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Blu-ray-Besprechung - Super - Shut Up, Crime!
Story:
Frank D'Arbo (Rainn Wilson) ist eigentlich ein echter Loser-Typ, der jedoch mit seiner Frau Sarah (Liv Tyler) einen echten Hauptgewinn gezogen hat, was ihn sein sonstiges, eher armseliges Dasein vergessen lässt. Als jedoch der psychotische Drogendealer Jacques (Kevin Bacon) auf den Plan tritt und ihm die mit einer Suchtvergangenheit vorbelastete Sarah einfach ausspannt bzw. sie nach Franks Meinung einfach entführt, verliert dieser jeden Halt in seinem Leben. In einer Vision berührt ihn aber kurz darauf „Der Finger Gottes“. Durch die Einflüsse des „AJN“ (All Jesus Network) bzw. dessen Helden, dem „heiligen Rächer“, und seiner Bekanntschaft mit der Comicverkäuferin Libby (Ellen Page), beschließt Frank, Sarah aus den Klauen von Jaques zu befreien und mutiert zu dem Superhelden namens „Der blutrote Blitz“.
Meinung zum Film:
„Super“ ist das neueste Werk von James Gunn („Slither – Voll auf den Schleim gegangen“), der hier als Regisseur und Drehbuchautor in Personalunion fungierte, und wurde unabhängig finanziert als Low-Budget-Projekt realisiert. Auch wenn der Film keineswegs danach aussieht und etliche sehr prominente Darsteller mit an Bord hat, soll er Film lediglich etwa 2,5 Millionen US-Dollar gekostet haben. Dieses Budget wurde aber u.a. nur deswegen eingehalten, weil viele Beteiligte bzw. Mitwirkende ihre finanziellen Interessen zurückstellten, z.B. weil sie mit Gunn befreundet waren, und die Stars des Films beispielsweise nur den kleinstmöglichen Satz der Screen Actors Guild für ihre Arbeit in Rechnung stellten. Und mit Rainn Wilson („Die Super-Ex“), Ellen Page („Juno“), Liv Tyler (Arwen aus „Herr der Ringe“), Kevin Bacon („Elephant White“), Gregg Henry („Payback - Zahltag“) und Michael Rooker („Henry – Portait of a Serial Killer“) kann sich die Besetzung des Films wahrlich sehen lassen. In den US-Kinos fand „Super“ beinahe nicht statt, entwickelte sich aber im Heimkinobereich bzw. als VOD (Video on Demand) zu einem großen Erfolg. In Deutschland feierte der Film seine Premiere beim Fantasy Filmfest 2011 und erregte dort bereits einiges Aufsehen, u.a. auch wegen seiner herben Gewaltdarstellungen, die dem Film eine gerechtfertigte Altersfreigabe erst ab 18 Jahren bescherten. Neben der hier besprochenen Variante existiert auch noch eine „Mediabook Edition“ des Films, die neben der namensgebenden Verpackungsvariante auch noch ein Booklet und eine Zusatz-DVD mit weiterem Bonusmaterial beinhaltet.
