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DVD-Besprechung - Hautnah - Die Methode Hill - Mörderisches Trauma
Story:
Um den Mordfall an einer Frau und ihren Kindern zu klären, reist Psychologe Dr. Tony Hill (Robson Green) von England nach Texas. Doch der Täter Darius Grady (Brad Hawkins) ist für ihn kein unbeschriebenes Blatt: Als dieser als Soldat in England stationiert war, vergewaltigte er eine Minderjährige. Noch bevor Grady deswegen belangt werden konnte, wurde er in die Staaten zu seiner Familie zurückgeschickt. Nun holt die Ortspolizei Hill herüber, um festzustellen, ob Grady wegen des Irakkriegs an einer posttraumatischen Belastungsstörung leidet, die den Mord an seiner Frau und den zwei Kindern erklären würde. Der Druck auf Hill wächst, während dieser erkennen muss, dass Grady wohl kein Trauma aufgrund des Kriegseinsatzes davontrug. Doch dieser widerspricht sich immer wieder, sodass Hill noch mehr dahinter vermutet.
Meinung zum Film:
"Mörderisches Trauma" ist ein Special zur Serie "Hautnah – Die Methode Hill", die von 2003 bis 2010 im deutschen Fernsehen lief und auf den Büchern des schottischen Bestsellerautors Val McDermid beruht. Nur die ersten zwei Folgen der Serie waren direkte Buchadaptionen. In der Serie hilft der Psychologe Tony Hill der Polizei, indem er der Kommissarin Carol Jordan und später ihrer Nachfolgerin Alex Fielding tatkräftig unter die Arme greift. Dieses Special spielt zwischen der fünften und der sechsten Staffel, führt aber nicht direkt die Handlung der Serie weiter, sondern lässt den Psychologen ein eigenes Abenteuer erleben. So taucht die Vergewaltigung des minderjährigen Mädchens in der Serie selbst nicht auf. Kommissarin Alex Fielding fungiert hier nur als Anrufbeantworter, den Hill als Diktiergerät zweckentfremdet. Auch durch die Reise nach Texas ist dieses Special so komplett anders als der Rest der Serie, dass es schon als eigenständiger Film durchgehen kann, zumal es wie jede andere Folge der Serie Spielfilmlänge besitzt.
Hill hat hier keine Partnerin, die von den stereotypen Krimi-Nebenfiguren ablenken kann. Die Richterin misstraut dem Psychologen schon von Anfang an, der zwielichtige Sohn des Kommissars, der natürlich auch Polizist ist, pöbelt Hill an und verfolgt ihn misstrauisch, während gleichzeitig eine Kampfemanze versucht, für Gradys Rechte einzustehen. Selbst der geständige Täter will Hill eine posttraumatische Belastungsstörung andichten, was angesichts der Visionen, die der Psychologe am Mordplatz und am Grab der Kinder hat, vielleicht gar nicht so abwegig ist. Mitten im Film erwartet ihn sogar eine Schlange in seinem Wagen, aber leider reicht das nicht ganz, um dem Film die notwendige Action mit auf den Weg zu geben. Die recht einseitige Handlung lässt aber auch nicht genug Platz für die Darsteller der Nebenfiguren, sich zu etablieren oder als mehr in Erinnerung zu bleiben denn als bloße Klischees. Da keiner an seinen bisherigen Erfolgen interessiert ist, muss Hill in den Staaten wieder bei Null anfangen und sich seine Authorität erst erkämpfen. Es dauert das ganze Special, bis endlich jemand die seltsame "Methode Hill" ernst nimmt, worunter die Dynamik ziemlich leidet.
Was einerseits ziemlich ausschweifend klingt, bietet andererseits dem Film ziemlich lange Zeit, um Hill selbst zu charakterisieren und sein Vorgehen näher zu erläutern. Immerhin versucht dieser, den Fall von allen möglichen Blickpunkten aus zu betrachten und den Gärtner mal nicht automatisch den Mörder sein zu lassen. So bildet sich eine gewisse Neugier beim Zuschauer heraus, da bei Hill die Fälle nie so einfach sind, wie sie zunächst aussehen. Aber richtige Spannung will trotzdem nie aufkommen. "Hautnah - Die Methode Hill" ist immer ein Spagat zwischen Thriller und der eher langsamen Arbeitweise Tony Hills, doch beim Special wurde der Thriller-Aspekt wohl vergessen. Das zusätzliche Fehlen jeder weiteren Identifikationsfigur macht den Film eher quälend als unterhaltsam. Was die Serie zu einem Krimi der besonderen Sorte machte, ist hier zu hoch konzentriert, etwas mehr vom klassischen Ermittler-Duo hätte deshalb wahrlich nicht geschadet.
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität ist ganz gut, nur in dunkleren Szenen wirkt sie etwas körnig. Die Dialoge wechseln im Deutschen und Englischen häufiger die Lautstärke, bleiben aber dank des gut eingebauten Soundtracks stets recht gut verständlich.
Der DVD fehlt jedes Extra, selbst Untertitel oder Wendecover fehlen. Wenigstens passt die Veröffentlichung optisch zu den Staffel-DVDs.
Fazit:
"Hautnah – Die Methode Hill - Mörderisches Trauma" ist der Versuch, wenigstens für ein Special dem Serienkonzept zu entfliehen und statt der Konzentration auf ein die Fälle lösendes Duo, die Handlung stärker auf Tony Hill zu konzentrieren. Dieses Experiment ist kein sehr erfolgreiches, weshalb es vermutlich auch als letztes, nach den Staffel-DVDs, veröffentlicht wurde. So gehört dieses Special zwar zur Serie dazu, ist aber als eigenständiger Film zu schwach, um neue Fans zu gewinnen. Das zusätzliche Fehlen von Extras ist ebenfalls bedauerlich, aber bei dieser Serie bisher schon so üblich gewesen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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86:47 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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Hautnah - Die Methode Hill - Mörderisches Trauma
Wire in the Blood - Prayer of the Bone
Ein Krimi wie Holmes ohne Watson - und ohne Spannung
Autor der Besprechung:
David Bühring
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
England / USA, 2010 Regie: Declan O'Dwyer Drehbuch: Patrick Harbinson (nach Figuren von Val McDermid) Darsteller: Robson Green, Naima Lett, Brad Hawkins, Merrilee McCommas, Dell Johnson, Ryan Rutledge, Drew Waters, Nicole Taylor, Luke Gatewood, Jenna Craig, Jennifer Griffin, Julio Cedillo, Tom Nowicki, Richard Dillard, Colin Stinton
Label :
edel motion
Verkaufsstart : 24.01.2012
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