vorliegende Lustspiel hat nämlich einen ganz anderen Ablauf und so arbeiten die Freunde des Bräutigams nicht eine wilde Partynacht auf und gewinnen immer neue Erkenntnisse was da so alles schief gelaufen ist, sondern erleben in Echtzeit ein Abenteuer. Gleich zu Beginn bekommt der Zuschauer schon einen Eindruck, was da auf die Gruppe der Feierwilligen zukommt, nur nicht warum dies so ist. Der tiefere Grund für die Ereignisse wird natürlich zum Schluss geliefert, aber mit Blick auf den Originaltitel und der ersten kleinen Katastrophe, kann das Publikum schon ahnen was da vorgeht. Die Komödie hat Tempo und es gibt einige wechselnde Handlungsorte, vor allem in Mexiko.
Leider kann die Produktion in Sachen Humor nur wenige Pluspunkte sammeln. Die meisten Gags sind nicht gerade echte Schenkelklopfer und richtig witzig ist lediglich eine Szene in der ein Torero sich umbringen will, weil er Angst vor dem Stier hat, da alle männlichen Mitglieder seiner Familie als Stierkämpfer starben. Natürlich gibt es auch einen Bösewicht, der den Männern nachstellt und dadurch gewinnt der Film dann auch zwischendurch immer wieder an Tempo. Der Zuschauer erlangt mit fortwährendem Filmverlauf zunehmend den Eindruck, dass sich die Filmemacher nicht entscheiden konnten, welcher humorigen Richtung der Weg geebnet werden sollte. Weder der bitterböse Humor eines „Very Bad Things“ wird favorisiert, noch die coolen und schrägen Einlagen aus „Hangover“ weiter gedacht. Herausgekommen ist eine eher fade Mischung die ein bisschen prickelt, aber nicht wirklich perlt.
Von den Darstellern kann kaum einer das Publikum auf seine Seite ziehen. Selbst Christian Oliver („Alarm für Cobra 11“), der am Drehbuch beteiligt war und den Film mit produziert hat, hebt sich nicht von dem schwachen Cast ab. Die deutsche Synchronisation klingt zudem insgesamt sehr fade. Dies hat nichts mit den Dialogen an sich zu tun, sondern mit den gewählten Sprechern. Es wirkt leider wenig motiviert und stellenweise hölzern, so als würden die Sprecher zum ersten Mal vor dem Mikrophon stehen. Die Sets wirken teilweise einfallslos und preiswert. Es kommt keine richtige Atmosphäre bezüglich der Handlung auf. Großes Kino sieht anders aus. Der Film erinnert ein wenig an die Erstlingswerke einiger Drehbuchautoren bzw. Regisseure die im Bemühen eine tolle Idee zu verfolgen, irgendwie den Faden verlieren und damit auch gleichzeitig den Unterhaltungswert.
Digitale Aufarbeitung:
Überwiegend ist das Bild ordentlich, doch es gibt auch einige Szene in denen die Optik durch eine deutliche Körnung Federn lassen muss. Dies stört im Verlauf des Films immer wieder. In den klaren Momenten sind Nahaufnahmen durchweg scharf und bieten Details. Hintergründe können dies leider nicht aufweisen. Die Farben sind insgesamt etwa schwach und wirken nicht sehr realistisch. Der Ton ist klar und die Dialoge werden sauber über die Frontboxen wiedergegeben. Nebengeräusche, Score und Dialoge verstehen sich nebeneinander gut.
Als Extras gibt es ein Making Of (22:43), welches überwiegend aber eher ein Blick hinter die Kulissen ist, denn zumeist gibt es Bilder vom Dreh einzelner Szenen des Films. Dazu gibt es noch den Originaltrailer.
Fazit:
„Ready for Hangover“ ist eine eher schwache Komödie rund um einen verpatzten Junggesellenabschied. Der Ansatz ist im Vergleich zu „Hangover“ aber ein ganz anderer und somit nicht mit dem Erfolgsstreifen vergleichbar. Die technische Umsetzung des Bildes ist gerade noch Durchschnitt, der Ton ist in Ordnung.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
1,78:1
|
87:46 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 2.0 | Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1 | Englisch DTS-HD Master Audio 5.1 |
|
Untertitel:
|
|
Deutsch |
|
Bonusmaterial:
|
- Making Of
- Originaltrailer
|
|  |
Ready for Hangover
Ready or Not
Junggesellenabschied mit Hindernissen
Autor der Besprechung:
Jörg Hesse
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2009 Regie: Sean Doyle Drehbuch: Christian Oliver, Sean Doyle Darsteller: Christian Oliver, Seamus Dever, Evan Helmuth, Jonathan Murphy, Alex Rocco, Ange Billman, Andrea Bogart, Juliana Dever, Leah Elias
Label :
WGF Verkaufsstart : 23.02.2012
|