Wer sich mit „Super“ beschäftigt, dem kommt natürlich automatisch „Kick-Ass“ von Matthew Vaughn („Der Sternwanderer“) in den Sinn oder vielleicht auch „Defendor“ mit Woody Harrelson („No Country for Old Men“). All diese Filme sind in der Realität verwurzelt und beseelen einen Außenseiter bis Normalo mit der Idee, zu einem Superhelden, wie man sie eigentlich ursprünglich nur aus der fiktiven Welt der Comics kennt, mutieren zu wollen. Das klingt zwar zunächst mal nach humorvollem Stoff für eine Parodie, trotzdem besitzen alle drei Filme bei aller Komik auch eine klar tragisch ausgerichtete Komponente. „Kick-Ass“ und „Super“ besitzen zudem als weitere Parallele eine ziemlich gewalttätige visuelle Darstellung und ein reichlich blutiges Finale im Stile eines Rachefeldzuges, was jedoch bezüglich der Gesamtkomposition des Films jeweils eher wie ein Stilbruch gesehen werden muss. Abgesehen von diesen Parallelen ist „Super“ aber ein absolut eigenständiger Film und in den USA aufgekommene Plagiatsvorwürfe entbehren wahrlich jeder Grundlage. Dabei verhehlt Regisseur James Gunn auch nie seine trashige Troma-Vergangenheit („Tromeo & Julia“/„The Tromaville Café“), sondern betont sie sogar. Ein zotiger Dialog zu Beginn in „Joe's Grill“, ein Cameo-Auftritt von Troma-Gründer Lloyd Kaufman, die amateurhaft-naiven Fernsehauftritte des „heiligen Rächers“ oder ein Ausschnitt aus „Troma's War“ dürften in Kombination mit der blutigen, für einige Zuschauer sicherlich auch eher geschmacklosen Präsentation bei Sympathisanten dieser Firma beinahe „heimische“ Gefühle aufkommen lassen. Allerdings muss fairerweise gesagt werden, dass „Super“ über das Niveau dieser Produktionen deutlich hinausgeht. Zum einen wirkt der Film handwerklich durchgehend professionell, das betrifft hier im Besonderen die gekonnt eingesetzten Effekte, zum anderen aber eben auch vor allem die sehr professionellen und spielfreudigen Darsteller. Auch bei den Locations kommt eben nie Hinterhofstimmung wie bei Troma-Filmen auf. Weiterhin besitzt „Super“ eine klar ausgearbeitete Dramaturgie, will nicht nur plakativ sein und jede Grenze des guten Geschmacks überschreiten, und verfügt zudem über eine stark ausgeprägte tragische Komponente.
Hier dürfte für einige Zuschauer aber unter Umständen auch der Hase im Pfeffer begraben liegen. „Super“ besitzt komische Momente, ist aber eben keine durchgehende Superhelden-Parodie oder ein Feuerwerk der Komik und des Slapsticks. Und trotz der gewalttätigen Ausrichtung des Films und vor allem des blutigen Finales ist „Super“ auch alles andere als ein actionreicher Film. Er besitzt sogar trotz seiner eher kurzen Laufzeit durchaus auch immer wieder kleinere Längen. Weiterhin ist die Hauptfigur Frank weder ein armes Würstchen, über das sich der Zuschauer köstlich amüsieren kann, noch ein absoluter Sympathieträger, der sich nun, stellvertretend für die Zuschauer, endlich mal an all denen rächen darf, die ihn sein Leben lang nur gemobbt und untergebuttert haben. Die Hauptfigur Frank ist religiös verblendet und befindet sich, vom „Finger Gottes“ klerikal geadelt, auf einer Art „heiliger Mission“. Dabei befindet er sich als Superheld nicht nur schon per se auf dem Pfad der Selbstjustiz, sondern lässt teilweise auch jedes Maß vermissen, wenn er beispielsweise einem „Schlangendrängler“ und einer mit diesem herumscherzenden jungen Frau einfach mal per mitgeführter Rohrzange den Schädel einschlägt. Natürlich besitzt „Super“ auch einiges an Humor. Da wäre z.B. immer wieder die Komponente der Situationskomik, beispielsweise wenn Frank sehr lakonisch die seltsamen Anwandlungen seines hyperaktiven weiblichen Superhelden-Sidekicks Libby, alias „Blitzie“, kommentiert. Ellen Page geht hier offensichtlich in ihrer Rolle auf und darf sich auch dementsprechend austoben. Gerade aufgrund ihrer dabei an den Tag gelegten Blutrünstigkeit dürfte einigen Zuschauern das Lachen jedoch schnell im Halse stecken bleiben. Eine große Rolle in Bezug auf den humorvollen Charakter des Films spielen aber auch die naiv-rebellische Ader von Frank selbst, der langsam ein immer größeres Selbstvertrauen entwickelt, einige eher unbeholfene Dialoge seinerseits zu Beginn und die zwar nur wenig wortreichen, aber aufgrund seiner vielsagenden Mimik dafür umso cooleren Auftritte von Michael Rooker. Auch der gut aufgelegte Kevin Bacon spielt zwar im Grunde nur den durchgeknallten Drogendealer von der Stange, entfaltet aber durch seine aberwitzigen Handlungen und grenzwertigen Monologe trotzdem eine starke Sogwirkung auf den Zuschauer.
Digitale Aufarbeitung:
Auch wenn die Macher des Films immer wieder betonen, dass es sich um einen Low-Budget-Film handelt, ist diese Tatsache der Blu-ray nicht anzusehen. Die Bildqualität der BD kann voll überzeugen und bietet auf allen Ebenen des Bildes eine wirklich gute Schärfe mit sehr vielen Details, das zudem auch angenehm plastisch wirkt. Auch der ausgewogene Kontrast und die einwandfrei arbeitende Kompression gestatten sich keine Schwächen. Die Farbgebung wirkt ebenfalls sehr kräftig und ausdrucksstark. Der Kontrast und die Farbgebung wurden aber teilweise bewusst etwas hochgeregelt, was auch effektiv den Comic-Charakter des Films betont. Die deutsche Tonspur im Format DTS-HD Master Audio 5.1 hinterlässt einen ausgewogen abgemischten und dynamischen Eindruck. Gerade in den Actionszenen, die allerdings nicht so zahlreich ausgefallen sind, wirkt die Tonspur auch durchaus sehr kräftig und bietet zudem einige gelungene direktionale Effekte. Auch der gelungene Soundtrack spielt sich regelmäßig in den Vordergrund und bezieht dabei alle Boxen mit ein.
Auf der Blu-ray befindet sich ein Audiokommentar von Regisseur James Gunn und Hauptdarsteller Rainn Wilson, leider aber ohne jegliche Untertitel. Die beiden Protagonisten bestreiten hier einen sehr lebendigen und humorvollen Vortrag, liefern dabei aber auch einige Hintergrunddetails zum Film. Das beinhaltet z.B. die Auswahl der Darsteller, Cameo-Auftritte, Hintergründe zu den verwendeten Locations oder Details zu den Spezialeffekten. Das „Hinter den Kulissen“-Feature (18:41), inklusive deutscher Untertitel, zeigt nochmals einige Bilder von den Dreharbeiten und lässt diverse Verantwortliche und die Hauptdarsteller zu Wort kommen. Hier gibt es auch erneut Hintergrundinfos, beispielsweise zu den Effekten oder zur Arbeitsweise des Regisseurs. Außerdem finden sich auf der BD noch der deutsche Originaltrailer und ein kurzer englischsprachiger TV-Spot. Die Veröffentlichung verfügt über ein Wendecover.
Fazit:
„Super“ ist eine Mischung aus Superhelden-Drama und Superhelden-Parodie, gewürzt mit Gewaltexzessen, Situationskomik, Slapstick, einem Hauch „Troma“ und völlig durchgeknallten Charakteren, die aber trotzdem alle irgendwie noch authentisch wirken. Die Mischung wirkt durch diese vielfältigen Beigaben allerdings auch nicht immer stimmig und es handelt sich auch um keinen adrenalingeschwängerten Actionfilm, was auch die eine oder andere Länge des Drehbuchs betont. Letztlich macht all dieses das Werk zu einem Film für ein ziemlich spezielles und aufgeschlossenes Publikum mit den entsprechenden Vorlieben, wobei die technische Umsetzung auf Blu-ray aber auf ganzer Linie überzeugen kann und zudem auch noch interessante Extras beinhaltet.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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95:57 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1 | Englisch DTS-HD Master Audio 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar von James Gunn und Rainn Wilson
- Hinter den Kulissen
- Deutscher Originaltrailer
- TV-Spot
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Super
Super
Hier ist zwar nicht alles "Super", allerdings dürften Filmfreunde mit ziemlich speziellem Geschmack durchaus gut unterhalten werden
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2010 Regie: James Gunn Drehbuch: James Gunn Darsteller: Rainn Wilson, Ellen Page, Liv Tyler, Kevin Bacon, Gregg Henry, Michael Rooker, Don Mac, Nathan Fillion
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 27.01.2012
Vertrieb :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 27.01.2012
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